Traurig

Ich bin traurig. Den ganzen Tag hätte ich nur weinen können – wie jedes Jahr am 21.10 seit 12 Jahren. Den am 21.10.1998 ist mein Opa mütterlicherseits gestorben, der neben meinen Eltern und meiner Schwester meine wichtigste Bezugsperson war. Er war ein so starker, emotionaler und herzensguter Mensch, den ich so sehr vermisse, dass ich kaum Worte dafür finden kann!

Schon an dem Morgen wusste ich, dass etwas nicht stimmt- das etwas passieren würde und als ich nach Hause kam, wusste ich sofort was los war: Opa war gestorben. Obwohl wir uns alle bereits auf die Möglichkeit eingestellt hatten, dass er sterben könnte, traf mich die Nachricht wie ein Schlag. Ich war wie gelähmt und habe lange gebraucht es überhaupt zu begreifen. Selbst als wir vor seiner Leiche standen, um uns zu verabschieden, konnte ich noch nicht begreifen, dass er wirklich tot war – manchmal glaube ich auch heute noch es sei nur ein böser Traum und er würde noch leben- aber das tut er leider nicht.

Er hat auch leider meinen Mann und meinen Sohn nicht mehr kennenlernen können und ich vermisse ihn jeden Tag sooo… sehr..

Ich hoffe aber auch, dass wir ihn jeden Tag stolz machen mit der Art wie wir miteinander umgehen, welche Entscheidungen wir treffen, wie wir uns verhalten – wie wir leben, den er war für mich sehr viel mehr als „nur“ mein Opa. Doch wenn ich an ihn denke bin ich auch dankbar! Dankbar einen so tollen Menschen gekannt zu haben, dankbar, dass er meine Mutter, meine Schwester und mich sehr stark geprägt hat und dankbar für jeden Wesenszug, den er meiner Mutter, und über sie auch mir, vererbt hat, wie seine Gutmütigkeit, seinen Optimismus, seine tiefe innige Liebe, seine Hoffnung und so vieles mehr. Es ist nur schade, dass es kaum noch Menschen gibt wie er einer war; die auch an andere denken, Dinge verschenken, teilen und nicht nur an sich denken.

Es gibt immer wieder Momente, in denen ich an ihn denke und meistens muss ich dabei lächeln, weil ich mich an etwas schönes erinnere, doch es gab auch Tage, an denen ich an ihn dachte und weinen wollte; wie heute, weil er mir Kraft gab und ich ihn gerne um mich hatte. Es gab jedoch zwei ganz besondere Tage in meinem Leben an denen ich ihn ganz besonders vermisst habe, am liebsten geweint hätte, dies aber nicht gezeigt habe. Der erste war mein Hochzeitstag, den ich habe mir schon als kleines Mädchen gewünscht, dass mein Opa bei meiner Hochzeit dabei sein würde, doch das konnte er nicht mehr und der zweite Tag war der Geburtstag meines Sohnes, der im Himmel immer einen ganz besonderen Schutzengel hat – nämlich seinen Uropa. Ein paar Tage nach der Geburt meines Sohnes habe ich jedoch meinen Opa in ihm gesehen, da mein Sohn seine Stirn auf die selbe Art gerunzelt hat, wie es mein Opa immer getan hat und das hilft mir ein wenig mit meiner Trauer und meiner Sehnsucht nach ihm umzugehen: Ich weiß, dass er nie völlig gestorben ist, weil ein Teil von ihm weiter lebt in seinen Kindern, seinen Enkelkindern, seinen Urenkeln und später einmal in deren Kinder…

Ich liebe Dich Opa!

© Sabrina S.

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Published in: on 22. Oktober 2010 at 02:57  Comments (1)  

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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Du hast das so schön geschrieben, ich glaube auch, das Opa im Himmel ist und uns beschützt.
    Wenn du einen Menschen einmal geliebt hast, stirbt er niemals ganz, es bleibt immer etwas von ihm in dir zurück.


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