Erschreckende Erkenntnisse über unseren Sohn…

Dass uns eine Reihe erschreckender Feststellungen über unseren Sohn mitgeteilt wurden, hat mit einer Verletzung von ihm am 22.03.2011 begonnen.

An diesem Tag ist er – vermutlich um aus dem Fenster schauen zu können auf seinen Bettrahmen geklettert und dann weg gerutscht- und jedenfalls mit voller Wucht so auf seine Heizung gefallen, dass er sich im Sturz auch richtig schlimm auf die Zunge gebissen hat. Er fing gegen 10 Uhr morgens an zu weinen und ich vermutete er habe Hunger, habe ihn dann mit dem Rücken zu mir stehend vor der Heizung vorgefunden. Ich wollte ihn hochnehmen, doch dann der Schock…

Er blutete aus dem Mund, hatte sein Unterhemd und sein T-Shirt bereits vollgeblutet und es befand sich eine Blutlache vor der Heizung. „Erst mal versuchen die Blutung zu stoppen und ihn beruhigen“ dachte ich, denn er hat eine Thrombozytopenie (eine Armut an Blutplättchen)! Also einen feuchten Waschlappen holen! Außerdem holte ich das Telefon, erreichte aber NIEMANDEN!!! Nach einiger Zeit habe ich dann endlich meinen Mann erreicht, der meine Schwiegermutter und diese wiederum eine meiner Schwägerinnen anrief; ich hatte mich soweit gefasst, dass ich, hätte ich weiterhin niemanden mit Auto erreicht einen Rettungswagen gerufen hätte, doch meine Schwägerin war auf dem Weg zu mir und die Blutung meines Sohnes war nur noch minimal…

BIS ZU DIESEM ZEITPUNKT WAR MIR NOCH GAR NICHT BEWUSST WO GENAU DIE VERLETZUNG IM MUND WAR – ICH KONNTE NUR SEHEN,DASS ER IM MUND GEBLUTET HATTE!

Ich fuhr also mit meiner Schwägerin und meinem Sohn zum einem Kinderarzt (unser Kinderarzt war im Urlaub), wo die Zungenverletzung deutlich wurde; außerdem waren seine Thrombozyten im Vergleich zur letzten Kontrolle deutlich gefallen – ich erschrak als ich die Verletzung sah…

Mir wurde gesagt ich solle mich schnellstmöglich ins Maria Hilf Krankenhaus mit ihm begeben, da die Zunge genäht werden musste, also sind wir mit meiner Schwägerin auf direktem Wege dorthin gefahren. Dort angekommen wurde mir gesagt wir müssten uns noch “ einen Moment“ gedulden – eine Äußerung, die in Krankenhäuser Zeiträume über eine Stunde bedeuten können… ich versuchte also bestmöglich ruhig zu bleiben und unseren Sohn zu beruhigen, der unentwegt vor Schmerzen weinte! Nach einer gefüllten Ewigkeit wurden wir dann ins Untersuchungszimmer gerufen und unser Sohn wurde untersucht. Ich sollte dann noch einen Katalog von Fragen ausfüllen und dann mussten wir in die OP-Abteilung des HNO-Bereichs, wo erstmal mehrfache Versuche notwendig waren, bis unserem Sohn ein Zugang gelegt worden war.  Ich durfte dann noch kurz mit in den OP, erschrak aber etwas, weil unser Schatz so schnell eingeschlafen war. Danach fuhr mich meine Schwägerin erstmal nach Hause, wo ich ungeduldig auf die Ankunft meines Mannes wartete…

Mit meinem Mann konnte ich dann nachmittags wieder zu unserem Sohn, der in einem Gitterbettchen auf dem Flur saß. Man sagte uns wir sollten versuchen ihn trinken zu lassen, was er natürlich schmerzbedingt nicht tat! Als es schien als wollte er schlafen, fuhren wir mir Sachen holen, da wir uns für ein Rooming-in entschieden hatten. In der Zwischenzeit hatte man unserem Sohn gegen 18.30 Uhr das erste Schmerzzäpchen des Tages gegeben und war bis ca. 22 Uhr nicht bereit ihm ein weiteres zu geben. Er schrie unaufhörlich von ca. 19 bis abends gegen 23 Uhr und immer wieder gab man mir „Tipps“, die nicht halfen. Das einzige was unseren Süßen etwas beruhigte war den Flur auf und ab zu gehen… Weiterhin hat er den ganzen Tag KEINE INFUSION bekommen, denn als das abends versucht wurde, hieß es nur, die Infusion laufe nicht durch; mehr wurde nicht getan…

Am nächsten morgen (23.03.2011) hatte unser Sohn ein dick angeschwollene Zunge und bekam deshalb ein schmerzlinderndes Zäpfchen und ein Kortisonzäpfchen gegen die Schwellung. Danach konnte er schlafen. Meine Mutter wollte ihn besuchen, weshalb ich den Schwestern mitteilte ich wolle für ca. 2 Stunden nach Hause fahren, um ein bißchen zu schlafen… Nachdem mein Mann und ich eine Stunde zu Hause waren, rief meine Mutter (NICHT DAS KRANKENHAUS!) an, um uns mitzuteilen, dass unser Sohn verlegt werden sollte!?!

Wir fuhren also wieder zum Krankenhaus, wo man uns sagte, dass er immer die Augen verdrehe (was er von Geburt an immer tat, wenn er müde war!!!) sei ein Anzeichen für Krampfanfälle, weshalb er ins Elisabethkrankenhaus verlegt werden müsse und man habe ja die Verletzung genäht und sei deshalb „fertig“! Besonders über diese Aussage waren wir erschrocken, schockiert und erschüttert!

Wir wurden also durch ein Krankentaxi ins Elisabethkrankenhaus gebracht, unser Sohn wurde mit mir stationär aufgenommen und er bekam ein Schmerzzäpchen und endlich auch mal (mittags gegen 15 Uhr nachdem er seit über 24 Stunden keine Flüssigkeit bekommen hatte) eine Infusion!!! Nachmittags hat er sogar schon wieder Joghurt gegessen!!!

Wegen des Verdachts auf Krampfanfälle, wurde am 24.03.2011 bei unserm Sohn ein EEG gemacht, dass aber unauffällig war.

Am 25.03.2011 ging es dann weiter mit den Tests. Wir mussten um 5 Uhr für ein Schlafentzugs-EEG aufstehen, es wurden ein EKG, ein Hörtest und ein Sehtest gemacht und unserem Schatz wurde Blut für eine Stoffwechseluntersuchung abgenommen. Nachdem er das alles dann geschafft hatte und fast 13 Stunden lang wach war, wollte man ihn abends in ein anderes Zimmer mit einem Baby verlegen. Ich habe den Schwestern dann aber erklärt, dass er Ruhe und Schlaf braucht und das nicht schafft, wenn er alle 4 Stunden wach wird, nachdem er so lange wach war. Deshalb wurden wir nach ca. 30 Minuten wieder zurück verlegt; danach konnte er dann zum Glück schlafen.

Am 27.03.2011 wurden wir dann wieder entlassen, auch, wenn unser Spatz noch nicht trinken wollte (wir sollen das durch Gabe von Joghurts und Fruchtgläschen ausgleichen). Uns wurde aber auch mitgeteilt, dass unser Schatz, obwohl er im Mai 2 Jahre wird, auf dem Entwicklungsstand eines Einjährigen ist, motorisch und sprachlich entwicklungsverzögert ist und autistische Züge hat. Das war dann erstmal ein richtiger Schock!

Am 01.04.2011 war ich deswegen bei unserer neuen Kinderärztin (der vorherige Kinderarzt hat uns nie darüber informiert, dass unser Sohn gefördert werden sollte und auch motorisch entwicklungsverzögert ist. Er meinte immer nur wegen der sprachlichen Verzögerung könnten wir noch abwarten; vielleicht würde er ganz von allein noch anfangen mehr zu sprechen!). Sie war der Ansicht unser Sohn habe keine autistischen Züge, schiele aber, weshalb ich noch am selben Tag einen Termin beim Augenarzt ausmachte. Wir müssen nun Mitte Mai dahin.

Bei einem Kontrolltermin am 15.04.2011 erklärte mir unsere Kinderarzt, dass sich die motorische Entwicklungsverzögerung vor allem durch das tappsige Gehen zeigt.

Wir hatten dann am 29.04.2011 einen Entwicklungstest für unseren Sohn im Frühförderwerk, wo erneut festgestellt wurde, dass er auf dem Entwicklungsstand eines Einjährigen ist, er sprachlich und motorisch stark entwicklungsverzögert ist und ein hoher Förderbedarf besteht. Weiterhin wurde uns gesagt, dass er Verhaltensweisen zeigt, die Symptome für Autismus sind – also autistische Züge – so zum Beispiel, dass er sich sehr lange mit einer bestimmten Sache beschäftigt oder man ihn manchmal mehrfach ansprechen muss, bis er reagiert. Das mussten wir dann erstmal „verdauen“!

Wir hofften dann natürlich, dass es erstmal keine weiteren Feststellungen dieser Art geben würde, doch dem war leider nicht so…

So war ich mit unserem Schatz am 02.05.2011 nochmal im Elisabethkrankenhaus , um zu erfahren was die Stoffwechseluntersuchung ergeben hat und mir wurde mitgeteilt, dass einige Werte erhöht waren, was darauf hindeutet, dass unser Sohn auch noch eine Stoffwechselkrankheit hat. Diese Untersuchung soll jedoch zur Sicherheit nochmal wiederholt werden, weshalb er vom 17.05.2011 auf den 18.05.2011 nochmal stationär da bleiben muss, weil er für die Blutabnahme, die für die Stoffwechseluntersuchung nötig ist, nüchtern sein muss.

NA PRIMA! ALS HÄTTE DER ARME KERL NICHT SCHON GENUG MITGEMACHT!

Am 03.05.2011 erfuhr ich dann von der Frühförderstelle, dass man dort der Ansicht, dass unser Sohn ein Heilpädagogik, eine Sprach- und eine Ergotherapie braucht. Die Kostenübernahme wird zur Zeit durch die zuständige Einrichtung geprüft.

UND ALS WÜRDEN WIR UNS NICHT SCHON GENUG SORGEN MACHEN; TRINKT UNSER SCHATZ IMMER NOCH NICHT UND UNS WERDEN DANN AUCH NOCH VON VERSCHIEDENEN SEITEN VORWÜRFE HINSICHTLICH UNSERER ERZIEHUNG GEMACHT!!!

VIELEN DANK FÜR DIE TOLLE UNTERSTÜTZUNG…

© Sabrina S.

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Published in: on 5. Mai 2011 at 20:29  Schreibe einen Kommentar  

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