Eine genauere Betrachtung meiner Familie Teil 8

Mein Verhältnis zu meinem Sohn:

Wie habe ich mir vorgestellt, dass ich als Mutter sein müsste?

Ich dachte anfangs ich müsste besonders vorsichtig sein, da ich sonst etwas bei unserem Schatz „kaputt machen“ könnte, müsste immer in seiner Nähe sein und auf jedes Geräusch, dass er von sich gibt reagieren. Mittlerweile weiß ich, dass das Blödsinn ist und habe mich deshalb erneut gefragt was macht die ideale Mutter eines Kleinkindes aus?

Sie sollte ihr Kind zwar beschützen wollen, aber nicht rund um die Uhr in seiner Nähe sein, seine Eigenständigkeit und seine gesamte Entwicklung fördern, das Kind aber auch mal fordern. Sie sollte sinnvolle Wünsche unterstützen, aber auch Grenzen aufzeigen und nicht immer nachgeben, sondern auch mal Nein sagen können und dennoch ruhig im Umgang mit ihrem Kind sein und ihm Zusammenhänge und Regeln, wie auch alles andere mit dem das Kind zu tun bekommt erklären. Sie sollte sich mit ihrem Kind beschäftigen, es aber auch mal alleine spielen lassen und auch zulassen, dass es schlechte Erfahrungen machen kann. Sie sollte auf Bedürfnisse ihres Kindes eingehen und  seine Wünsche (z.B., wenn das Kind etwas nicht möchte) gegenüber anderen (auch gegenüber Familienmitgliedern) durchsetzten und ihm verdeutlichen, dass nicht jeder nur gutes für das Kind will.

Später sollte sie auch Ansprechpartnerin für Sorgen, Ängste und Problem sein und zuhören, wenn sich das Kind mitteilen möchte.

In wie fern bin ich keine ideale Mutter?

Ich lasse unseren Sohn auch mal für sich spielen und bin zwar nicht ständig in seiner Nähe, manchmal ist es aber auch so, dass er sich für mein Empfinden zu oft zurück zieht, um alleine in seinem Zimmer zu spielen, was aber auch an seinem Autismus liegt. Ich fördere ihn so gut es geht zu Hause und nehme die Termine zur Förderung mit ihm wahr, fordere ihn aber auch mal, dass er mehr neues versucht, was manchmal sehr schwer und anstrengend ist, wodurch ich mir auch immer wieder „Auszeiten“ nehmen muss. Ich zeige ihm Grenzen (was mir nicht immer leicht fällt) und muss auch des öfteren mal Nein sagen, setzte mich aber auch für ihn gegenüber anderen ein, zum Beispiel, wenn darauf bestanden wird, dass er zur Begrüßung die Hand gibt und er deutlich zeigt, dass er das in dem Moment nicht möchte. Dadurch kam es auch schon zu Streitgesprächen innerhalb der Familie. Und ich versuche möglichst viel mit ihm zu spielen, wobei auch das nicht immer einfach ist und da er durch seinen Autismus manchmal abblockt und kein Spiel zulässt ist es so, dass ich mir dann öfter auch Zeit für mich nehme, mich aber immer mal wieder frage, ob ich genügend mit ihm spiele, ihn genug in die täglichen Arbeiten, die ich zu erledigen habe, einbinde und ihn genügend fördere. Ich weiß, dass ich auch manches mal sehr viel ruhiger mit ihm umgehen sollte, als ich es tue, besonders, wenn er nicht geschlafen hat und dadurch anstrengender ist, aber ich weiß auch, dass es keine perfekte Mutter gibt und die Zweifel, de ich habe, machen mich zu einer guten Mutter, die sich Gedanken über ihr Kind macht.

Ich wäre gerne auch schon in der Lage intensiver mit ihm zu spielen oder auch mit ihm zu reden, worauf ich aber leider noch etwas warten muss, da er noch nicht so viele Spiele beherrscht und noch nicht so viel spricht, aber da versuche ich ihm (so gut ich kann) zu zeigen, dass er Zeit hat und wir ihn nicht unter Druck setzten wollen.

Wir lieben unseren Sonnenschein und sind froh ein so herzliches, fröhliches und lebensfrohes Kind zu habe, dass wir, auch, wenn er manchmal sehr anstrengend ist, für kein Geld der Welt mehr her geben würden. Durch ihn sehen wir vieles anders und genießen viele Dinge auch viel intensiver… ♥♥♥♥♥♥♥

© S. Stolzenberg

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Published in: on 27. Januar 2012 at 02:30  Schreibe einen Kommentar  

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