Ein bisschen was über mich oder meine Zukunftsperspektiven:

Warum ich diesen Blog schreibe:

Es stehen in diesem Jahr für mich einige Veränderungen an, die mein zukünftiges Leben sehr  beeinflussen werden. Darum mache ich mir Gedanken über meine Zukunft.

Da mich aber meine Vergangenheit sehr geprägt hat und manches aus meiner Vergangenheit das was ich über meine Zukunftsperspektiven schreiben werde begründet.

Da einige Passagen triggern könnten, möchte ich vorab darauf hinweisen, dass diese kursiv geschrieben und farblich abgesetzt sind und jeweils ein Triggerhinweis vor der Passage steht, damit diese übersprungen werden könnten.

Meine Vergangenheit:

Nachdem meine Mutter fast 20 Stunden mit mir in den Wehen lag (tut mir leid Mama 😉 ), wurde ich am 07.04.1984 geboren.

Mein Vater war sehr viel arbeiten, wodurch es wenig gemeinsame Zeit mit ihm gab und ich war hyperaktiv, aber trotzdem entschieden sich meine Eltern führ ein zweites Kind und so wurde 1986 meine kleine Schwester geboren. Leider gab es aber ab meinem 4. Lebensjahr gar kein gemeinsames spielen mehr nur mit meinem Vater.

Mit drei Jahren (1987) kam ich in den Kindergarten, wo ich anfangs nicht bleiben wollte, weil ich eifersüchtig auf meine Schwester war, da sie meine Mutter in der Zeit ganz für sich hatte, nachdem ich aber merkte, dass das gar nicht so schlimm ist, ging ich gerne hin, hatte viele Freunde und auch eine „Kindergartenliebe“ ;). Es gab wieder etwas mehr gemeinsame Zeit mit meinem Vater, der beruflich etwas kürzer trat.

Mit sechs Jahren (1990) wurde ich eingeschult. Ich hatte viele Freunde (viele meiner Kindergartenfreunde gingen auf die selbe Schule) und so hieß es in meinem Zeugnis unter anderem durch meine Ruhe würde ich zeigen, dass ich ungerne Unruhe in meiner Umgebung hätte und meine Freundlichkeit in der Gemeinschaft sei wohltuend.

Der Missbrauch durch ein Familienmitglied begann! Mit 9 Jahren (1993) versuchte ich mich das erste mal indirekt meinen Eltern mitzuteilen und erfuhr, dass ich nicht das einzige Opfer des Täters war… ich versprach, dass ich es aber zukünftig sein würde!

 Als meine Schwester auch eingeschult wurde, war ich die stolze große Schwester…

Mit 10 Jahren (1994) verließ ich die Grundschule und besuchte nun das Gymnasium, wo ich mich anfangs zwar wohlfühlte, aber sehr ruhig war. Ich nahm zwar mehr am Unterricht teil, wollte aber keine neuen Freunde finden, sondern mich lieber an meine „alten Freunde“ aus der Grundschule halten.

1996 verstarb mein Täter, doch ich verdrängte so gut es ging den Missbrauch!

 Ab meinem 13. Lebensjahr (1997) wurde ich zunehmend in der Schule gemobbt und von meinen „alten Freunden“ nur noch „unser Schatten“ genannt. Meine Mutter riet mir das Mobbing zu ignorieren, weil „die dann irgendwann aufhören“ würden. Dem war leider nicht so…. Ich fand neue Freunde, zu denen ich später den Kontakt verlor…

Durch das Mobbing kamen aber auch immer häufiger die Erinnerungen an den Missbrauch hoch, weshalb ich mich in einem Brief an einen guten Freund darüber mitteilte. Seine Eltern fanden den Brief und reichten ihn an meine Eltern weiter, die auf diesem Weg davon erfuhren.

Eine Therapie verneinte ich, sprach aber mit meinen Eltern und meinem Opa mütterlicherseits darüber.

Dieser starb ein Jahr später (1998) und ich konnte seinen Tod gar nicht realisieren – ich dachte immer wieder er würde jeden Moment aus dem Garten, den er hatte nach Hause kommen und bei meinen Eltern klingeln oder ähnliches. Ich habe sehr lange gebraucht bis ich das erste mal weinen konnte. Seit seinem Tod habe ich sein Grab nur mit meinen Eltern besucht, weil es für mich keinen Bezugspunkt darstellt (könnte daran liegen, dass er anonym beigesetzt werde wollte, was nicht geschehen ist), aber ich habe Orte an denen ich mich ihm sehr verbunden fühle zu denen ich regelmäßig gehe…

Im selben Jahr vertraute ich mich einem Klassenkameraden wegen meines Missbrauchs an, was dazu führte dass das Mobbing zunahm und eindeutig darauf bezogene begriffe über mich an der Klassentafel standen:(.

 1999 blieb ich das erste sitzen und die Beziehung zu meinem Vater wurde immer schlechter…

2000 kam ich also in eine neue Stufe, fand schnell Freunde, begann zunehmend sowohl den Missbrauch, als auch das Mobbing zu verarbeiten, begann neben der Schule (für 3 Monate) zu arbeiten und

wurde von meinem damaligen Freund vergewaltigt, zu dem ich aber erst mal weiterhin Kontakt hatte, bis er begann mich zu stalken.

 Das darauf folgende Jahr (2001) verlief nicht viel besser für mich. Ich arbeite neben der Schule, habe privat ganz liebe Menschen kennengelernt,

wurde aber auch erneut (von einem Bekannten meines damaligen Freundes) vergewaltigt und von meinem damaligen Freund physisch und psychisch missbraucht. Ich hatte aber den Mut mich zu wehren und stellte Strafanzeige, die aber aus Mangeln an Beweisen eingestellt wurde.

Ich blieb zum zweiten mal sitzen und die Beziehung zu meinem Vater verschlechterte sich zunehmend.

2002 arbeitete ich erneut neben der Schule, in der der Kontakt zu meinen Klassenkameraden immer besser wurde, hatte aber privat Kontakt zu falschen Freunden, wodurch ich gute Freunde verlor :(. Das tut mir bis heute leid!

2004 wandte sich das Blatt für mich, da ich meinen heutigen Mann kennenlernte (am 14.02.2004 :D) und nach einer Woche mit ihm zusammenkam, wobei die meisten dachten die Beziehung würde nicht lange halten, weil wir Karneval zusammengekommen sind ;).

Im selben Jahr zogen wir zusammen und das Verhältnis zu meinem Vater verbesserte sich stetig :).

Im Jahr darauf (2005) verlobten wir uns, zogen in unsere erste gemeinsame Wohnung und ich machte mein Abitur, fand aber leider keine Lehrstelle, weshalb ich ab 2006 einen €1-Job machen „durfte“. Ich heiratete meinen Mann ♥. Dafür wandten sich immer mehr Freunde von uns ab…:(

Ich ging danach noch knapp ein Jahr arbeiten, bevor unser Sohn 2009 zur Welt kam und seit dem bin ich Hausfrau und Mutter.

Meine aktuelle Situation sieht wie folgt aus:

Ich bin glücklich verheiratet, stolze Mama eines Kindes mit Handicap, wodurch der Kontakt zu einzelnen Familienmitgliedern abgenommen hat, habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern und meiner Schwester, zu der ich aber meiner Meinung nach zu selten Kontakt habe, aber keine Freunde (außer virtuell). Ich habe meine Missbrauchsfälle verarbeitet und setze mich meinen Möglichkeiten entsprechend im Kinderschutz ein.

Wie sehen meine Zukunftsperspektiven aus?

Ich werde weiterhin glücklich verheiratet und stolze Mama sein, aber trotz intensiveren Bemühungen vermutlich ebenso wenig Kontakt zu meiner Schwester haben wie bisher.

Ob ich neue Freunde finden werde kann ich nicht absehen, bin mir da aber auch unsicher, da es durch meine immer noch deutliche Hyperaktivität (ich rede sehr viel!) schwierig ist mit mir umzugehen, ich schüchtern bin und länger brauche bis ich einem Menschen vertraue. Unser Sohn kommt dieses Jahr in den Kindergarten, wodurch ich die Möglichkeit habe wieder arbeiten zu gehen. Da ich jedoch keine abgeschlossene Ausbildung habe und nicht mobil bin, wird es schwierig werden eine passende Stelle zu finden. Ich werde mich aber parallel um Ausbildungsstellen und Helferstellen bewerben, um so eine bestmögliche Chance habe…

Was lösen diese Perspektiven in mir aus?

Ich habe etwas Angst vor der Zukunft und mache mir Sorgen, genieße aber noch die Zeit, in der ich mich noch nicht um meine berufliche Zukunft bemühen muss und meinen Sohn noch den ganzen Tag um mich habe :)♥:).

© S. Stolzenberg

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