Mein Kind hat ein Handicap. Na und?

Ich habe vor kurzem einen Blog gelesen, in dem es so dargestellt wurde, als würde sich jeder Vater/jede Mutter darüber beklagen wie schwer das Leben mit einem behinderten Kind sei und dass diese Eltern stattdessen Forderungen stellen sollten. Forderungen an die Politik und die Gesellschaft. Forderungen nach Akzeptanz und besseren Nachteilsausgleichen. Diese Forderungen sind auch wichtig, aber das ist der einzige Bereich, in dem ich mit dieser Bloggerin einer Meinung bin!

Ich sage mein Kind hat ein Handicap na und?

Mein Sohn ist frühkindlicher Autist, hat eine Wahrnehmungsstörung, eine Entwicklungsverzögerung und eine Blutkrankheit, aber das macht meinen Sohn nicht aus!

Natürlich stellen wir Unterscheide fest zu Kindern, die kein Handicap haben, so kann uns unser Kleiner noch nicht mitteilen, was er den Tag über alles im Kindergarten erlebt hat oder uns so „einfache Dinge“ sagen wie „Ich habe Hunger“, aber er teilt sich uns auf nonverbale Art mit, zeigt uns seine Bedürfnisse und was ihm gefällt oder missfällt sehr deutlich.

Er ist ein lebensfroher, neugieriger kleiner Junge, der die Welt entdeckt und dabei nichts unversucht lässt. Er ist ein kleines Energiebündel und seine lebensfrohe Art ist ansteckend.

Mich stört es nicht, dass unser Kleiner ein Handicap, aber was mich stört ist der Umgang anderer damit!

Es stört mich, wenn sich Menschen von ihm zurück ziehen, weil sie mit seinem Handicap, dass man eigentlich nur daran merkt, dass er kaum spricht, „nicht klar kommen“ und das aber vor der Diagnose gut klappte. Mich stört es auch, wenn Freundschaften zu uns aufgekündigt werden, weil wir ein besonderes Kind haben. Mich stört es erklären zu müssen warum wir öfter zu Ärzten fahren müssen, als Kinder ohne Handicap im selben Alter. Aber was mich insbesondere stören würde (so weit sind wir aber noch nicht) wäre, wenn er in seiner Schulzeit durch Lehrer ausgegrenzt würde, weil er vielleicht etwas mehr Hilfe benötigen würde.

Es gibt sehr viele Fälle von Kindern deutschlandweit, die ausgegrenzt werden, weil sie „anders“ sind, die keine Nachteilsausgleiche bekommen, die keine Integrationskraft bekommen, obwohl sie sie benötigen, die schief angeguckt werden, wenn sie mit ihren Eltern in der Stadt spazieren gehen und bei vielen anderen Gelegenheiten und das sind Dinge, die mich stören würden, wenn sie meinen kleinen betreffen würden!

Mich macht es manchmal traurig, dass unser Sohn noch nicht erzählen kann was er alles erlebt hat, aber dann sehe ich ihn lachen, mit uns albern, seine Grenzen austesten oder einfach frech sein und dann macht es mir nichts mehr aus, dass er das noch nicht kann, sondern ich sehe ein glückliches, aufgewecktes Kind, dass sein Leben meistern wird – egal wie!

Ich sehe dann ein Kind, dass uns eine Welt näher bringt, die wir schon fast vergessen hatten, eine Welt in der das Geräusch von Wind, das Gefühl von Gras oder auch einfach nur das Betrachten der Wolken schon ein Erlebnis ist, das unbeschreiblich schön und spannend ist.

Natürlich ist unser kleiner Frechdachs auch manchmal anstrengend, aber welches Kind ist das nie?

Aber: Ein Kind mit Handicap bedeutet für die Eltern auch Einschränkungen. So kann man mit einem Kind ohne Handicap vielleicht mehr unternehmen, da es zum Beispiel keine Probleme damit hat, wenn es sich in einer größeren Menschenmenge befindet, einen Kind mit Handicap unter Umständen aber schon.

Ein Kind zu haben, dass ein Handicap hat, sei es nun ein Rollstuhlkind, ein blindes Kind, eines das geistig behindert ist, nie laufen, sprechen, schreiben wird oder eine ganz andere Einschränkung hat, bedeutet immer auch Einschränkungen für deren Eltern und sicherlich ist es nicht schön für das Kind, wenn über diese gesprochen wird, aber es wird lernen damit umzugehen, wenn die Eltern das Kind nicht nur darauf beschränken, sondern auch die positiven Eigenschaften des Kindes sehen und ihm vermitteln, dass es wertvoll und besonders ist, so wie es ist.

© S. Stolzenberg

 

 

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Published in: on 8. März 2014 at 21:55  Comments (2)  

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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Und wir Dürfen Stolz auf unsere Kinder sein!!! 🙂

    Trotz ! und Gerade!

    Danke

  2. Er wird seinen Weg machen! 😀


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