Autismus (Achtung viel zu lesen)

Gliederung

1. Allgemeine Definition
2. Geschichte der autistischen Störung
3. Ursachen
4. Diagnosekriterien
5. Charakteristische Merkmale und Stärken
6. Komorbitäten
7. Abgrenzungen zu Autismus
8. Diagnostik
9. Folgen andersartiger Wahrnehmung und Informationsverarbeitung
10. Overload, Meltdown und Shutdown
11. Folgerungen und Hilfsmöglichkeiten
12. Therapien
13. Prognose
14. Lesenswerte Blogs
15. Quellen

Klassifikation nach ICD-10

F84.0 Frühkindlicher Autismus
F84.1 Atypischer Autismus
F84.5 Asperger-Syndrom
F84.9 nicht näher bezeichnete tiefgreifende Entwicklungsstörung

(WHO-Version 2013)

Aktuell ist es jedoch so, dass diese Unterteilung zunehmend verschwindet und
immer mehr von einer Autismusspektrumsstörung gesprochen wird, da die
Übergänge fließend sind und eine genaue Unterteilung damit sehr schwierig
Ist.

Im deutschsprachigen Raum sind drei Diagnosearten des Autismus gebräuchlich:
• Der frühkindliche Autismus, auch Kanner-Syndrom; auffälligstes Merkmal neben den Verhaltensabweichungen: aufgrund des frühzeitigen Auftretens eine stark eingeschränkte Sprachentwicklung; motorische Beeinträchtigungen nur bei weiteren Behinderungen; häufig geistig behindert. Je nach geistigem Leistungsvermögen wird der frühkindliche Autismus weiter unterteilt in Low, Intermediate und High Functioning Autism (LFA, IFA und HFA). Als LFA wird im englischsprachigen Bereich der mit geistiger Behinderung einhergehende frühkindliche Autismus bezeichnet, als HFA derjenige mit normalem oder überdurchschnittlichem Intelligenzniveau. Die Unterscheidung zwischen HFA und dem nachfolgend aufgeführten Asperger-Syndrom ist noch nicht geklärt, weshalb die Begriffe teilweise auch synonym gebraucht werden.
• Der atypische Autismus erfüllt nicht alle Diagnosekriterien des frühkindlichen Autismus oder zeigt sich erst nach dem dritten Lebensjahr. Als Unterform des frühkindlichen Autismus wird er aber differenzial-diagnostisch gegen das Asperger-Syndrom abgegrenzt.
• Das Asperger-Syndrom (veraltet auch autistische Psychopathie und schizoide Störung des Kindesalters) mit vor allem einer vom Zeitpunkt her altersgerechten Sprachentwicklung (nach der ICD-10 und dem DSM-IV ein Kriterium zur Diagnose – wohingegen nach Gillberg & Gillberg eine verzögerte Sprachentwicklung ein mögliches Diagnosekriterium darstellt) und einem unter formalen Gesichtspunkten korrekten Sprachgebrauch. Menschen mit Asperger-Syndrom sind häufig motorisch ungeschickt.
Neben kategorisierenden Unterteilungen des Autismus in verschiedene, deutlich voneinander abzugrenzende Arten gibt es das
• autistische Spektrum oder auch die Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Dies ist ein Konzept eines fließenden Überganges zwischen den verschiedenen Formen, eine insbesondere im englischsprachigen Raum zunehmende Sicht eines solchen Kontinuums verschiedener Ausprägungen. Vertreten wird es etwa von Tony Attwood, der seine Auffassung mit der Möglichkeit von Übergängen in Einzelfällen begründet. Es gibt beispielsweise Autisten, auf die die Diagnosekriterien des Asperger-Syndroms zutreffen, deren Auffälligkeiten in früher Kindheit jedoch der Diagnose des Kanner-Syndroms entsprachen. Zudem ist zweifelhaft, inwieweit eine auf theoretischen Intelligenzmodellen basierende IQ-Messung oder eine willkürlich festgelegte Altersgrenze für die Sprachentwicklung zur Unterscheidung dienen.
Allgemeine Definition:

Autismus (Frühkindlicher Autismus, Autistische Störung, Asperger Syndrom usw.) ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, der komplexe Störungen des zentralen Nervensystems zugrundeliegen – insbesondere im Bereich der Wahrnehmungsverarbeitung – und die bereits im Kindesalter beginnt. In ihrem Zentrum steht eine schwere Beziehungs- und Kommunikationsstörung.

Autismus (von griechisch αὐτός „selbst“) wird von der Weltgesundheitsorganisation zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen gerechnet. Er wird von Ärzten, Forschern, Angehörigen und Autisten selbst als eine angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns beschrieben, die sich schon im frühen Kindesalter bemerkbar macht. Andere Forscher und Autisten beschreiben Autismus als angeborenen abweichenden Informationsverarbeitungsmodus, der sich durch Schwächen in sozialer Interaktion und Kommunikation sowie durch stereotype Verhaltensweisen und Stärken bei Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Intelligenz zeigt.

In den aktuellen Diagnosekriterien wird zwischen frühkindlichem Autismus (Kanner-Syndrom) und dem Asperger-Syndrom unterschieden, das sich oftmals erst nach dem dritten Lebensjahr bemerkbar macht. Zur Unterscheidung der verschiedenen Ausprägungen und Symptome von Autismus, der verschiedene Schweregrade kennt, dient das Autismusspektrum (Autismus-Spektrum-Störung (ASS)). Hier ist jedoch die genaue Abgrenzung schwierig, da die Verläufe eher fließend sind.

Autismus kann sich durch viele unterschiedliche Symptome bemerkbar machen. Der Begriff Autismus umfasst ein breites Spektrum an Störungen – nicht jeder Autist entwickelt dieselben Symptome.

Daher gilt auch immer: „Kennst Du einen Autisten, kennst Du genau einen Autisten!“

Die Auswirkungen der Störung behindern auf vielfältige Weise die Beziehungen zur Umwelt, die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft und die Fähigkeit zur Eingliederung in die Gesellschaft, da sowohl kognitive als auch sprachliche, motorische, emotionale und interaktionale Funktionen betroffen sind. Hinzu kommen zahlreiche Verhaltensauffälligkeiten, die besonders für die Bezugspersonen im alltäglichen Umgang mit den autistischen Menschen sehr belastend sein können. Autistische Menschen sind somit in der Regel mehrfach behindert. Wie bei allen Mehrfachbehinderungen verlagert sich der Schwerpunkt der Behinderung im Laufe der Entwicklung mit dem Lebensalter. Die intellektuelle Begabung von Menschen mit Autismus ist sehr unterschiedlich. Sie reicht von geistiger Behinderung bis hin zu normaler Intelligenz, wobei einige von ihnen erstaunliche Teilleistungen im Rechnen, in technischen Disziplinen, in der Musik und auf anderen Gebieten zeigen.
Unterteilung nach Entwicklungsniveau
Menschen mit Autismus unterscheiden sich nach ihrem Entwicklungsniveau. Dieses entspricht der Fähigkeit zur allgemeinen Lebensbewältigung und umfasst Merkmale, die das Ausmaß des autistischen Rückzugs, Sprach- und Verhaltensauffälligkeiten, das Intelligenzniveau sowie das Vorhandensein besonderer Fähigkeiten betreffen.
• Autistische Menschen mit hohem Entwicklungsniveau (meist solche mit Asperger-Syndrom) sind zwar häufig sozial zurückgezogen, besitzen aber durchschnittliche bis überdurchschnittliche intellektuelle und sprachliche Fähigkeiten. Aufgrund altersbedingter Einsicht in Notwendigkeiten, die sich aus dem Leben in einer Gemeinschaft ergeben, können sie als ältere Jugendliche oder junge Erwachsene ihre Kontaktstörung zwar partiell überwinden, bleiben aber in der Sprache, im Denken und im Sozialverhalten auffällig. Sie fallen z.B. durch gestelzte Sprache oder eigenwillige Gesten auf und beachten gesellschaftliche Konventionen wenig. Soziale Verhaltensweisen können von ihnen ähnlich einer „Fremdsprache“ erlernt werden, lebenslang fehlt aber das unmittelbare, intuitive Verständnis für soziale Situationen.
• Autistische Menschen mit mittlerem Entwicklungsniveau sind intelligenzgemindert, ziehen sich stärker zurück und weisen oft eine sehr eingeschränkte Sprachentwicklung auf. Sie zeigen deutliche emotionale Auffälligkeiten sowie vielfach Stereotypien und zwanghaftes Verhalten.
• Autistische Menschen mit niedrigem Entwicklungsniveau weisen ähnliche Merkmale auf wie die Gruppe mit mittlerem Entwicklungsniveau, haben aber deutliche Defizite im intellektuellen Bereich, in der Wahrnehmung und in der Motorik (oft sogenannte „geistige Behinderung“). Sie zeigen häufig heil – pädagogisch und psychotherapeutisch nur schlecht beinflussbare Verhaltensstörungen, die ihre Integrationsfähigkeit erheblich beeinträchtigen (z.B. Fremd und/ oder Autoaggression). Im Laufe der Entwicklung bleiben Intelligenzminderung, Stereotypien, eine zum Teil fehlende Sprache und zahlreiche Verhaltensauffälligkeiten meist auch im Jugend- und Erwachsenenalter bestehen.
Häufigkeit:

Nach dem heutigen Wissensstand gibt es in Deutschland 5 -15 Menschen mit autistischen Störungen auf 10.000 Personen in der Bevölkerung (Kerngruppe und erweiterter Personenkreis). Von der Störung sind Jungen drei- bis viermal häufiger betroffen als Mädchen. Autismus findet man in Familien aller Nationalitäten und sozialen Schichten.

Geschichte der autistischen Störung:

Paul Eugen Bleuler war ein Schweizer Psychiater. Von 1886 bis 1898 war er Direktor der Klinik Rheinau. Hier lebte er nahezu ununterbrochen in engster Verbundenheit mit seinen Patienten. Er beobachtete sie, sprach mit ihnen und machte sich Tausende von Notizen. Die von ihm entwickelten Begriffe „Ambivalenz“ und „Autismus“ werden zentraler Bestandteil seiner Psychopathologie. Er prägte zwar den Begriff Autismus jedoch in Zusammenhang mit Schizophrenie.

1943 beschrieb Leo Kanner, ein aus Österreich in die USA ausgewanderter Kinderarzt, 11 Kinder mit ausgeprägten Defiziten im sozialen und kommunikativen Bereich, mit restriktiven und repetitiven Verhaltensweisen (Kanner, 1943). In seinem Artikel „Autistische Störungen des affektiven Kontaks“ (1943) schildert Kanner den Mangel an dem Bedürfnis nach Kontakt zu anderen Menschen, die Unfähigkeit Beziehungen aufzunehmen, stereotype motorische Bewegungen (Manierismen) und Widerstände gegen Veränderungen und das Beharren auf Gleichförmigkeit bei diesen Kindern. Auch in der Kommunikation und Sprache nannte er Auffälligkeiten, wie beispielsweise die pronominale Umkehr und Echolalie.
Zwar enthielt diese Arbeit eine prägnante phänomenologische Beschreibung des frühkindlichen Autismus, aber Leo Kanner ging auch von einigen Fehlannahmen aus. So nahm er beispielsweise an, dass die von ihm beschriebenen Kinder nicht geistig behindert seien und deren schlechtes Abschneiden in Leistungstests durch eine fehlende Motivation zu erklären sei. Später stellte sich jedoch heraus, dass diese Kinder überwiegend ein Funktionsniveau im Bereich der geistigen Behinderung aufwiesen. Zunächst ging Kanner davon aus, dass der von ihm beschriebene Autismus angeboren sei, was er aber später revidierte. Er vertrat nun die Ansicht, dass insbesondere eine emotional kalte Mutter die Störung begründen würde („Kühlschrank-Mütter“). Diese Auffassung erwies sich jedoch als unhaltbar, und auch Kanner selbst revidierte seine Auffassung nochmals zugunsten einer genetischen Verursachung.
Hans Asperger, der Erstbeschreiber des nach ihm benannten Syndroms, wurde 1906 bei Wien geboren. Er studierte in Wien Medizin und arbeitete lange Jahre zunächst als Assistenzarzt, später dann als Direktor der Universitäts-Kinderklinik in Wien und hatte den Lehrstuhl für Pädiatrie inne. Sein besonderes Interesse galt der Heilpädagogik. 1944 – also noch während des 2. Weltkrieges – veröffentlichte er im Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten einen Artikel, in dem er eine ausführliche Darstellung von vier Jungen aufzeigte (Asperger, 1944). Er fasste deren Symptomatik, die er zuvor nirgendwo beschrieben fand, unter dem Begriff „autistische Psychopathie“ zusammen. Da der Begriff „Psychopath“ einen deutlich negativen Beigeschmack hat und mit dissozialem Verhalten assoziiert ist, ist heute der Begriff „Asperger-Syndrom“ geläufig.
Zum damaligen Zeitpunkt kannte Asperger die Schriften von Leo Kanner nicht. Erst später – 1979 – setzte er sich mit der Arbeit von Kanner und dem frühkindlichen Autismus auseinander (Asperger, 1979). Asperger betonte in diesem Artikel die Gemeinsamkeiten der beiden Störungen, aber auch die Unterschiede und war der Ansicht, dass es sich um zwei verschiedene Störungsbilder handeln musste.
Aspergers Werk geriet lange in Vergessenheit, denn im Gegensatz zu Leo Kanner hatte Asperger seinen Artikel in deutscher Sprache verfasst und durch den Krieg und die Situation nach dem Krieg war dies nicht gerade eine gute Ausgangsposition für eine weltweite Beachtung.
1981 griff Lorna Wing die Arbeit von Asperger auf (Wing, 1981) und untersuchte selbst 35 Kinder hinsichtlich der Diagnose Asperger-Syndrom. Dies war der Start zu einer ausführlicheren Beschäftigung mit dieser Störung. Erst 1993 bzw. 1994 wurde diese Störung in den gängigen Diagnosesystemen ICD-10 und DSM-IV aufgenommen (Remschmidt, 2000). Sie wird neben einigen anderen Störungen zu den „tiefgreifenden Entwicklungsstörungen“ gezählt. Dabei entspricht die ICD-10 mehr der europäisch geprägten Klassifikation, während das DSM-IV das amerikanische Klassifikationssystem ist.

Ursachen

Zu Beginn der Autismusforschung lag das Augenmerk auf den Müttern autistischer Kinder. Störungen der emotionalen Entwicklung wurden als Resultat einer gestörten Eltern-Kind-Beziehung begründet. Dafür gibt es aber keine wissenschaftlich fundierten Hinweise.

Es gibt trotz umfangreicher Forschungsergebnisse bislang noch kein Erklärungsmodell, das vollständig und schlüssig die Entstehungsursachen der autistischen Störung belegen kann. Nach heutigem Wissensstand ist Autismus nicht heilbar. Als zugrunde liegende Ursache ist eine biologische bzw. hirnorganische Komponente anzunehmen.

Aus der Zwillingsforschung lässt sich ableiten, dass der genetische Faktor sehr hoch ist, aber nicht bei 100% liegt, denn bei 31-91% monozygoter Zwillinge waren beide autistisch. Die Wahrscheinlichkeit bei einem autistischen Kind ein weiteres Kind mit Autismus zu bekommen liegt bei 10-25% (Familienstudien). Nach dem heutigen Stand der Forschung gibt es bei vergrößertem Kopfumfang auch ein vergrößertes Hirnvolumen.

Es gibt ebenso anatomische/ strukturelle Auffälligkeiten in verschiedenen Hirnregionen:

– Dem Cerebellum (zuständig für Motorik, unbewusste Planung und höhere kognitive Prozesse)
– Dem Hirnstamm (kontrolliert lebensnotwendige Funktionen wie Atmung, Kreislauf, Schlaf)
– Dem Frontallappen (gilt als Sitz der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens)
– Dem Parietallappen (spielt eine wichtige Rolle bei der Integration sensorischer Informationen)
– Dem limbischen System (Zahlreiche Studien legen nahe, dass das limbische System unser affektives Verhalten zumindest teilweise kontrolliert und damit Gefühle wie Angst und Sexualität beeinflusst. Zudem spielt es eine zentrale Rolle bei der Abspeicherung von Gedächtnisinhalten und ist so an Lernprozessen beteiligt)

Auch pränatale (vor der Geburt) und/oder perinatale (um die Geburt herum 28. SSW – 7. Lebenstag) Komplikationen können eine Rolle spielen etwa biochemische Auffälligkeiten der Neurotransmittersysteme (Stimmungen).

Autismus ist eine multifaktoriell verursachte Störung, wobei die Gewichtung der angenommenen Ursachen /Komponenten unterschiedlich ausfallen kann.

Diagnosekriterien

Qualitative Beeinträchtigung im Sozialverhalten

• Ausgeprägte Beeinträchtigung im Gebrauch vielfältiger nonverbaler Verhaltensweisen
• Unfähigkeit entwicklungsgemäße Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen (Kinder orientieren sich lieber an älteren Kindern oder Erwachsenen)
• Mangel spontan Freude, Interesse mit anderen zu teilen (Das ist zumindest diskussionswürdig)
• Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit (kein Mitempfinden z.B.)

Qualitative Beeinträchtigung in der Kommunikation

• Verzögertes oder völliges Ausbleiben der Entwicklung der Sprache – keine alternativen Kommunikationsformen
• Bei Sprachvermögen deutliche Beeinträchtigung der Fähigkeit ein Gespräch zu beginnen oder fortzuführen
• Stereotyper („schablonenhafter”) Gebrauch von Sprache
• Fehlen von verschiedenen entwicklungsgemäßen Rollenspielen oder Imitationsspielen

beschränkte, stereotype Verhaltensweisen

• Umfassende Beschäftigung mit einem oder mehreren stereotypen und begrenzten Interessen, wobei Inhalt und Intensität abnorm sind (hierzu zählen insbesondere die Spezialinteressen – also ein Interesse, dass besonders stark ausgeprägt ist)
• Auffälliges Festhalten an bestimmten nichtfunktionalen Gewohnheiten und Ritualen (etwa das das putzen der Wohnung immer in einer bestimmten Reihenfolge erfolgen muss – das gibt dem Autisten aber Sicherheit)
• Stereotype und repetitive (sich wiederholende) Manierismen (bizarr aussehende verzerrte Bewegungsabläufe wie etwa vor und zurück schaukeln mit dem Oberkörper, flattern mit den Händen,…) Dies sind so genannte Stimmings (ein Mittel der Selbststimulation zur Beruhigung oder zur Erhöhung der Erregung, etwa bei Langeweile), wobei der Begriff wissenschaftlich nicht anerkannt ist!

Mindestens sechs Kriterien müssen zutreffen, damit die Diagnose der Autismusspektrumsstörung gestellt werden kann!

Charakteristische Merkmale

Sozialverhalten

• Auffälliger Blick (qualitativ anders als bei nichtautistischen Säuglingen/Kleinkindern)
• Eigentümliche Affekte (Gemütserregungen) => Stimmings
• Imitation schwierig
• Probleme beim Initiieren von sozialen Kontakten (Kein/Kaum Kontakt zu Gleichaltrigen, oft merkwürdige Versuche der Kontaktaufnahme etwa durch schubsen, kauen, anstarren)
• Eingeschränkte geteilte Aufmerksamkeit (durch zeigen, Gesten)
• Kaum Impulskontrolle (niedrige Frustrationstoleranz)
• Kaum Verständnis sozialer Regeln (etwa warum man beim Essen sitzen bleiben muss, bis alle aufgegessen haben)
• Empathievermögen eingeschränkt (wenn Autisten eine bestimmte Emotionen selbst schon erlebt haben können sie diese nachempfinden, wobei sie dann meist auch ihre eigenen Emotionen erneut durchleben, aber wenn ein Autist ein Gefühl nicht kennt, kann er oft nicht nachempfinden was in seinem Gegenüber vorgeht, jedoch ist hierzu anzumerken, dass es durchaus sein kann, dass ein Autist emphatisch ist, es aber nach außen nicht so scheint, weil er/sie nicht angemessen reagiert => Bespiel: ein schwerkranker Mensch verstirbt und der Autist ist erleichtert, reagiert also nicht erwartungsgemäß, indem er den Tod des Menschen betrauert, dennoch ist er empathisch mit dem Verstorbenen, der nun nicht mehr leiden muss)
• Eingeschränkte soziale Wechselseitigkeit

Kommunikation

• Probleme Bedürfnisse mitzuteilen, Ungewolltes abzulehnen (hierzu gehört sicher auch, dass es vielen Autisten schwer fällt um Hilfe zu bieten)
• Eigene Sprache
• Echololie (sinn- und bezugfreies Nachsprechen)
• Schwierigkeiten bei der Verarbeitung verbaler Informationen
• Informationsverarbeitung schwankend (tagesformabhängig)
• Verstehen nur im Zusammenhang (verbale Informationen können oft nicht auf ähnliche Situationen angewendet werden)
• Themenauswahl begrenzt
• Wortwörtlichkeit (viele Autisten verstehen keine Redewendungen; diese müssen wie Vokabeln erlernt werden. Außerdem muss Ironie als solche deutlich gemacht werden und selbst dann fällt es Autisten oft schwer diese zu verstehen. Sarkasmus wird von den wenigsten Autisten verstanden)
• Häufiges Fragen
• Wenig Gestik und Mimik

Verhaltensspektrum

• Veränderungen schwierig
• Beharren auf Gleichförmigkeit
• Ritualisierte Verhaltensweisen
• Rigide (Steife) Verhaltensstrukturen
• Eingeschränktes Interessenspektrum
• Kaum Eigeninitiative
• Probleme bei der Freizeitgestaltung

Denken/Lernen

• Entwicklungsprofil uneben (es können keine Äußerungen darüber gemacht werden wie sich das Kind entwickeln wird => in einem bestimmten Bereich werden gute/durchschnitliche Leistungen erbracht, so dass man meinen könnte, dies wäre in einem anderen bereich ebenso; dem ist aber nicht so)
• Informationsverarbeitung schwankend (je nach Tagesform)
• Fokussierung auf Details, fehlende Unterscheidung von wichtig und unwichtig
• Probleme beim Lernen durch Imitation
• Probleme Ideen miteinander zu verbinden
• Kein Zeitkonzept
• Schwierigkeiten bei der Organisation und mit Abläufen (Anfang, Ende, Übergänge)
• Schwierigkeiten Entscheidungen zu treffen

Sinneswahrnehmung

• Hohe Ablenkbarkeit
• Über- und/oder Unterempfindlichkeit gegenüber bestimmten Reizen (Berührungen, streicheln <-> festen Druck, Wärme- und Kälteempfinden)
• Probleme bei der Reizfilterung (alle Geräusche etwa werden gleich laut empfunden)
• Probleme bei der Verarbeitung von Sinneseindrücken
• Tagesschwankungen
Theory of Mind (Tom), auch native Theorie, bezeichnet in der Psychologie und den anderen Kognitionswissenschaften die Fähigkeit, eine Annahme über Bewusstseinsvorgänge in anderen Personen vorzunehmen und diese in der eigenen Person zu erkennen, also Gefühle, Bedürfnisse, Ideen, Absichten, Erwartungen und Meinungen zu vermuten. Diese Fähigkeit fehlt vielen Autisten.

Viele Autisten sind auch gesichtsblind. Das bedeutet für sie sehen alle Gesichter gleich aus – sie können Menschen nur anhand des Geruchs oder der Stimme unterscheiden (die Gesichter wirken als Beispiel) alle wie bei Schaufensterpuppen.

Stärken:

• Besonderer Blick für Details
• Logisches denken
• Sind sehr loyal
• Sind sehr direkt
• Sind sehr ehrlich
• Haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn
• Hohe Merkfähigkeit
• Gute räumliche Orientierung
• Verwenden keine Doppeldeutigkeiten
• und viele weitere

Komorbitäten bei Autismus

Komorbitäten sind Behinderungen oder Erkrankungen, bei denen es Überschneidungen zu einer anderen Behinderung oder Erkrankung gibt. Das bedeutet, dass es bei beiden Behinderungen beziehungsweise Erkrankungen oder einer Behinderung und einer Erkrankung gleiche Symptome gibt.

Komorbitäten bei Autismus sind folgende:

• Das ADHS oder auch Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. ADHS ist eine neurobiologische Erkrankung mit erheblichen sozialen Auswirkungen.
Einige Kernsypmtome, die auch bei Autismus auftreten können sind:

– hören scheinbar nicht richtig zu, weil sie anderes im Kopf haben
– können Erklärungen nicht folgen, weil sie innerlich abwesend sind haben Schwierigkeiten, längere Zeit mit Aufmerksamkeit bei der Sache zu bleiben
– lassen sich leicht durch äußere Reize ablenken
– sind bei Alltagstätigkeiten häufig vergesslich
– hampeln, rutschen, verdrehen sich, kippeln auf dem Sitz
– plötzlich einschießende Bewegungen, d.h. Kind schreibt, plötzlich grabscht es ausladend nach dem Radiergummi, dass die Umsitzenden sich erschrecken
– reden und fuchteln dabei mit Händen und Füßen
– sind oft laut und „aufgedreht“ beim Spielen
– wenn es entsprechend „aufgedreht“ ist, leidet es unter „Sprechdurchfall“, dabei werden soziale Signale (d.h. ob es den anderen überhaupt interessiert, er vielleicht schon genervt ist, usw.) nicht beachtet, übersehen oder überhaupt wahrgenommen

ADHS Wesenszüge, die auch auch Autismus finden lassen sind:

– einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf andere bezogen
– oft eine große Liebe zu Tieren und zur Natur
– sind harmoniebedürftig, mögen schöne Farben und Formen um sich herum
– haben häufig einen guten Orientierungssinn
• Die Epilepsie (dazu gibt es ein eigenes Dokument)

Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, die auf einer Störung im Gehirn beruht: Eine unnormale nervliche Erregungsbildung im Gehirn löst sogenannte epileptische Anfälle aus. In der Regel ist ein epileptischer Anfall eine vorübergehende, plötzlich auftretende Funktionsstörung des zentralen Nervensystems.

• Das fragile X-Syndrom

Das Fragile-X-Syndrom ist eine genetisch verursachte geistige Entwicklungsstörung. Die Erkrankung ist auch unter den Bezeichnungen Martin Bell-Syndrom, Marker-X-Syndrom, Fra(X)-Syndrom oder Frax-Syndrom bekannt.

Hierbei gibt es auch Symptome, die ebenfalls bei Autismus zu beobachten sind:

– das Vermeiden von Blickkontakt
– stereotypes Verhalten
– Bestehen auf Ritualen

Betroffene mit FraX sind leicht erregbar und neigen vor allem in jungen Jahren zu heftigen Wutausbrüchen. Ihre Frustrationstoleranz ist niedrig.

• Die Depression, eine krankhafte psychische Störung, die durch die Hauptsymptome gedrückte Stimmung, Interesselosigkeit beziehungsweise Freudlosigkeit und Antriebsstörung (Abulie) gekennzeichnet ist.

Symptome, die auch bei Autismus beobachtet werden können (zumindest vereinzelt) sind:

– verringerte Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit
– zumindest für die Außenwelt scheinbar vermindertes Gefühlsleben bis hin zur Unfähigkeit des Zeigens einer Gefühlsreaktion und verringertes sexuelles Interesse
– Angstzustände

körperliche Symptome, die sich auch bei Autismus zeitweise beobachten lassen sind:

– Schlafstörungen
– Schmerzempfindungen im ganzen Körper, Kopfschmerzen und verlangsamten Bewegungen (zum Beispiel bei einem Shutdown)

Dazu möchte ich gerne noch auf folgende Notiz hinweisen: https://www.facebook.com/notes/sabrina-stolzenberg/autismus-und-depression-%C3%BCbersetzt/805049319527862

• Die Zwangsstörung, eine häufige psychische Störung. Die Betroffenen spüren immer wieder den Zwang, bestimmte Handlungen auszuführen oder leiden an aufdringlichen Gedanken. Unterschieden werden dabei Zwangshandlungen, Zwangsgedanken oder Zwangsimpulse.

Bei Autismus kann der sich immer wiederholende Tagesablauf zu einem Zwangsritual werden. Außerdem sind oft die durchgeführten Handlungen während eines Meltdowns Zwangshandlungen (Das schreien, schlagen,… -> dies dient dazu sich selber „runter zu bringen“ ist aber dennoch sehr anstrengend für den Betroffenen). Das Nachgrübeln über den erlebten oder den bevorstehenden Tag können auch Zwangsgedanken sein.

Dazu möchte ich gerne noch auf die folgenden beiden Notizen hinweisen:
https://www.facebook.com/notes/sabrina-stolzenberg/zwangsst%C3%B6rung/897842460248547 und https://www.facebook.com/notes/sabrina-stolzenberg/zwangsst%C3%B6rung-oder-autismus-%C3%BCbersetzt/711558228876972

• Das Tourette- Syndrom ist eine neuropsychiatrische Erkrankung. Sie geht mit Tics als Leitsymptom einher. Bei den Tics handelt es sich um unwillkürliche, rasche, meistens plötzlich einschießende und mitunter sehr heftige Bewegungen, die immer wieder in gleicher Weise einzeln oder serienartig auftreten können. Verbale, ungewollte Äußerungen zählen mit dazu, wie auch Ausrufe oder Geräusche. Symptome, die auch bei Autismus auftreten können sind folgende:

– Vokale Tics wie räuspern, Zunge schnalzen, Echolalie
– Motorische Tics wie springe, Autoaggressionen
– Depressive Symptome
– Schlafstörungen

Es gibt auch gemeinsame Komorbitäten wie etwa ADHS.

• Die geistige Behinderung

Eine geistige Behinderung liegt vor, wenn ein Mensch in seinen kognitiven Fähigkeiten bzw. seiner psychischen Gesamtentwicklung so stark beeinträchtigt ist, dass er voraussichtlich lebenslang soziale und pädagogische Hilfe benötigt.

• Die tuberöse Sklerose

Die tuberöse Sklerose ist eine autosomal-dominante Erbkrankheit, die mit Fehlbildungen und Tumoren des Gehirns, Hautveränderungen und meist gutartigen Tumoren in anderen Organsystemen einhergeht und klinisch häufig durch epileptische Anfälle und kognitive Behinderungen gekennzeichnet ist.

• Psychiatrische Auffälligkeiten
 Phobien
Wer an einer Phobie leidet, fürchtet sich stark und lang anhaltend vor einem bestimmten Objekt oder einer bestimmten Situation – sie ist stark ausgeprägt, führt zu unangenehmen körperlichen Symptomen, für die sich keine organischen Ursachen finden – wie Herzrasen, Zittern, Atemnot, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden oder Schwitzen.
Experten unterscheiden vor allem drei Unterformen:
 Agoraphobie (z.B. Furcht vor öffentlichen oder leeren Plätzen, aber auch vor Menschenansammlungen)
 Soziale Phobie (Furcht vor anderen Menschen)
 Spezifische Phobien (z.B. vor Schlangen, Messern, Krankheiten)
 Essstörungen
(Bei vielen Autisten kommt es jedoch eher vor, dass die ihre Grundbedürfnisse also zu essen und zu trinken schlichtweg vergessen und ständig daran erinnert werden müssen!)
 Schlafstörungen (diese gehören laut ICD-10 zu den Merkmalen von Autismus)
 Ängste

Abgrenzungen zu Autismus

• Savantsyndrom:

Das Savantsyndrom, die Inselbegabung wird oft im Zusammenhang mit Autismus genannt und oft mit dem Spezialinteresse verwechselt. Savants haben besondere, außergewöhnliche Begabungen zum Beispiel im Bereich Musik (etwa Leslie Lemke (blind), der einmal gehörte Musikstücke nachspielen kann), Mathematik (dass etwa Rechnungen im Millionenbereich ohne jegliche Hilfsmittel durchgeführt werden können), Kunst (etwa Richard Wawro, der Gesehenes mit Wachskreiden detailgetreu nach wenigen Sekunden kurzer Betrachtung anfertigen konnte) oder auch im Bereich Sprache (wie etwa Emil Krebs (1867–1930), die 68 Sprachen perfekt in Wort und Schrift beherrschte und sich mit 111 Sprachen befasste).

Dazu möchte ich gerne folgenden Blog verlinken:
https://aspergerfrauen.wordpress.com/2013/06/05/autismus-und-welche-inselbegabung-haben-sie/

• Synästehesie:

Die Synästhesie bezeichnet hauptsächlich die Kopplung zweier oder mehrerer physisch getrennter Bereiche der Wahrnehmung, etwa Farbe und Temperatur.
Sie ist also die Vermischung der Sinne. So können einige Synästhesisten Geräusche schmecken, Gerüche in Farben sehen oder Klänge fühlen. Vereinzelt wird unterstellt, dass zu Autismus auch Synästhesie gehöre, aber das stimmt nicht. Es gibt zwar Autisten, die auch Synästhesisten sind, aber es gibt auch Synäthesisten, die eben keine Autisten sind.

Zur Synästhesie möchte ich gerne folgenden Artikel verlinken: http://www.wissen.de/synaesthesie-eine-ganz-besondere-form-der-wahrnehmung

• Das Rett-Syndrom:

Das Rett-Syndrom ist ein Gendefekt auf dem X-Chromosom. Die Erkrankung kann sehr unterschiedliche Verlaufsformen nehmen, von einer sehr leichten bis hin zu einer sehr schweren Ausprägung.

Hierbei gibt es jedoch auch Symptome, die sich auch bei Autismus beobachten lassen:

– Die sprachliche Entwicklung tritt verzögert auf oder bleibt in einem frühen Stadium stecken. Oft fehlt die Sprache völlig.
– Stereotypien der Hände: waschende Bewegungen in Brusthöhe oder im Niveau des Mundes. Rhythmische Bewegungen des Oberkörpers.
– Schlafstörungen

• Die desintegrative Störung

Bei der desintegrativen Störung des Kindesalters kommt es zu einem Verlust bzw. fortschreitenden Abbau der Sprache, der intellektuellen, der sozialen und kommunikativen Fähigkeiten der Kinder.

Die Diagnostik
Vor der Diagnostik auf Autismus sollten die Abgrenzungen wie etwa die Rett-Störung und die desintegrative Störung ausgeschlossen sein.

Die Untersuchung autistischer Kinder stützt sich auf mehrere Komponenten:

• Anamnese (medizinische Vorgeschichte)
• Verhaltensbeobachtung (idealerweise über einen längeren Zeitraum durch Bezugspersonen, also Eltern, Erzieher, Lehrer)
• Körperliche und neurologisch-psychiatrische Untersuchung
• Psychologische Untersuchung (in den Bereichen Wahrnehmung, Sozialverhalten, Sprache, Motorik und intellektuelle Fähigkeiten)
• Untersuchung mit den autismusspezifischen Tests

Die Diagnostik unterteilt sich in die Screening Phase und die Verdachtserhärtung.

Während der Screeningphase werden folgende Beobachtungs- und Fragebögen, sowie Beurteilungsskalen genutzt:

– DIBAS (der diagnostische beobachtungsbogen für Autismusspektrumsstörungen)
– FSK (der Fragebögen zur sozialen Kommunikation)
– SEAS-M (die Skala zur Erfassung von Autismusspektrumsstörungen bei Minderbegabten)
– MBAS (die Marburger Beurteilungsskala zum Asperger-Sndrom)

In der Verdachtserhärtung werden

– ADI-R ( das diagnostische Interview für Autismus – revidiert) und
– ADOS (die diagnostische Beobachtungsskala für autistische Störungen) genutzt.
Folgen andersartiger Wahrnehmung und Informationsverarbeitung:

• Sprachliche Informationen werden schlechter verarbeitet
• Kaum lernen über Nachahmung
• Reaktionen erfolgen verzögert
• Gelerntes wird nicht auf neue Situationen und Zusammenhänge übertragen
• Regeln und Erfahrungen werden nicht verallgemeinert
• Entscheidungen fallen schwer, vor allem wenn sie mit Einschätzungen zu tun haben
• Planungen und Ausführungen von Handlungsabläufen sind erschwert
• Zeitliche Orientierung und Zeitgefühl sind beeinträchtigt
• Räumliche Orientierung und räumliche Organisation sind erschwert
• Aufmerksamkeitsspanne ist häufig gering
• Fähigkeiten sind ungleich entwickelt

Vorrangiges, wesentliches kognitives Defizit: Die Art und Weise, wie das Gehirn Informationen verarbeitet und integriert.

Hier möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass Autisten dafür auch eine Vielzahl an Stärken haben, so etwa einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben, sehr ehrlich und loyal sind und es dadurch, dass sie keine Doppeldeutigkeiten verwenden, unnötig ist etwas in deren Aussagen zu interpretieren.

Overload, Shutdown und Meltdown

Erst mal möchte ich hierzu anmerken, dass die Begrifflichkeiten und wie sie sich äußern wissenschaftlich nicht anerkannt ist.

Der Overload (= Reizüberflutung, Überladung) ist das Zusammentreffen zu vieler Reize auf einen Autisten. Dabei kann es sich bei den Reizen um viele verschiedene Gerüche, visuelle Reize aber auch Geräusche handeln. Am einfachsten ist der sensorische Overload zu erklären. Dabei sieht sich der Autist vielen verschiedenen Geräuschen ausgesetzt, die er alle in derselben Intensität wahr nimmt – man stelle sich eine Situation in einem Cafe vor, in dem man alles gleich laut hört. Diese Geräuschkulisse führt dazu, dass der Autist nur noch ein ungefiltertes Geräuschgetöse wahrnimmt. Manche Autisten können sich durch Stimmings beruhigen und so einem Melt- oder Shutdown entgegen wirken, andere brauchen den Rückzug, damit sie nicht in einem Melt- oder Shutdown rutschen.

Erste Anzeichen für einen Overload sind:
• Das Zuhalten der Ohren in extremen Lärmsituationen
• Der Verlust von Aufmerksamkeit und Konzentration bis hin zur Handlungsunfähigkeit
• Eine innere Unruhe, welche sich durch einen erhöhten Bewegungsdrang äußert
• Kratzen am Kopf oder an den Armen
• Migräne ähnliche Kopfschmerzen
• Plötzlicher, scheinbar grundloser Rückzug
• Schimpfen, wiederholte, verbale Unmutsäußerungen, möglicherweise im Selbstgespräch
• Extreme Abwehrhaltung bei taktilen Reizen
• Lautes Schluchzen, begleitet von Zittern am ganzen Körper
Gegenmaßnahmen:
• Alleinsein
• Abstellen der Lärm bzw. Reizquellen
• Vermeidung oder Verlassen reizüberfluteter Situationen
• Vermeidung zusätzlicher Reize wie Berührungen (tröstendes Umarmen etc.)
• Rückzug in einen reizarmen, möglichst abgedunkelten Raum
• Rückzug in die eigene Welt oder in mich selbst (mentale Abwesenheit)
• Schlaf
Der Meltdown

Der Meltdown (= Kernschmelze, Wutausbruch) ist eine mögliche Folge eines Overloads. Dabei schreit der Autist, wirft mit Gegenständen, tritt um sich, wird autoaggressiv. Es ist der Versuch alle nicht kontrollierbaren Reize zu überdecken, es ist ein Akt der Verzweiflung, weil alles entgleitet.

Hier kann es nützlich sein, wenn dem Autisten eine Möglichkeit geboten ist seiner Wut freien Lauf zu lassen, die vielleicht im Vorfeld (ohne Auslöser und ohne Meltdown) eingeübt wurde. Möglichkeiten wären ein Wutkissen, ein Wutball, ein Raum, in dem der Autist schreien darf…

Den Autisten in dieser Situation anzufassen oder auf ihn einzureden sollte möglichst unterlassen werden, da dies einen zusätzlichen, für den Autisten nicht kontrollierbaren Reiz, darstellen würde!

Der Shutdown

Der Shutdown (= Abschalten, der Rückzug in sich selbst) äußert sich zum Beispiel durch weinen, wimmern, indem der Autist sich einrollt, klein macht, vielleicht die Decke über den Kopf zieht, kaum ansprechbar ist und vielleicht auch mit dem Oberkörper schaukelt. Viele Autisten nehmen Reize dann nur noch wie durch einen Schleier und sehr verlangsamt war.
Das Bedürfnis nach Nähe oder auch Distanz kann in dieser Situation sehr unterschiedlich beim Autisten sein und muss unbedingt respektiert werden.

Sowohl der Meltdown, als auch der Shutdown kosten Autisten enorme Kraftreserven und können dazu führen, dass der Autist noch ein paar Tage reizempfindlicher ist und viel Ruhe benötigt.

Ein paar Gedanken und Ideen zur Vorbeugung von kritischen Situationen:
– klare Strukturen im Alltag und entsprechende Zeitpläne entwickeln
– klare Absprachen treffen und auch einhalten
– Ruhepausen einplanen
– den Autisten nicht mit Zweideutigkeiten belasten, sondern sich eindeutig
verhalten und auch eindeutig sprechen (keine Ironie)
– Stereotypien nicht unterbrechen, wenn sie in stressigen Situationen wichtig für
die Selbststimulation sind
– selbst ab und zu genau hinhören, hinriechen, hinfühlen, um evtl. einige Reize, die
unnötig sind zu eliminieren (Radio, Fernseher, Tür zur Waschküche schließen –>
Waschmaschine, Terrassentür schließen –> Rasenmäher)
– ruhige Rückzugsmöglichkeit schaffen, evtl. mit weichen Matten

Quellen zu diesem Teil des Textes:

1. https://aspergerfrauen.wordpress.com/2010/03/08/reizueberflutung-und-ihre-folgen/
2. http://ellasblog.de/ellas-blog/herausforderndes-verhalten-overload-meltdown/

Folgerungen aus den möglichen Defiziten und Hilfsmöglichkeiten für den Autisten:

Im Bereich Sozialverhalten:

• Beobachten und einschätzen der sozialen Fähigkeiten in unterschiedlichen Situationszusammenhängen => bei Bedarf erklären, anleiten mit dem Autisten zusammen handeln
• Soziale Verhaltensweisen/Regeln verstehbar machen => logisch erklären
• Soziale Anforderungen individuell anpassen

Im Bereich Kommunikation:

• Sprache bewusst und reduziert einsetzten => kurze, klare Ansagen
• Individuelle Tagesform berücksichtigen!
• Vermeiden von Bildsprache, Ironie, Sarkasmus und Redewendungen
• Gebrauch von gleichen Begriffen in gleichen Situationen
• Einsatz von einfachen, deutlichen Gesten
• Gebrauch visueller Hilfen (zum Beispiel Bildkarten) in Verbindung mit gesprochener Sprache => Teacch

Im Bereich Verhalten:

• Vorhersehbarkeit schaffen, Tagespläne nutzen
• Veränderungen schrittweise einführen und erklären
• Sinnvolle Routinen aufbauen
• Hilfsmittel zur Verfügung stellen (Tagesplan als Beispiel)
• Angebote machen

Im Bereich Denken und Lernen:

• Gesamte Spannbreite von Fähigkeiten erheben
• Individuelle Tagesform berücksichtigen, geduldig sein
• Wichtige Informationen hervorheben; visuelle Klarheit
• Aufbau systematischer Handlungsstrategien
• Vorhersehbarkeit schaffen
• Auf Stärken und Interessen aufbauen
• Aufgaben visualisieren (da sprachliche Informationen schlechter verarbeitet und schneller vergessen werden)
• Ablenkungen verringern

Im Bereich Sinneswahrnehmung:

• Individuelle Tagesform berücksichtigen
• Ablenkungen verringern
• Wichtige Aspekte der Umwelt hervorheben (etwa beim Spaziergang mögliche Gefahrenstellen)
• Einen Rückzugsort schaffen

bei den exekutiven Funktionen:

• Planung und Kontrolle von Handlungen
• Problemlösestrategien entwickeln
• Mentale Repräsentation von handlungsschritten – Anfang, Übergang, Ende zusammen erarbeiten
• Impulse, Ablenkungen verringern

Im Bereich der zentralen Kohärenz:

• Einzelheiten im Ganzen aufzeigen
• Bedeutsames, zusammenhängendes Gefüge der Umwelt erstellen => bei einem Spaziergang etwa die verschieden Dinge, die einen umgeben benennen, da so ein Gesamtbild entstehen kann

Bezogen auf die Theory of mind:

• Bei allen sich bietenden Möglichkeiten die Emotionen, Handlungen, Absichten einer Person benennen, erklären warum

Therapien und vermeintliche Therapien bei Autismus

So unterschiedlich sich die Ausprägungen der autistischen Störung darstellen, so vielfältig und jeweils am einzelnen Menschen mit Autismus ausgerichtet müssen die pädagogischen und therapeutischen Ansätze sein. Durch gezielte autismusspezifische Förder- und Therapiemaßnahmen lässt sich in vielen Fällen eine deutliche Verbesserung der Symptomatik erreichen und die Lebensqualität sowohl für den autistischen Menschen als auch für seine Bezugspersonen steigern.

Sinnvolle Therapien bei Autismus:

• Die Logopädie

Die Logopädie beschäftigt sich in Theorie und Praxis mit Prävention, Beratung, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation, Lehre und Forschung auf den Gebieten der Stimme, Stimmstörungen und Stimmtherapie, des Sprechens, Sprechstörung und Sprechtherapie, der Sprache, Sprachstörung und Sprachtherapie sowie des Schluckens, Schluckstörung und Schlucktherapie.
Da sich Autismus auch durch verzögerte Sprache und andere Sprachstörungen (etwa das Vertauschen der Grammatik, Echolalie, also das nachsprechen, oder das falsche Verwenden von Du und ich) zeigen kann, ist eine Logopädie bei Autismus oft eine sinnvolle Therapie.

• Die Ergotherapie

Die Ergotherapie ist ein medizinisches Therapieverfahren, welches bei Störungen der Motorik und Sensomotorik, insbesondere im Rahmen neurologischer und orthopädischer Erkrankungen eingesetzt werden kann.
Die Ergotherapie begleitet, unterstützt und befähigt Menschen, die in ihren alltäglichen Fähigkeiten eingeschränkt, oder von Einschränkung bedroht sind. Diesen Menschen soll es ermöglicht werden für sie bedeutungsvolle Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer Umwelt durchführen zu können. Ziel der Ergotherapie ist es, Betätigung zu erreichen. Gleichzeitig wird Betätigung als therapeutisches Medium eingesetzt.
Hier sind besonders die beiden folgenden Therapieansätze sinnvoll:
– Die sensorischen Integrationstherapie, da Autismus immer auch mit einer Wahrnehmungsstörung in Form einer Informationsverarbeitungsstörung einhergeht, denn Reize besser zu verarbeiten soll bei diesem Therapieansatz erlernt werden
– Das Konzentrationstraining, da Autisten oft schnell ablenkbar sind. Das Hauptziel ist, die Selbststeuerung und die bewusste Aufmerksamkeitssteuerung zu trainieren.

• Die tiergestützte Therapie
„Tiergestützte Therapie“ umfasst bewusst geplante pädagogische, psychologische und sozialintegrative Angebote mit Tieren für Kinder, Jugendliche, Erwachsene wie Ältere mit kognitiven, sozial-emotionalen und motorischen Einschränkungen, Verhaltensstörungen und Förderschwerpunkten. Sie beinhaltet auch gesundheitsfördernde, präventive und rehabilitative Maßnahmen.

Allgemeine Ziele der tiergestützten Therapie sind
• die körperlichen, kognitiven und emotionalen Funktionen wiederherzustellen und zu erhalten,
• die Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Durchführung von Aktivitäten und Handlungen zu fördern,
• das Einbezogenseins in die jeweiligen Lebenssituation zu fördern und
• das subjektive Wohlbefinden zu verbessern.
Da bei Autismus oft die Schwierigkeit besteht Gefühle zu äußern, oft auch Gefühle zu erkennen, kann eine tiergestützte Therapie sinnvoll sein.
• TEACCH
Der TEACCH-Ansatz ist keine Therapieform, sondern ein störungsangepasstes pädagogisches Konzept, in dem der Schwerpunkt darauf liegt, die Reizvielfalt der Umwelt für das autistische Kind überschaubar und vorhersehbar zu strukturieren. Visualisierung, räumliche und zeitliche Hilfestellungen der Strukturierung, sollen Schwächen der autismusspezifischen Wahrnehmungsverarbeitung kompensieren, sodass die nach dem TEACCH-Konzept geförderten Kinder infolge besserer Vorhersehbarkeit weniger Frustrationen, dagegen mehr Erfolge erleben und bei der Bewältigung alltäglicher Abläufe unabhängiger werden.
TEACCH steht für „Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children“ (dt.: „Behandlung und pädagogische Förderung autistischer und in ähnlicher Weise kommunikationsbehinderter Kinder“).
Prinzipien des TEACCH-Programms:
• Verständnis der typischen Schwierigkeiten von Menschen mit Autismus
• Individuelle Diagnostik und Förderung
• Kooperation mit Eltern/Familien
• Optimierung der Fähigkeit, in seiner Lebenswelt zurechtzukommen
• Ganzheitlichkeit (Förderung sämtlicher Aspekte der Persönlichkeit)
• Kompetenzorientierung und Respekt vor Andersartigkeit
• Strukturierung, kognitive Ansätze und Verhaltenstheorie
Bei Teacch ist eines der wichtigsten Mittel der Hilfe für Autisten die Visualisierung über Tagespläne, Bildkarten und Beschriftungen.
Eine vermeintlich gute Therapie:
ABA (Applied Behavior Analysis)
ABA ist eine Konditionierung – es geht dabei darum, dass sich der Autist durch die „Therapie“ bestmöglich an seine Umgebung anpassen soll… es liest sich zwar erst mal gut, wenn positives Verhalten verstärkt wird (das tut man ja auch durch Lob) und das Kind sich dadurch später scheinbar besser zurecht finden soll, aber es wird oftmals auch negatives Verhalten bestraft, indem Dinge, die zur Belohnung dienen (etwa Sticker) bei schlechtem Verhalten wieder weg genommen werden und Spielsituationen werden vermehrt genutzt, um dabei auch positives Verhalten zu üben und schlechtes Verhalten zu minimieren, wobei es subjektiv entscheiden wird was schlechtes Verhalten ist – das kann auch stereotypes Verhalten (also das Widerholen einer bestimmten Handlung, durch die sich der Autist beruhigt) umfassen. ABA dient eher dazu die Bedürfnisse der Eltern zu befriedigen und wenig bis gar nicht dazu dem Autisten den Umgang mit seiner Außenwelt zu erleichtern. Bei ABA wird beispielsweise oft geübt, dass der Autist Blickkontakt halten muss, weil es unhöflich ist es nicht zu tun. Therapieeinheiten bei ABA sind bis zu 40 Stunden pro Woche und ein Freispiel gibt es kaum noch…
• Lernversuche und -erfolge sowie erwünschtes Verhalten werden unmittelbar verstärkt, wobei primäre Verstärker (z.B. Nahrungsmittel) und sekundäre Verstärker (z.B. Spielzeug) eingesetzt werden.
• Negatives Verhalten wird möglichst schon bevor es auftritt
verhindert. Sollte das einmal nicht gelingen, wird es abgebaut, z. B.
durch Ignorieren und Hinwendung zu erwünschtem Verhalten. (Im Gegensatz dazu wurde früher, in den Anfängen der ABA-Forschung, Fehlverhalten zunächst auch bestraft, weshalb das Verfahren von uninformierten Gegnern auch heute noch abgelehnt wird.)
Das Hauptziel von ABA ist, das Kind normal AUSSEHEN zu lassen.
Hierzu möchte ich gerne eine Notiz verlinken: https://www.facebook.com/notes/sabrina-stolzenberg/aba-7-oktober-2014-von-unstrangemind-in-uncategorized/841713972528063
Desweitern möchte ich hier auch gerne einen von vielen kritischen Blogs zu ABA verlinken: https://butterblumenland.wordpress.com/2014/06/24/warum-ich-aba-fur-falsch-halte/
Außerdem hier noch eine sehr gute und wichtige Stellungnahme zu ABA:
http://ellasblog.de/wp-content/uploads/2015/02/Stellungnahme-gegen-ABA.pdf
ABA hat muss man jedoch sagen eine gute Idee: Nämlich, dass positives Verhalten verstärkt wird (was auch bei Lob geschieht), dass aber eine Therpiestundenzahl von bis zu 40 Stunden eine immense Energie erfordert und das Kind schnell mit seinen Kraftreserven am Ende ist, muss sicher nicht weiter erläutert werden.
Vermeintliche Heilung von Autismus?
Erst mal zu dieser These: Autismus ist NICHT heilbar!!!
MMS (Miracle Mineral Supplement)

MMS enthält die Chemikalie Natriumchlorit ( (NAClO2) – nicht zu verwechseln mit Natriumchlorid, Kochsalz). Wird Natriumchlorit in Wasser gelöst und mit einer Säure (z.B. Zitronensäure, Fruchtsäure aus Säften oder Essig) vermischt, bildet sich das als „sehr giftig“, „ätzend“, „umweltgefährlich“ und „brandfördernd“ eingestufte Chlordioxid. Diese Substanz wird normalerweise als Desinfektionsmittel bei der industriellen Wasseraufbereitung und als Bleichmittel für Textilien eingesetzt. Jedoch wird MMs als vermeintliches Wundermittel unter der Bezeichnung Nahrungsergänzungsmittel vertrieben und kann angeblich unter anderem Krebs, ADHS und Autismus heilen. Chlordioxid wirkt auf Haut und Schleimhaut je nach Konzentration reizend bis ätzend. Die Anwendung kann zu erheblichen Gesundheitsgefahren führen. Die Behörden warnen vor schwerwiegenden Folgen durch die orale Einnahme dieser Tropfen: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Nierenversagen, schwere Darmschädigungen und Blutdruckabfall. Berichtet wird auch von einem Todesfall: So starb eine Frau innerhalb von 12 Stunden nach der Einnahme.
Hierzu möchte ich ebenfalls einen, der vielen kritischen Blogs dazu verlinken:
https://aspergerfrauen.wordpress.com/2013/06/12/autismus-weggeatzt/

Es gibt weiterhin noch die Tomatis-Therapie, zu der ich aber nicht sagen, ob es eine gute oder eine schlechte ist. Hier kann ich nur eine Seite dazu verlinken: http://www.tomatis.com/
Weiterhin gibt es noch dasTOMTASS – das Theory-of-Mind-Training bei Autismusspektrumstörungen

Prognose

Autismus ist eine lebenslange nicht heilbare tiefgreifende Entwicklungsstörung und entsteht wohl schon in einer frühen Phase der Schwangerschaft.

Einzelne Symptome können erfolgreich therapiert werden.

Es können deutliche Fortschritte bis zu einem annähernd „normalen“ Leben in unserer Gesellschaft erzielt werden.

Das vermeintlich „normale“ Leben bedeutet für viele Autisten oft ein starkes Maß an Anpassung, dass sehr viel Kraft erfordert und viel Kompensation bedeutet. Das bedeutet auch ein hohes Maß an Nacharbeit, denn dann muss der Autist erst mal wieder in „seiner Welt“ ankommen und Kraftreserven aufbauen. Daher ist es besser, wenn dies gar nicht notwendig ist – das wiederrum bedeutet, dass in vielen Fällen autistische Menschen allerdings auf lebenslange Hilfe angewiesen sind.

Die Störungsauswirkungen behindern vielfältig die Beziehungen zur Umwelt, die Teilnahme am Leben in der Gesellschaft und die Fähigkeit zur Eingliederung in die Gesellschaft: oftmals vorhandene Verhaltensauffälligkeiten können besonders für die Bezugspersonen im Alltag sehr belastend sein.

Lesenswerte Blogs zu Autismus:

Hier möchte ich ein paar lesenswerte Blogs verlinken:

https://laviolaine.wordpress.com/ ist ein Blog einer Autistin, die seit 2013 diagnostiziert ist und Mama ist
http://www.robotinabox.de/ ist ein Blog einer Autistin
https://gedankencocktails.wordpress.com/ ein Blog einer Asperger-Autistin
https://alexgedankenkotze.wordpress.com/ ein Blog einer Asperger-Autistin
https://mellissandra.wordpress.com/ der Blog einer Frau, die ADHS mit autistischen Zügen hat uns Mama eines ADHS-Mädchens ist
https://charlyschwarzer.wordpress.com/ ein Blog eines leider verstorbenen Autisten
https://butterblumenland.wordpress.com/eine-seite/ ein Blog einer Mama eines autistischen Jungen
https://quergedachtes.wordpress.com/ ist der Blog eines Autisten
https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ ein Blog eines Asperger-Autisten
https://erdlingskunde.wordpress.com/ ein Blog eines neurotypischen Mannes, der über Autismus schreibt
https://innerwelt.wordpress.com/ der Blog einer Asperger-Autistin
https://heutebinichanders.wordpress.com/ der Blog einer Asperger-Autistin
https://aspergerfrauen.wordpress.com/ der Blog einer leider verstorbenen Asperger-Autistin
http://ellasblog.de/blog/

Weitere Blogs findet man, wenn bei Google nach „Blogs von Autisten“ sucht, wobei es auch diverse Blogs gibt, die zwar auch hin und wieder von Autismus handeln, aber auch über andere Themen und nicht von Autisten geschrieben werden. In den einzelnen Blogs wird aber auch oft andere lesenswerte Blogs hingewiesen.

Quellen:

1. http://de.wikipedia.org/wiki/Autismus
2. http://de.wikipedia.org/wiki/Autismus#Formen_von_Autismus
3. http://www.onmeda.de/krankheiten/autismus-symptome-1534-4.html
4. w3.autismus.de/pages/startseite/denkschrift/was-sind-autistische-stoerungen/klassifikation-autistischer-stoerungen.php
5. http://www.autismus-online.de
6. Unterlagen einer Fachkraft der Lebenshilfe Herford, die bei der Erstellung diese Textes mitgewirkt hat
7. http://www.aerzteblatt.de/archiv/Eugen-Bleuler-Den-Menschen-hinter-der-Psychose-wiederfinden
8. https://www.uni-marburg.de/fb20/kjp/forschung/aut/ass/geschichte
9. http://www.adhs.de/index.html
10. http://flexikon.doccheck.com/de/Depression
11. http://www.apotheken-umschau.de/zwangserkrankungen
12. de.wikipedia.org/wiki/Tourette-Syndrom
13. http://www.tourette.de/wasist/fragen_antw.shtml
14. http://www.onmeda.de/krankheiten/tic_tourette_syndrom-symptome-1524-4.html
15. Flexikon.doccheck.com/de/Geistige_Behinderung
16. http://www.apotheken-umschau.de/phobien
17. http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Phobien
18. http://de.wikipedia.org/wiki/inselbegabung
19. de.wikipedia.org/wiki/Synästhesie
20. symptomat.de/Rett-syndrom
21. de.wikipedia.org/wiki/Rett-Syndrom
22. https://www.uni-marburg.de/fb20/kjp/forschung/aut/ass/tes/desintegr
23. http://www.onmeda.de/krankheiten/fragiles_x_syndrom-definition-1561-2.html
24. cms.igfrax.de/familien/was-ist-fragiles-x-2/
25. de. Wikipedia.org/wiki/Tuberöse_sklerose
26. w3.autismus.de/pages/startseite/denkschrift/diagnostik.php
27. https://aspergerfrauen.wordpress.com/2010/03/08/reizueberflutung-und-ihre-folgen/
28. http://ellasblog.de/ellas-blog/herausforderndes-verhalten-overload-meltdown/
29. https://www.online-logopaedie.de/logopaedie.html
30. http://flexikon.doccheck.com/de/Ergotherapie
31. http://www.ergovitas.de/ergotherapie/was-ist-ergotherapie/
32. http://www.ergotherapie.org/2010/10/sensorische-integrationstherapie/
33. http://www.ergotherapie.org/2010/10/konzentrationstraining
34. http://www.esaat.org/definition-tiergestuetzter-therapie/
35. http://www.autismushamburg.de/teacch.html
36. http://w3.autismus.de/pages/startseite/denkschrift/therapie-und-frFChF6orderung/therapieverfahren.php
37. http:// www .autismushamburg .de/ aba.html (Hierzu möchte ich anmerken, dass ich diese Quelle nur ungerne anführe, aber sie muss angegeben werden*)
38. http://www.vz-nrw.de/mms

*Der in ( ) gesetzte Beitrag ist ein persönlicher Nachtrag meinerseits / den direkten Link zur Seite habe ich durch Leerzeichen entfernt, da ich niemanden auf direkten Wege dort hinführen werde!

© S. Stolzenberg

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Published in: on 2. April 2015 at 09:59  Schreibe einen Kommentar  

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