Muttizeit

Alle Eltern wünschen sich mal Zeit für sich – nicht für das Kind, nicht für den Haushalt, nicht für den Partner. Einfach Zeit für sich selber als Mann oder Frau, wobei ich in diesem Text, weil ich mich da besser rein denken kann eher über die Muttis schreibe.

Jede Mama ist froh, wenn sie mal die Beine hoch legen und nichts tun oder sich mit einer Freundin treffen, einem Hobby nachgehen oder einfach mal ein gutes Buch lesen kann ohne etwas für jemand anderen tun zu müssen.
Doch wann machen Mamas das?
Erst mal müssen die Kinder für Kindergarten/Schule fertig gemacht und gebracht werden, dann möchte der Haushalt erledigt werden, Termine eingehalten werden, Behördengänge gemacht werden. Viele Mütter gehen dann noch „nebenbei“ arbeiten. Dann möchte das Mittagessen gemacht werden und dann sind der Mann und die Kinder wieder da und es abends möchte der Mann dann Zeit als Paar verbringen. Völlig verständlich soweit.
Wo aber bleibt dann Mutis Freizeit?

Logisch also, dass Mama sich dann auch mal freut, wenn sie Zeit hat und der Mann und das Kind nicht da sind oder? Sollte man meinen….

Noch mal spezieller: Mama, Papa, behindertes Kind. Viel mehr Termine bei Behörden und Ärzten, vielleicht noch Therapien, wenn diese nicht in Kindergarten/Schule gemacht werden. Dazu dann noch wenig bis keine Unterstützung durch die „liebe Familie“, die sich in den meisten Fällen zumindest zum Teil von der Familie isoliert, weil man mit dem behinderten Kind nicht zurechtkommt.
Das Kind hat aber eine Pflegestufe und dadurch besteht die Möglichkeit über Vehinderungspflege und/oder die zusätzlichen Betreuungsleistungen eine Betreuung des Kindes (im ersten Fall durch Bekannte, Freunde, Fachkräfte, im zweiten Fall nur durch Fachkräfte) zu nutzen. Das Kind wird „unterhalten“ durch kleine Ausflüge, Spaziergänge, Spielzeit und Mutti muss sich keine Sorgen machen. Dadurch entsteht Zeit als Paar, die man sonst in dem Umfang nicht hat. Mutii kann dies aber auch nutzen, wenn der Mann (arbeitsbedingt, weil er sich mit Freunden trifft,…) nutzen, um mal Zeit für sich zu haben.

Was tut Mutti nun? Etwas unternehmen, einem Hobby nachgehen oder einfach mal gar nichts?

In den meisten Fällen erfahrungsgemäß nicht. Aus eigener Erfahrung und beim mitlesen in diversen Gruppen eines sozialen Netzwerks ist es scheinbar eher so, dass Mama diese Zeit, die sie für sich nutzen könnte (und sollte!) dazu nutzt Behördengänge, Arzttermine,… einzuhalten, den Haushalt zu erledigen, aufzuräumen oder Dinge zu erledigen, die sie schon länger vor sich herschiebt. Zeit für sich als Frau wird eher mal dazwischen geschoben. Mal ein paar Stunden im Vormittag oder spät abends, wenn alle anderen im Bett liegen und schlafen. Den meisten Mamas scheint es an Schlaf zu mangeln, aber dann kann man mal nur Frau sein und nicht Frau von, Mama von, Hausfrau, Arbeitnehmerin,… oder auch mal in den Morgenstunden, wenn der Haushalt soweit erledigt ist, keine Termine anstehen und man mal ein paar Minuten Zeit hat wo keiner was will.

Es scheint eher die Regel zu gelten je seltener eine Mama Zeit nur für sich hat umso geringer die Wahrscheinlichkeit, dass sie diese auch für sich nutzt und mal den Haushalt sein lässt, Termine vielleicht verschiebt und den Papierkramm einfach in der Ecke liegen lässt.

Und dennoch lesen sich diese Mamas (und davon kann ich mich zumindest nicht immer ausnehmen) so, dass sie eigentlich gerne mal etwas mehr Zeit für sich hätten, haben aber scheinbar einen Anspruch an sich selber diese Dinge zu erledigen.

Warum aber das ganze?

Wir sollten lernen wieder mehr auf unsere Bedürfnisse zu achten, uns Zeit zu nehmen, unseren Hobbys nach gehen und dankbar sein, dass man unsere diese Möglichkeit gibt.

Darum: Nutzt diese Zeit wirklich für Euch ohne Euch über eventuelle Verpflichtungen Gedanken zu machen. Lest ein gutes Buch, schaut einen tollen Film, geht spazieren, geht einem Hobby nach oder geht zum Frisör, zur Massage,…. Seit einfach mal nur Frau und nichts anderes – ihr habt viel zu viel Zeit, in der ihr so viel zu erledigen oder für andere da zu sein habt!

© S. Stolzenberg

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Published in: on 12. Juli 2015 at 00:41  Comments (2)  

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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Wirklich toll geschrieben und es trifft den Nagel auf den Kopf 👍👏👏👏

    • Danke schön Kathi :-). Ich habe das selber auch schon des öfteren bei mir bemerkt und abrite daran wirklich mehr Zeit auch nur für mich zu untzen und da kam mir der Gedanke diesen Blog zu schreiben ;-). LG Sabrina


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