Unzufriedenheit, Unsicherheit, Angst

Warum dieser Post?

Es beschäftigt mich, dass es immer mehr Menschen gibt, die gegen Flüchtlinge hetzten, die fordern die Grenzen zu schließen und keine Flüchtlinge mehr in „unser Land“ zu lassen, die meinen man müsse sich erst mal um die Menschen in „unserem Land“ kümmern und zudem gibt es immer mehr Straftaten gegen vermeintliche Flüchtlinge. Menschen mit Migrationshintergrund werden angepöbelt oder sogar Opfer von Gewalttaten. Doch warum?

Es gibt diverse Gründe so zu denken und zu handeln.

Viele Menschen sind unzufrieden mit der aktuellen Politik, haben Zukunftsängste und sind perspektivlos. Sie sind arbeitslos oder Geringverdiener, müssen vielleicht ergänzt Leistungen des Staates beziehen oder mehreren Jobs nachgehen, um „über die Runden“ zu kommen. Da könnte es Sinn machen zu glauben, dass Flüchtlinge Arbeitsstellen weg nehmen könnten. Doch realistisch betrachtet macht es wenig Sinn, da diese Menschen hier hin kommen, weil sie Angst um ihr Leben haben, weil sie in Sicherheit sein möchten und hier erst mal ankommen, die Sprache sprechen lernen und Anträge stellen müssen, die wiederum erst mal genehmigt werden müssen, bevor eine Chance besteht, dass diese Menschen hier arbeiten können.

Viele Menschen werden sicher auch unsicher sein, in wie fern kulturelle Eigenheiten der Flüchtlinge integriert werden könnten oder ob sich durch den hohen Zustrom Parallelgesellschaften bilden könnten, aber selbst wenn dies geschehen würde – was wäre daran so schlimm?

Ein Hauptargument dieser Menschen ist vermutlich die Angst. Angst vor gewalttätigen Menschen, die die Grenzen anderer nicht respektieren, die klauen und auch vor sexuellen Übergriffen nicht halt machen, vielleicht sogar Terroristen sind.
Das diese Möglichkeit besteht ist natürlich nicht von der Hand zu weisen und es macht Angst, wenn man bedenkt, dass man selbst Opfer eines Diebstahls oder eines sexuellen Übergriffs werden könnte. Schlimmer noch die Überlegung man könnte selbst einen terroristischen Akt miterleben oder bei einem solchen sterben.

Ja das macht auch mir Angst.

 

Mir macht es Angst und es macht mich sehr betroffen wenn ich von vielen dutzend Übergriffen an einem Abend in einer Stadt an einem Ort lese, mich macht es betroffen und wütend, aber es macht mir auch Angst, wenn ich von Anschlägen lese, die sich seit Beginn des Jahres 2015 im Vergleich zu den Vorjahren vervielfacht haben (siehedazu:https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Terroranschl%C3%A4gen) und es macht mir Angst wenn ich überlege wie viele Menschen mit einer solchen Gesinnung unter den Flüchtlingen sein könnten.

Aber es macht mir noch mehr Angst, wenn wegen solcher Taten generell gegen jeden Flüchtling gehetzt wird, wenn zu Straftaten aufgerufen wird und wenn Menschen es lieber hinnehmen, dass Flüchtlinge verhungern, erfrieren oder im Meer ertrinken, als zuzusehen wie weitere aufgenommen werden. In diesen Momenten, wenn ich davon lese (denn in meinem direkten Umfeld gibt es solche Gedanken zum Glück kaum, so dass ich eher davon lese), bin ich dankbar für unseren Sohn, der völlig vorurteilsfrei auf andere Menschen zugeht, der jeden Menschen gleich behandelt und noch nicht von Vorurteilen und Ängsten in sein Handeln bestimmt wird. Es macht mir Angst, dass zunehmend Menschlichkeit in unserer Gesellschaft zum Fremdwort wird und es macht mir Angst, wenn eine Partei wie die AfD so viele Stimmen bei einer Wahl erhält.

 

Vielleicht sollten wir uns unsere Kinder wieder öfter zum Vorbild nehmen und offener auf andere Menschen zugehen…

© S. Stolzenberg

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Published in: on 22. März 2016 at 23:22  Schreibe einen Kommentar  

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