Schade…

Das Thema dieses Blogs ist das elterliche Engagement in der Schule.

Wie jedes Jahr gab es auch diese Jahr wieder wenige Wochen nach dem Ende der Sommerferien die erste Schulpflegschaftssitzung des Schuljahres, zu der alle Eltern der Schule herzlich eingeladen, wobei anzumerken ist, dass der Zeitrahmen 19 Uhr bis 21 Uhr, wenn man nicht gewählt wird, ansonsten bis ca. 21.30 Uhr natürlich etwas ungünstig liegt. Dieses Jahr waren von unserer Klasse fast alle Eltern anwesend, bei vielen anderen Eltern, die noch im Vorjahr da waren, stellte ich aber fest, dass diese nicht gekommen waren, wie auch einige andere Eltern, die ich von der Schule kenne. Und wie jedes Jahr wollte natürlich erst mal niemand Klassenpflegschaftsvorsitzender und/oder dessen Vertreter werden (ich wurde die Vertretung), obwohl das eigentlich „nur“ bedeutet ein- bis dreimal im Jahr (im Durchschnitt) an einem Abend in die Schule zu fahren, um verschieden Themen zu besprechen.

Ein Amt das keiner haben möchte, aber jeder hat Ansprüche an die Schule, die Lehrer, die Gestaltung des Unterrichts, das Essen der Kinder,… und das wird dann nur weiter getragen, obwohl gerade ein solcher Posten die beste Möglichkeit bietet sich aktiv einzubringen, Lösungen zu finden, Kritik und Lob anzubringen, Themen für Elternabende zu besprechen. Und trotzdem sind es oft die Personen, die schon mal gewählt wurden, die man im nächsten Jahr wieder sieht – fast genau so stellt es sich auch dieses Jahr wieder dar. Und dennoch wollen viele Eltern vieles ändern, sich aber nicht einbringen. Warum? Weil man öfter mal zur Schule fahren „muss“ oder weil man an dem ersten Abend etwas länger in der Schule verbringt? Beantworten konnte mir die Frage noch keiner.

Ich hatte für mich bereits im Vorfeld des Abends entscheiden, dass es zwar für mich an sich ok wäre gewählt zu werden, ich aber nicht bei jeder Sitzung in der Schule anwesend sein könnte, weil ich einfach kein Auto habe und damit schlecht zur Schule (zwei Orte weiter) abends hin kommen kann. Ich wurde Vertreterin und unsere Klassenpflegschaftsvorsitzende, die letztes Jahr meine Vertretung war, fährt, wie auch letztes Jahr schon, zu diesen Terminen, informiert mich was da besprochen wurde und alles an Schriftstücken für die Klasse, die Lehrer,.. formuliere ich.

Damit haben wir aber auch die Chance und die Möglichkeit aktiv etwas zu ändern (als wäre das an der Schule nötig) und diese Möglichkeit haben alle anderen nicht in dem Maße…

Heute war dann aber auch noch das Herbstfest, dass nicht nur zur „Unterhaltung“ der Kinder dient, Dinge zum Kauf anbietet (Herbstdeko unter anderem), sondern auch eine Möglichkeit des Austauschs, des Kontakts darstellt. Hier ist aber die Hilfe der Eltern erforderlich, damit das gelingt und im Gegensatz zum Vorjahr gab es dieses mal nur  vier Stationen zu besetzten. Den Pendeldienst, wo ein Bus von Standort A zur Schule und wieder zurück gefahren wird, ein Grillstand, ein Getränkestand und die Cafeteria, da alles andere von den Lehrern und FSJlern übernommen wird (letztes Jahr waren das deutlich mehr Stationen). Eltern und ältere Schüler, die diese Stationen besetzten könnten (und der Erlös kommt ja den Kindern zugute) gäbe es genug. Und dennoch waren wieder nicht alle Stationen die ganzen vier Stunden voll besetzt. 😦  Ich finde das sehr schade, da es für unsere Kinder ist und eine tolle Möglichkeit zum Kontakt nicht genutzt wird – wann sonst kann zu so vielen anderen Eltern Kontakt haben und sich mal austauschen? Mein Mann und ich haben letztes Jahr bereits eine Stunde am Getränkestand geholfen, gemerkt wie viel Spaß das macht und wie viele interessante Kontakte man knüpfen kann und deswegen haben wir dieses Jahr die ganzen vier Stunden am Getränkestand geholfen – in der letzten Stunde mit einem Vater einer Klassenkameradin unseres Schatzes und dessen Kindern – die das übrigens ganz super gemacht haben – und es war zwar auch anstrengend und ging vor allem auch in die Waden so lange zu stehen, aber es hat auch viel Spaß gemacht und wir haben wieder tolle Gespräche führen dürfen.

Ich würde mir wünschen, dass Eltern die so hohe Anforderungen an eine Schule setzten sich dann auch mal bereit erklären würden sich etwas mehr einzubringen. Man muss ja nicht direkt alles machen, aber mal hier und da ein bißchen sollte schon machbar sein, besonders dann wenn man sehr zufrieden mit der Schule ist (wie es an unserer bei den meisten Eltern der Fall ist)….

© S.Stolzenberg

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Published in: on 17. September 2016 at 23:26  Comments (2)  

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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Solche Erfahrungen habe ich mit meiner Frau auch schon sammeln „dürfen“. Das Problem ist wirklich, dass ALLE etwas bewegen wollen, aber zu wenige Taten ergreifen. Traurig eigentlich! Wenn in Summe auch ALLE mit anpacken würden, dann wäre es an solchen Veranstaltungen oder Organisationen für jeden auch nur ein KLEINES Stück zu tun. Arbeit kann es nicht sein, zumindest definiere ich etwas für meine Kinder tun nicht als Arbeit… Toller Beitrag!!! 🙂

    • Danke elternkiste 🙂 Ja man könnte es leicht zusammen schaffen, aber dafür wäre es nötig, dass sich mehr Eltern einbringen…


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