Das pauschale Verurteilen eines Menschen

Ich lese leider sehr oft in den diversen Gruppen in Facebook, wo ich sehr aktiv bin, dass behinderte Kinder – im besonderen mit einer geistigen Behinderung, AD(H)S und/oder Autismus – wegen bestimmter, für Außenstehende nicht nachvollziehbarer Verhaltensweisen, als schlecht erzogen, frech, dumm, böse seien und man oft auch „gesunde“ Regelkinder, die Geschwisterkinder sind bevorzugt behandelt, meist aber nicht mal von Fremden, wie man es meinen könnte, sondern leider überwiegend von Familienmitgliedern (oft der älteren Genration) und dazu möchte ich heute mal etwas schreiben….

Ich verstehe durchaus, dass es für viele Menschen, die sich nicht mit den Behinderungen beschäftigt haben, sich nicht oder nur sehr wenig informiert haben und einige Verhaltensweisen dann durchaus nicht verstanden werden oder sogar als frech, aufmüpfig,.. verstanden werden könnten. Ich kann auch durchaus nachvollziehen, wenn dann das Kind darauf angesprochen wird und man diese Handlung (hauen, treten, weinen, schreien als Beispiele) kritisiert und erklären möchte warum ein solches Verhalten als unangemessen und frech empfunden wird. Ich kann es ebenfalls verstehen, dass es eine Überforderungshandlung sein kann, wenn ein Kind für eine als unangemessen empfundene Handlung kritisiert wird, aber ich kann es nicht verstehen, wenn deswegen der gesamte Mensch abgewertet wird. Ein Kind, das sich (scheinbar) frech, böse, dumm,… verhält, ist es deswegen nicht!

Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen und auch daran sollte in der Situation gedacht werden, natürlich darf ein hauen nicht einfach abgetan werden und eine Diagnose kann und sollte auch nicht ein solches Verhalten entschuldigen, aber es kann dieses Verhalten erklären und man sollte dann zwar darauf angemessen reagieren, aber der Persönlichkeit des Kindes entsprechend. Man sollte nicht direkt sanktionieren, sondern erst mal erklären warum man nicht so handeln darf und bei bewusster (nicht diagnoseabhängiger) Wiederholung sollte es zu einer Konsequenz kommen.

Wir alle machen Fehler, reagieren mal über oder verhalten uns unschön, möchten dann aber auch nicht umgehend als Arschloch, dumm, böse,.. dargestellt werden, sondern lieber kritisch darauf hingewiesen werden, dass man überreagiert, sich falsch, übertrieben, unpassend verhalten hat – vielleicht noch mit einem Hinweis wie man es hätte besser machen können.

Warum wird dann gerne bei Kindern – im speziellen mit einem Handicap – so schnell pauschal verurteilt? Sind diese Kinder weniger wert? Haben diese Kinder nicht dieselben Rechte, wie jeder andere?

Das besonders schlimme daran ist aber, dass die Eltern, die aufklären, erklären, Beweggründe näher bringen, informieren oftmals nicht ernst genommen werden, Diagnosen als falsch dargestellt werden und Aufklärung nicht nutzt, sondern diese Kinder weiterhin pauschal verurteilt werden.

Traurig, dass Menschen Rechte für sich einfordern, diese aber nicht auch auf andere anwenden…..

© S. Stolzenberg

Das erste bewusst wahrgenommene Weihnachtsfest oder auch Weihnachten (fast) ohne Stress

Schon in der Vorweihnachtszeit konnten wir feststellen, dass unser Wirbelwind dieses Jahr Weihnachten sehr viel bewusster wahr nehmen würde, als in den letzten Jahren, da er nicht nur täglich darauf bestand seine Türchen vom Adventskalender zu öffnen, sondern auch spätestens nach Nikolaus täglich fragte wann denn nun endlich Weihnachten sei und er seine Geschenke bekommen würde. Anfangs konnten wir das nur mit Hilfe des Kalenders zeigen, später reichte es dann, wenn wir antworten wie oft er noch schlafen müsste und er zählte dann auch immer mit. Je näher Weihnachten kam, umso nervöser und aufgeregter wurde unser Wilder, aber er wollte dieses Jahr auch zum ersten mal einen Brief an den Weihnachtsmann schreiben, indem er sich aber nicht „nur“ seine Geschenke wünscht, sondern auch, dass es allen Familienmitgliedern gut gehen sollte und einem Familienmitglied im speziellen vom Weihnachtsmann geholfen werde sollte, dem es leider schon länger (alter- und krankheitsbedingt9 nicht mehr so gut geht…..er bekam auch eine (leider standardisierte)  Antwort, die wir ihm aufgehoben haben in seinem Erinnerungsbuch.

 

Es dauerte ihm viel zu lange, doch nach langem warten, war dann endlich Weihnachten und es musste „nur“ noch die aufregende Wartezeit bis zum Heiligabend geschafft werden, in der wir viel spielten, meine Oma besuchten und schon mal das Essen kochten, während unser Wilder fernsah.

 

Dann war es endlich soweit und der Weihnachtsmann war da und unser süßer Wildfang war ganz aufgeregt und nervös, konnte kaum auf seinem Stuhl sitzen bleiben, rückversicherte sich immer wieder bei Papa und Mama, hörte dem Weihnachtsmann aber auch ganz gespannt zu. Als dieser unserem Süßen erklärte, dass wir zusammen noch daran arbeiten müssten, dass er bei Müdigkeit nicht so übermäßig albern wird, wurde er sehr ruhig und war angespannt, freute sich dann aber umso mehr, als der Weihnachtsmann ihn dafür lobte wie hilfsbereit, freundlich, fröhlich, mitfühlend, rücksichtsvoll,….. er ist und war auch etwas stolz auf sich und versprach dem Weihnachtsmann, mit dem er auch ein Foto machen durfte mit dem auspacken der Geschenke zu warten, bis der Weihnachtsmann wieder weg sei. Er war dann nur ein wenig enttäuscht, weil er die Rentiere nicht sehen konnte, die laut Weihnachtsmann aber vor der Stadt standen. Er war dann aber erst mal hungrig, so dass wir erst aßen und er dann erst seine Weihnachtsgeschenke vom Weihnachtsmann, den beiden Wichteln und seiner FUD-Fee auspackte. Er freute sich über jedes einzelne Geschenk ganz doll und kam aus dem Staunen gar nicht heraus – da merkten wir, dass er es zum ersten Mal richtig bewusst erlebte 🙂 ♥ .  Er sagte nur noch „wie cool“, „super“ und bei den ganz besonders tollen Geschenken (auch jeweils einem von seinen Wichteln) „ich kann es kaum fassen“♥. Er war ein absolut glückliches Kind, das einfach nur strahlte und sein Glück kaum fassen konnte. Er bestand dann aber auch darauf, dass Papa und Mama seine aus der Schule mitgebachten und selbst gekauften  Geschenke auspacken sollte. Er war ganz stolz, dass wir uns so sehr über seine Geschenke freuten du ihm auch für eines davon (ein Bild) versprachen dafür einen Ehrenplatz zu finden. Unser Süßer wollte dann noch ein bisschen kuscheln und knutschen, sagte uns wie sehr er uns lieb hätte und bedankte sich für den wunderschönen Tag. ♥ ♥ ♥

 

Es war einfach nur ein schöner, glücklicher, fantastischer Tag, der uns alle mit Freude erfüllt hat ♥ ♥ ♥.

 

Der erste Weihnachtstag war für uns alle etwas stressiger, aber dennoch auch sehr schön. Zum Frühstück kam eine unserer Nichten und ihre Mutter, die sehr schöne Geschenke für unseren Wilden hatten. Hier hat sich unser Schatz aber weniger über die Geschenke gefreut, sondern viel mehr mit seiner Cousine in seinem Zimmer spielen zu können, weil er sie gerne öfter sehen würde und sie als seine Freundin betrachtet. Er war dann auch sehr froh, dass sie seiner Bitte nachkam und wollte die beiden am liebsten gar nicht gehen lassen 😀 .  Dann durfte er ein wenig ausruhen, während Papa und Mama das Mittagessen machten und schon der nächste Besuch da war, nämlich meine Oma und meine Eltern, wobei sich unser Süßer nach dem Essen trotz der Freude über den Besuch erst mal zurück zog. Wir quatschten dann ein wenig, bevor unser Junior die Geschenke auspacken durfte, denen gegenüber er aber diesmal skeptisch war, weil er sich noch nicht kennt. Er zog sich dann aber schnell wieder zurück in sein Zimmer und blieb auch dort, während wir uns noch sehr schön unterhielten. Als unser Besuch ging, verabschiedete sich unser Schatz kurz, ging wieder in sein  Zimmer, bis es Abendessen gab und wollte dann nur noch ins Bett, weil der Tag für ihn auch anstrengend war, weil er viele liebe Menschen gesehen hatte, was positiver Stress bedeutet.

 

Und dann konnten wir wieder einen Tag gemütlich und ruhig beginnen, der aber leider später sehr unschön wurde….

Wir machten mittags nämlich noch einen weiteren Weihnachtsbesuch, wobei ich hier unter anderem aus einem gewissen Respekt der Peron gegenüber nicht ausführen werde, in welchem Verhältnis sie zu uns steht, aber so viel sei gesagt: Es ist zwischen der Person, meinem Mann und mir ein schwieriges Verhältnis aus unterschiedlichen Gründen, dass sicher mit dazu beigetragen hat was sich ereignete….

Wir wollten mittags den Besuch machen und unser Junior, der etwas müde war, freute sich auch sehr darauf. Dort angekommen sollte er seine Geschenke auspacken, was aber nach einem Einwand meinerseits auf später am Tag vertagt wurde und unser Wirbelwind fragte nach seinem Tablet, dass wir immer dorthin mitnehmen, weil es eine Umgebung ist, in der unser Schatz nicht so aktiv und in Bewegung sein kann, wie er es gerne wäre, was natürlich für jedes Kind anstrengend ist. Mit seinem Tablet hat er dort aber auch etwas zu tun und das ist nicht so anstrengend. Die Person verneinte dieses, aber wir gaben unserem Schatz das Tablet, damit er ruhiger werden könnte. Später gingen wir in einen anderen Bereich der Umgebung und unser Schatz packte seine Geschenke aus, die ihn aber wegen seiner Müdigkeit weniger interessierten uns spielte dann mit dem Handy meines Mannes, weil es mit dem Tablet nicht so klappte, wie unser Wirbelwind das gerne wollte…

Als wir uns auf den Heimweg machen wollten, bat ich unser Wilden das Handy auszumachen und er war wütend, weil er es nicht verstanden hatte, dass wir uns auf den Weg machen wollten, weshalb er (aus Überforderung) nach mir haute. Ich schimpfte mit ihm und als er sich seine Schuhe anzog, streckte mir unser kleiner Frechdachs seine Zunge raus, woraufhin ihn die Person als „Bösen Jungen“ bezeichnete :‘-( :-O .  Wir gingen mit unserem Süßen dann ein bisschen aus der Situation und er erklärte in dieser Umgebung zu feiern bedeute für ihn Stress, er wolle demnächst in einer anderen Räumlichkeit feiern und entschuldigte sich, nachdem ich ihm erklärte, dass er dennoch nicht hauen darf. Er hatte sich geärgert, dass er das er das Handy ausmachen sollte, weil er nicht mitbekommen hatte, dass wir nach Hause fahren wollten, Auch im Gespräch mit meinem Mann blieb die Person aber der Meinung unser Schatz sei böse und man könne nicht alles mit seinem Autismus entschuldigen, ohne sich je wirklich informiert zu haben. Natürlich kann man auch nicht jedes Verhalten damit entschuldigen, dass er Autist ist, aber das tun wir auch nicht – es erklärt aber sein Verhalten und darauf sollte man reagieren…

 

Den gesamten Heimweg über war unser Süßer sehr traurig du wir erklärten ihm zu Hause, dass diese Person ihn nicht so gut kennt, und darum etwas so gemeines gesagt hat, aber der Weihnachtsmann ihn ja öfter beobachtet und ihm gesagt, dass er ein lieber Junge ist und Papa und Mama das auch wissen, wodurch er zumindest nicht mehr so traurig war wie zuvor….

 

Weihnachten begann also sehr schön, sehr fröhlich und stressfrei, endete aber (zumindest für unseren Süßen) leider mit Stress, Anspannung, Traurigkeit und dadurch sehr unschön. Es wird nun aber einiges an Aufklärungs(sversuchen) der Person gegenüber geben, ein Gespräch im nächsten an einem anderen Ort zu feiern, damit sich unser Schatz auch mal zurück ziehen kann und sollte diese Person nicht bereit sei auf ihn einzugehen auch die Konsequenz, dass sie ihn weniger sehen wird…(was ich nur ungerne so umsetzten würde).

© S. Stolzenberg

Schade…

Das Thema dieses Blogs ist das elterliche Engagement in der Schule.

Wie jedes Jahr gab es auch diese Jahr wieder wenige Wochen nach dem Ende der Sommerferien die erste Schulpflegschaftssitzung des Schuljahres, zu der alle Eltern der Schule herzlich eingeladen, wobei anzumerken ist, dass der Zeitrahmen 19 Uhr bis 21 Uhr, wenn man nicht gewählt wird, ansonsten bis ca. 21.30 Uhr natürlich etwas ungünstig liegt. Dieses Jahr waren von unserer Klasse fast alle Eltern anwesend, bei vielen anderen Eltern, die noch im Vorjahr da waren, stellte ich aber fest, dass diese nicht gekommen waren, wie auch einige andere Eltern, die ich von der Schule kenne. Und wie jedes Jahr wollte natürlich erst mal niemand Klassenpflegschaftsvorsitzender und/oder dessen Vertreter werden (ich wurde die Vertretung), obwohl das eigentlich „nur“ bedeutet ein- bis dreimal im Jahr (im Durchschnitt) an einem Abend in die Schule zu fahren, um verschieden Themen zu besprechen.

Ein Amt das keiner haben möchte, aber jeder hat Ansprüche an die Schule, die Lehrer, die Gestaltung des Unterrichts, das Essen der Kinder,… und das wird dann nur weiter getragen, obwohl gerade ein solcher Posten die beste Möglichkeit bietet sich aktiv einzubringen, Lösungen zu finden, Kritik und Lob anzubringen, Themen für Elternabende zu besprechen. Und trotzdem sind es oft die Personen, die schon mal gewählt wurden, die man im nächsten Jahr wieder sieht – fast genau so stellt es sich auch dieses Jahr wieder dar. Und dennoch wollen viele Eltern vieles ändern, sich aber nicht einbringen. Warum? Weil man öfter mal zur Schule fahren „muss“ oder weil man an dem ersten Abend etwas länger in der Schule verbringt? Beantworten konnte mir die Frage noch keiner.

Ich hatte für mich bereits im Vorfeld des Abends entscheiden, dass es zwar für mich an sich ok wäre gewählt zu werden, ich aber nicht bei jeder Sitzung in der Schule anwesend sein könnte, weil ich einfach kein Auto habe und damit schlecht zur Schule (zwei Orte weiter) abends hin kommen kann. Ich wurde Vertreterin und unsere Klassenpflegschaftsvorsitzende, die letztes Jahr meine Vertretung war, fährt, wie auch letztes Jahr schon, zu diesen Terminen, informiert mich was da besprochen wurde und alles an Schriftstücken für die Klasse, die Lehrer,.. formuliere ich.

Damit haben wir aber auch die Chance und die Möglichkeit aktiv etwas zu ändern (als wäre das an der Schule nötig) und diese Möglichkeit haben alle anderen nicht in dem Maße…

Heute war dann aber auch noch das Herbstfest, dass nicht nur zur „Unterhaltung“ der Kinder dient, Dinge zum Kauf anbietet (Herbstdeko unter anderem), sondern auch eine Möglichkeit des Austauschs, des Kontakts darstellt. Hier ist aber die Hilfe der Eltern erforderlich, damit das gelingt und im Gegensatz zum Vorjahr gab es dieses mal nur  vier Stationen zu besetzten. Den Pendeldienst, wo ein Bus von Standort A zur Schule und wieder zurück gefahren wird, ein Grillstand, ein Getränkestand und die Cafeteria, da alles andere von den Lehrern und FSJlern übernommen wird (letztes Jahr waren das deutlich mehr Stationen). Eltern und ältere Schüler, die diese Stationen besetzten könnten (und der Erlös kommt ja den Kindern zugute) gäbe es genug. Und dennoch waren wieder nicht alle Stationen die ganzen vier Stunden voll besetzt. 😦  Ich finde das sehr schade, da es für unsere Kinder ist und eine tolle Möglichkeit zum Kontakt nicht genutzt wird – wann sonst kann zu so vielen anderen Eltern Kontakt haben und sich mal austauschen? Mein Mann und ich haben letztes Jahr bereits eine Stunde am Getränkestand geholfen, gemerkt wie viel Spaß das macht und wie viele interessante Kontakte man knüpfen kann und deswegen haben wir dieses Jahr die ganzen vier Stunden am Getränkestand geholfen – in der letzten Stunde mit einem Vater einer Klassenkameradin unseres Schatzes und dessen Kindern – die das übrigens ganz super gemacht haben – und es war zwar auch anstrengend und ging vor allem auch in die Waden so lange zu stehen, aber es hat auch viel Spaß gemacht und wir haben wieder tolle Gespräche führen dürfen.

Ich würde mir wünschen, dass Eltern die so hohe Anforderungen an eine Schule setzten sich dann auch mal bereit erklären würden sich etwas mehr einzubringen. Man muss ja nicht direkt alles machen, aber mal hier und da ein bißchen sollte schon machbar sein, besonders dann wenn man sehr zufrieden mit der Schule ist (wie es an unserer bei den meisten Eltern der Fall ist)….

© S.Stolzenberg

Published in: on 17. September 2016 at 23:26  Comments (2)  

Das Ende der Ferienzeit

Übermorgen sind die Ferien vorbei, die bei uns leider etwas anders verliefen, als geplant. Erst mal konnten wir zu Beginn der Ferien nämlich noch keine Ausflüge machen , wie geplant, da unser Wirbelwind, wie ich schon im letzten Beitrag schrieb Fieber bekam und zuletzt konnten wir ein paar Ausflüge nicht machen, weil mein Mann einen Gichtanfall im Fuß hatte und sich somit kaum bewegen konnte. Es gab aber auch Ausflüge, die wir dann einfach mal für später angedacht haben, weil sie mit Bus und Bahn einfach zu lange dauern würden, zu weit weg wären wie etwa das Neandertal Museum in Mettmann…

Das Wunderland in Kalkar haben wir noch nicht gesehen, wollen das aber nachholen, zur Museums Insel Hombroich werden wir vielleicht in den Herbstferien fahren, das Neandertal Museum werden wir sicher mal mit meinem Mann zusammen ansehen und im Westfalenpark waren wir auch nicht, auch, weil ich aktuell einen Infekt habe ( 😦 ) was wir aber auch nochmal machen werden.

Ein paar andere Ausflüge konnten wir aber noch machen:

Der Vulkanpfad in der Eifel (grüne Route),  bei dem wir uns zum Glück dazu entschieden haben mit dem Auto zu fahren und uns zwei Ziele auszusuchen, da wir nicht alles von der grünen Route an einem Tag geschafft hätten. Irgendwann werden wir da sicher auch nochmal hinfahren und dann noch die anderen Ziele ansehen, aber man muss sehr früh morgens los und sollte ausreichend Essen und Trinken mit nehmen. Wir haben uns dazu entschieden folgende Ziele anzusehen:

den Ettringer Lay, eine ehemalige Abbaustelle von Vulkangestein, wo man auch klettern kann, aber so oder so festes Schuhwerk benötigt. Hier ein paar Eindrücke.

Ettringer Lay (1) Ettringer Lay (8) Ettringer Lay (10) Ettringer Lay (26) Ettringer Lay (41) Ettringer Lay (45) Ettringer Lay (46) Ettringer Lay Schmetterling am Ettringer Lay (7) Schmetterling am Ettringer Lay (8)  Das nächste Ziel des Vulkanpfads war das Mayener Grubenfeld, ebenfalls ein ehemaliges Abbaugebiet, wo auch der Silbersee liegt, ein Museum angebunden ist und man sehen kann was alles aus den Vulkansteinen geschaffen wurde. Zudem kann man zeitweise dort auch Fledermäuse gehen. Auch hier ein paar Eindrücke:

Mayener Grubenfeld (1) Mayener Grubenfeld (7) Mayener Grubenfeld (8) Mayener Grubenfeld (9) Mayener Grubenfeld (25) Mayener Grubenfeld (27) Mayener Grubenfeld (36) Mayener Grubenfeld (51) Mayener Grubenfeld (52) Mayener Grubenfeld (57) Schmetterling am Mayener Grubenfeld Da wir dann aber schon kaum noch Zeit hatten, um noch ein weiteres Ziel anzuschauen, sind wir dann nur noch ein bißchen durch die Stadt Mayen gegangen, in der wir auch ein paar tolle Eindrücke gewinnen konnten:

Mayen (6) Mayen (8) Mayen (13) Mayen (23) Mayen (25) und wir werden sicher mal wieder hin fahren, da es sich sehr lohnt.

 

Ein weiteres Ziel, bei dem ich mir aber gar nicht so sicher war, ob es unseren Wirbelwind überhaupt interessieren würde war der Landschaftspark Duisburg Nord (LaPaDu), indem er sich aber sehr viel hat erklären lassen, viel nachgefragt hat und wir sogar ein Stück auf den Hochofen gingen, obwohl er Angst vor Höhe hat. Hier hin sollte man mit Kindern nur fahren, wenn sie schon ein bißchen verstehen, dass es ein altes Industriegelände ist und sie daran Interesse haben (könnten). Ansonsten dürfte es für Kinder (trotz eines Spielplatzes) doch sehr langweilig sein… Auch hier wieder ein paar Bilder:

im LaPaDu (2) im LaPaDu (3) im LaPaDu (5) im LaPaDu (7) im LaPaDu (9) im LaPaDu (11) im LaPaDu (13) im LaPaDu (15) im LaPaDu (20) im LaPaDu (22) im LaPaDu (24) im LaPaDu (30) im LaPaDu (35) im LaPaDu (38) im LaPaDu (40) im LaPaDu (44) im LaPaDu (57) im LaPaDu (60)

Dann waren wir noch im Tierpark und Fossilium Bochum, dass zwar sehr schön ist, sich für uns aber bei der Anreise nur dann erneut lohnen würde, wenn wir das mit einem Besuch im nahegelegenen Planetarium verbinden würden. Trotzdem hatten wir viel Spaß und sind dafür dann einfach noch ein bißchen durch den Stadtpark nahe des Tierparks gegangen. Vom Tierpark gibt es aber auch ein paar sehr schöne Bilder:

Affe im Tierpark Bochum (3) Agame im Tierpark Bochum (2) Chamäleon im Tierpark Bochum (2) Fische im Tierpark Bochum (1) im Tierpark Bochum (2) im Tierpark Bochum (10) im Tierpark Bochum (12) im Tierpark Bochum (13) im Tierpark Bochum (14) im Tierpark Bochum Krokodile im Tierpark Bochum Leguan im Tierpark Bochum (1) Präriehund im Tierpark Bochum (3) Waran im Tierpark Bochum (1) Besonders gefallen hat mir in diesem Tierpark, dass man nicht nur Tiere beobachten und Fossilien bestaunen kann, sondern es auch einige Informationen gibt und ein sehr schöner Spielplatz existiert, der schon für die kleinsten geeignet ist.

Und dann waren wir nach längerer Zeit auch mal wieder im Zoom in Gelsenkirchen, wo wir das Glück hatten, dass diesmal die Flughunde im Asienbereich auch mal geflogen sind. Auch hier ein paar sehr schöne Tierbilder:

Affen im Zoom (2) Affen im Zoom (8) Erdmännchen im Zoom (5) Flughund im Zoom (5) Hyäne im Zoom (2) Lemur im Zoom (6) Löwe im Zoom (1) roter Panda im Zoom (2) Schneeeule im Zoom (1) Tiger im Zoom (4) Vogel im Zoom (2) Zoom (2)

Und dann waren wir noch in der näherem Umgebung unterwegs, Junior war auch mal einen Tag bei seinen Großeltern, wir sind zum bunten Garten in Mönchengladbach gefahren und waren auch schwimmen.

Und trotzdem sind unser Wirbelwind und ich bei all den schönen Ausflügen, die wir gemacht haben und der schönen Zeit, die wir zusammen verbringen durften froh, dass übermorgen die Schule wieder anfängt (bei mir auch mit dem Wissen, dass es gar nicht so lange bis zu den nächsten Ferien ist). Unser Wildfang ist froh darüber, weil er zu hause leider kaum Kontakt zu anderen Kindern hat und wäre froh, wenn das mehr der Fall sein würde, weshalb wir sicher auch den ein oder anderen Bekannten mit Kindern öfter mal auch am Wochenende besuchen werden… er vermisst seine Klassenkameraden, die er auch als seine Freunde betrachtet und Papa und Mama können nun mal, egal wie sehr wir uns anstrengen, nicht den geregelten Tagesablauf bieten, den er in der Schule hat und der fehlt ihm auch – er tut ihm gut. Außerdem unternehmen wir ja auch innerhalb der Schulzeit viel mit ihm – dann aber halt „nur“ an den Wochenenden oder an schulfreien Tagen. Und ich bin froh, weil ich dann zwar immer noch öfter mal einen Ausflug mit meinen Schätzen unternehmen kann, diese aber nicht mehr jeden zweiten Tag von unserem kleinen Wirbelwind eingefordert werden. Zudem habe ich dann auch wieder mehr Zeit für andere Hobbys und unerledigte Dinge, die ich noch machen wollte, die ich innerhalb der Ferien vernachlässigt habe.

Aber: In der ersten Woche wird es dennoch wieder eine Umstellung sein, wenn unser Wildfang nicht mehr den ganzen Tag zu Hause (oder höchstens mal bei Oma und Opa oder dem FUD) ist und es vormittags (sobald mein Mann wieder arbeiten kann) ruhig sein wird… die ersten Tage sicher zu ruhig.

Es ist eben so: Wenn wir unsere Kids permanent um uns haben, sind wir auch mal über eine Auszeit froh und wenn wir diese haben, ist es erst mal merkwürdig, schwer diese anzunehmen und zu genießen :-D.

In diesem Sinne allen einen guten Start ins neue Schuljahr und ganz viel Spaß.

© S. Stolzenberg

 

 

Was hat mir das Web Gutes gebracht?

Dieser Blogbeitrag ist Teil einer Blogparade, in der Gutes dem Web sei Dank bezogen auf die menschliche Ebene aufgezeigt werden soll. Die Idee dazu kam von unserleben.digital nach einer Unterhaltung, dass im Web nur gelogen und gemobbt würde.

Man kann tatsächlich viel Zeit im Web vertrödeln, trifft vielleicht auch mal auf Lügner oder Menschen, die Meinungen weiter geben, die zumindest kritisch zu sehen sind, aber so zu pauschalisieren, dass das Web keinen Nutzen hat, nichts Gutes bringt, halte ich für falsch.

Ich habe andere Erfahrungen im Web machen dürfen.

So habe ich liebe Kontakte über das Web knüpfen dürfen – einige davon „nur“ virtuell“, andere Menschen durfte ich auch schon real kennen lernen und zähle diese nun zu meinen guten Bekannten, wobei daraus auch Freundschaften entstehen können. Einige Menschen, die ich bisher nur virtuell kenne, möchte ich auch noch real kennen lernen. Von den virtuellen Kontakten sind auch einige, die ich (wenn ich sie auch nicht real kenne) dennoch zu meinen Freunden zähle, da ich vieles mit ihnen besprechen kann – auch sehr intimes, Sorgen und Ängste, aber auch Freude. Diese Menschen nehmen Anteil an meiner Lebenssituation und der meiner Familie, drücken die Daumen, wenn ich sie darum bitte, geben Tipps, wenn bei uns jemand krank ist, lachen mit uns, freuen sich über schöne Momente und es werden auch mal kleine Aufmerksamkeiten verschickt ♥.

Über das Web – speziell über die soziale Medien habe ich auch einige interessante Informationen bekommen, die ich vorher nicht hatte und sicher auch nicht so einfach erhalten hätte, da mir Begriffe wie Verhinderungspflege und zusätzliche Betreuungsleistungen vorher kein Begriff waren. Dies sind Rechte von Angehörigen behinderter Kinder/Behinderten, auf die die Krankenkassen aber oftmals nicht hinweisen. Mir wurden diese Begriffe in einer Gruppe auf Facebook erklärt. Mittlerweile weiß ich was das für Leistungen sind und welche uns weiterhin zustehen und gebe diese Informationen an andere Betroffene weiter. So konnte ich schon dem ein oder anderen Elternteil weiter helfen. Die besagte Gruppe habe ich auch mit zwei anderen Müttern zusammen als Admin übernommen und sie ist zu einem Herzensprojekt geworden, weil da ein Austausch über Fortschritte, schöne Momente, aber auch Probleme stattfinden und wir immer bemüht sind den Eltern zu helfen, was auch durch die tollen Mitglieder meist gut gelingt 🙂 .

Ich habe auch über das Internet den Kontakt zu erwachsenen Autisten bekommen, mit denen ich mich austauschen kann und so lernen konnte die Verhaltensweisen unseres Schatzes, der Autist ist, besser verstehen zu können. Hier habe ich schon öfter mal Anregungen bekommen warum er vielleicht das ein oder andere tut, wie ich darauf reagieren oder ihm die Situation erleichtern kann. Erklärungen, die mir Fachkräfte in mancher Situation nicht hätten geben können, weil sie es nicht so nachempfinden können. Außerdem hatten wir zeitweise keine Unterstützung durch Fachkräfte, so dass mir dieser Austausch sehr geholfen hat – danke dafür 🙂 .

Durch das Web bekomme ich aber auch hin und wieder schöne Ideen für witzige, originelle Beschäftigungsmöglichkeiten mit unserem Wirbelwind, Ideen für Ausflugsziele, die wir sonst vielleicht nicht sehen würden, aber auch Tipps für mein Hobby – die Fotografie – so dass meine Bilder (zumindest empfinde ich das so) besser werden.

Und zuletzt kann ich durch das Web immer wieder verschiedenste Blogs zu den unterschiedlichsten Themen lesen, mir so neue Informationen aneignen, vielleicht auch mal eine andere Sichtweise bekommen, mich inspirieren lassen ;-).

 

Wenn wir also im Web genauso offen miteinander umgehen und zulassen, dass es etwas Gutes wird, kann es das auch sein.

© S. Stolzenberg

 

Published in: on 30. Juni 2016 at 10:15  Comments (4)  

Irgendwie anders (und doch auch nicht)

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade zum Thema „Irgendwie Anders“ von Elai-bloggt.de. Was eine Blogparade ist und wie du daran, auch ohne eigenen Blog, teilnehmen kannst erfährst du in diesem Beitrag: Irgendwie Anders – Buchtipp & Blogparade.

Was ist anders?

Auf den ersten Blick scheinbar nichts. Unser Wirbelwind scheint ein ganz normales Regelkind zu sein, doch er hat ein paar Besonderheiten, denn er ist Autist mit einer Wahrnehmungsstörung und einer Entwicklungsverzögerung.  Am auffälligsten ist seine teils undeutliche Lautsprache, aber bei weiterem Beobachten fällt auch auf, dass er teilweise, wenn er sich unsicher ist (bei Unebenheiten) krabbelt, bei Aufregung hüpft und/oder mit den Händen flattert, mit manchen Dingen untypischen spielt. Er läuft und/oder krabbelt auch gerne Bällen hinterher, spielt gerne mit Steinen, benimmt sich scheinbar wie ein schlecht erzogenes Kind, spricht jeden an und hat keine Berührungsängste, überschreitet dabei auch manchmal ungewollt persönliche Grenzen.

Er hat aber auch einen sehr starken Detailblick, kann sich Dingen sehr gut merken (besser als ich es könnte) und sieht Veränderungen sofort. Er hat einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und möchte andere, denen es nicht so gut geht trösten, sie beschützen und ist sehr emotional.

Wie reagieren andere Kinder auf Dein Kind?

Im Kindergarten hatte sich unser Wirbelwind nach einiger Zeit gut eingelebt, fand schnell einen „Zugang“ zu den anderen Kinder und sie spielten unbefangen miteinander. In der Schule fand er diesen Zugang noch schneller, hat doch auch schnell Freunde gefunden und spielt sehr gerne mit den anderen Kinder, hat sogar einen Freund, der zwei Klassen höher eingestuft ist. In der direkten Nachbarschaft gehen die Kinder auch ganz unbefangen mit ihm um, wissen aber auch, dass er „anders“ ist und gehen intuitiv toll darauf ein.

Bei fremden Kindern kommt es immer darauf an wie sich das andere Kind auf unseren Schatz einlassen kann und möchte. Manche Kinder reagieren völlig unbefangen, suchen nach gemeinsamen Spielmöglichkeiten und integrieren unseren Schatz, andere Kinder, die reagieren gar nicht auf ihn und wieder andere Kinder werden böse, schubsen ihn weg, sagen ihm er soll gehen uns sie in Ruhe lassen. Manches Mal hilft es dann, wenn wir als Eltern erklären, dass er eine Behinderung hat, oft leider nicht.

Wie verhalten sich die Eltern der Kinder/Erwachsene?

Von den Eltern der Kindergartenkinder haben wir leider nur eine Mama kennen lernen dürfen, die vollkommen offen mit unserem Wirbelwind umgegangen ist. Von den jetzigen Eltern der Schulkinder kennen wir zwar alle, aber diese habe wenig Kontakt zu den Kindern der Klasse, so dass ich dazu wenig sagen kann. Die I-Kräfte, das Buspersonal des Fahrdienstes unseres Wirbelwindes und andere Fachkräfte gehen ganz normal mit ihm um, bei anderen Erwachsenen kommt es auf die Situation an. Die meisten Erwachsenen gehen offen, unvoreingenommen, unbefangen mit ihm um, freuen sich, wenn er sie grüßt oder bei Joggern mitläuft. Selbst wenn er in persönliche Bereiche eindringt und andere Menschen auch mal am Popo berührt, wird meistens mit einem Lächeln reagiert. Wir haben aber auch schon sehr ablehnende Reaktionen erlebt, die aber überwiegend von Familienangehörigen und angeblichen guten Freunden stammten, die „mit der Diagnose nicht zurechtkommen“ oder mir unterstellten ich würde meinen Kind nur eine Behinderung einreden wollen. Ich habe noch nie gehört, dass mein Kind schlecht erzogen sei (aber ich weiß, dass es vielen Eltern autistischer Kinder so ergangen ist), aber dafür kamen Blicke, es wurde getuschelt und belächelt, wenn sich unser Schatz auffällig verhielt, aber das ist eher selten.

Bei Restaurantbesuchen, beim Einkauf, bei Straßenfesten,.. wird man unserem Schatz, wenn man keine Fachkraft ist, vermutlich nicht anmerken, dass er behindert ist, aber im Kino beispielsweise schon, da er da aufspringt, mitspricht, tanzt, sich viel bewegen möchte und auch viel hinterfragt was er da gerade sieht. Hier gab es schon mal verärgerte Blicke, weil man es nicht verstanden hat, dass sich unser Wirbelwind so verhielt, mehr aber auch nicht und darauf reagieren wir nicht mehr.

Welche Erfahrungen hast Du gemacht?

Negativ: Die heftigste Reaktion auf unseren Schatz habe ich mal beim Einkauf erlebt, als unser Schatz mit den Rollen hinter der Kasse spielte und ich bezahlte. Ein älterer Herr, der selber teils auf Hilfe angewiesen sein dürfte, weil er einen Rollator hatte, fühlte sich scheinbar durch das Geräusch gestört und bat mich es unserem Wirbelwind zu verbieten, was ich verneinte und ihm erklärte, dass es unseren Schatz beruhigt und er eine Behinderung hat. Daraufhin meinte der Herr zu mir „so etwas“ habe es „damals“ aber nicht gegeben. Was er meinte (nämlich die NS-Zeit) war uns beiden klar und entsprechend reagierte ich, was ich hier nicht weiter ausführen möchte…

Ein sehr positives Erlebnis war in Essen im Grugapark, als ich mit unserem Wirbelwind in der Grugabahn saß und uns gegenüber ein junger Mann, der wie sich rausstellte beruflich mit Autisten zu tun hat und bei der Beobachtung unseres Schatzes auch den Verdacht hatte. Er fragte mich, ob er richtig läge und erklärte unserem Schatz dann was wir da alles sahen. Er verstand sich auf Anhieb mit unserem Schatz (was bei Männern sehr selten ist) und unser Schatz war sehr traurig, als er sich von dem jungen Mann verabschieden musste.

Am selben Tag hatten wir noch einen weiteren sehr positiven Moment im Zug, als unser Schatz sich auf seinem Sitz umdrehte und sah wie ein Mann hinter ihm mit seinem Handy spielte. Er lehnte sich über den Sitz um zusehen zu können und der Mann bot ihm an sich neben ihn zu setzten, dass er besser schauen könne und versicherte mir, dass das Spiel auch für Kinder geeignet sei. So verbrachte unser Schatz den Großteil der Zugfahrt damit dem Mann beim Spielen zuzuschauen.

Nicht negativ, aber sehr nervig ist für mich immer wieder der Vergleich von Menschen, die bereits mit Autisten zu tun hatten und scheinbar der Ansicht sind jeder Autist sei gleich. Anfangs habe ich dann oft erklärt, dass Autisten genauso unterschiedlich sind wie alle anderen Menschen auch, mittlerweile tu ich das nur noch, wenn die Person beruflich mit unserem Schatz zu tun hat.

Welchen Umgang würdest Du Dir mit Deinem behinderten Kind wünschen?

Ich wünsche mir den unvoreingenommen Umgang mit unserem Schatz, wie er uns überwiegend auch begegnet, offen freundlich, interessiert. Aber ich würde mir auch wünschen, dass Menschen weniger Vorurteile hätten, denn nicht jedes auffällige Kind ist schlecht erzogen und dass weniger getuschelt, geguckt, gegafft würde und Eltern behinderter Kinder direkt angesprochen würden.

Unabhängig davon würde ich mir aber auch wünschen, dass Eltern behinderter Kinder (oder auch Angehöriger erwachsener Behinderter und diese selbst) sich nicht für ihnen zustehende Leistungen rechtfertigen müssen wie etwa den Erhalt des Pflegegeldes (so bei uns geschehen), die Möglichkeit einen Behindertenparkplatz zu nutzen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt werden oder die Unterstützung eines Pflegedienstes (in der Form man habe ja einen bezahlten Babysitter) , denn die vielen Kämpfe, die wir für unsere Kinder führen bei Behörden, der Krankenkasse, dem Versorgungsamt, in Kindergarten, Schule und später wegen einer Beschäftigung sehen diese Menschen auch nicht. Sie wissen nicht welche körperliche und psychische Belastung eine Behinderung eines Angehörigen zeitweise sein kann und sollten sich deswegen nicht das Recht heraus nehmen urteilen zu können.

© S. Stolzenberg

Erziehungstipps und Ratschläge

Wer kennt das nicht? Die lieben gut gemeinten Ratschläge wie man mit seinem Kind umgehen sollte, was gut für das Kind ist und was eher nicht – wie man sich mit dem Kind beschäftigen sollte und welche Grenzen es gesetzt bekommen sollte…

Vermutlich gibt es keine Mutter und keinen Vater, der das nicht kennt, der sich nicht anhören darf was für sein Kind das Beste sei, der nicht immer wieder den Eindruck bekommt sich für seine Erziehung entschuldigen und/oder rechtfertigen zu müssen.

 

Wir erleben diese Situationen auch immer mal wieder.

Es gibt diese Momente für uns öfter mal, wenn wir unterwegs sind weil Fremde meinen unser Wirbelwind sei schlecht erzogen, weil er gerne mit Steinen spielt, wild ist, nicht schaut wo er hinläuft, laut ist, schreit oder weint, weil er überfordert ist. Diese Menschen kennen unseren Sohn aber nicht und meistens ist es uns egal was diese Menschen zu sagen haben, meist reagieren wir da gar nicht, manchmal erklären wir, manchmal reagieren wir auch frecher…

 

Wie reagiert man aber auch diese „Tipps“, wenn sie von der Familie kommen?

Bei uns ist eins der Themen, dass gerne mal angesprochen wird die Sauberkeitserziehung unseres Wirbelwindes, der wegen seiner Entwicklungsverzögerung und der Wahrnehmungsstörung nun mal noch nicht trocken ist, sondern noch Windeln trägt. Er bekommt deswegen immer mal wieder Druck gemacht durch Äußerungen wie „Du musst das aber bald mal können“. Wir haben da auch den ein oder anderen gut gemeinten Tipp bekommen von ihn mal länger und öfter auf die Toilette zu setzten (wobei er Toilettentraining macht) aber auch dann muss er halt mal so lange sitzen bleiben bis er kann, aber auch harmloserer Ideen wie ihn öfter mal ohne Windel zu lassen (was wir dieses Jahr, wenn es warm ist auch öfter mal tun werden), aber wir versuchen dann immer den Druck wieder raus zu nehmen, da ein Kind mit Druck schlechter lernt und es vor allem seine Entwicklung nicht beschleunigt.

Ein weiteres Thema, dass besonders bei meinem Mann öfter mal für Ärger sorgt (ich überhöre da vieles) ist die Beschäftigung unseres Wirbelwindes – wie er spielen sollte. Er spielt nämlich aktuell gerne mit Bällen, aber am liebsten mit seinen neuen Tablet, schaut sich gerne Kinderfilme an und hat sich vor dem Tablet viel mit unseren Handys beschäftigt. Er guckt aber auch gerne Bücher, lässt sich gerne vorlesen und geht gerne raus, um sich zu bewegen, wobei Spaziergänge jetzt „langweilig“ sind.

Er spielt auch Gesellschaftsspiele, aber wenn wir Besuch bekommen darf er nun mal bis der Besuch da ist auch häufiger mal fernsehen, da ihn das entspannt und Besuch generell sehr stressig (wenn auch schön) für ihn ist.  Für einige Menschen (eine I-Kraft in der Schule etwa), die wenig mit unserem Schatz zu tun haben, aber auch für einige Familienmitglieder scheint das völlig unverständlich zu sein (ebenso, dass er sich während der Besuch noch da ist zurück zieht, indem er mit dem Tablet spielt. So kommen dann Äußerungen wie den entsprechenden Personen sei es egal, wenn er dann noch einen Film zu Ende schauen wolle, seinem Willen müsse nicht so sehr nachgeben werden, vermeintliche Feststellungen, dass er viel fernsehen dürfe, aber auch die Frage, ob er sich nicht anders beschäftigen kann. Doch das kann er und das tut er auch und wir achten auch darauf, dass er viel draußen ist, sich auch mal mit seinen Büchern beschäftigt, malt, knetet oder wir zusammen spielen, albern und lachen. Das sind aber Dinge, die der Besuch weniger mitbekommt, aber dann auch nicht darüber überlegt, dass unser Schatz nun mal kein Regelkind ist, sondern eine Behinderung hat, nämlich Autist ist, für den viele Menschen (auch aus der Familie), viel Geräusche, Gerüche,.. Stress bedeuten!

Da wir das aber schon sehr oft erklärt haben und auch nicht mehr das Gefühl haben möchten uns rechtfertigen zu müssen, ignorieren wir diese Aussagen dann meist, rechtfertigen uns aber doch auch häufiger. Selten erklären wir es noch, meist sagen wir aber nur noch, dass unser Schatz das bei uns eben darf.

Kleine Ergänzung noch: Wir halten es manchmal auch wie Lisa Seelig.

 
Was sind Eure Themen, in die sich andere bei der Erziehung gerne mal einmischen und ihr das nicht möchtet?

Wie geht ihr mit diesen gut gemeinten Tipps um?

© S. Stolzenberg

Published in: on 16. Mai 2016 at 22:36  Comments (3)  

Gedanken zum Vatertag und zum Muttertag

Heute ist Vatertag und dazu gibt es für die meisten eine feste Vorstellung was die Väter vermutlich unternehmen werden. Die meisten sind der Ansicht, dass sich der Papa dann mit seinem Kumpels trifft, Spaß hat, mal Zeit ohne seine Familie genießen kann und einen trinken geht und für viele Väter und andere Männer wird das vielleicht auch zutreffend sein.

 

Ich finde aber – wie auch mein Mann – den Gedanken viel schöner, dass der Papa dann Zeit mit seinem Kind/seinen Kindern verbringt – vielleicht auch mit der Mama zusammen, da er doch oft durch seine Arbeit eh weniger Zeit mit den Kids verbringen kann, als es bei der Mama der Fall ist und sich die Kinde sicher auch mal freuen mehr Zeit mit dem Papa verbringen zu können, vielleicht auch mal den Papa ganz für sich zu haben ohne die Mama dabei. Wir handhaben es so, dass wir den „klassischen“ Vatertag feiern, indem wir als Familie etwas unternehmen, dass uns allen Spaß macht, wobei der Papa natürlich erst mal mit ein paart kleinen Aufmerksamkeiten überrascht wird.

 

Zu Muttertag gestaltet es sich ebenfalls so, dass die meisten eine feste Vorstellung haben was sich die Mama vermutlich wünschen wird, nämlich lange ausschlafen und dann am besten den Tag weitestgehend alleine verbringen, dass der Papa alleine mit den Kindern unterwegs ist, damit Mama mal ausspannen kann. Auch das ist eine Gedanke, der uns missfällt (mal unabhängig davon, dass ich auch andere Wünsche zum Muttertag hätte – sie dazu meinen Blog zur Aktion #Muttertagswunsch) .

 

Ich freue mich natürlich auch über Zeit für mich, die ich aber an anderer Stelle einfordere und dank meines Mannes auch nutzen kann (wie er natürlich auch), aber ich möchte diesen Tag mit meinen Lieben verbringen und so unternehmen wir etwas zusammen, wobei der Papa sich an dem Tag mehr um unseren Junior kümmert, indem er ihn umzieht, ihn wäscht, … und mich auch nichts im Haushalt tun lässt (kochen, abwaschen). Meine beiden Männern lassen sich an dem Tag meist länger schlafen (dieses Jahr nicht, weil wir einen Ausflug vorhaben, für den man früher aufstehen muss, damit er sich lohnt) und nach einem leckeren Frühstück und kleinen Aufmerksamkeiten, die mir schenken unternehmen wir dann etwas Schönes zusammen.

 

Für uns gibt es aber nicht den klassischen Vatertag, an dem Papa mit den Jungs einen trinken geht und Mama sich um den Haushalt kümmert und das Kind bespaßt, aber genauso wenig gibt es den klassischen Muttertag wo Mutti lange schlafen kann und dann den Großteil des Tages für sich nutzt, sondern wir verstehen beide Tage (wie viele andere auch) als Familientage, an denen wir gemeinsame Zeit verbringen und Spaß haben können.

 

Wie gestaltet ihr Vatertag und Muttertag? Feiert ihr? Wie läuft der Tag bei ab?

© S. Stolzenberg

Published in: on 5. Mai 2016 at 22:00  Comments (1)  

#Muttertagswunsch – meine tatsächlichen Wünsche zum Muttertag

Der Muttertag – der Tag an dem die Mutter und die Mutterschaft geehrt werden, doch was assoziiere ich mit Muttertag?

Ich assoziiere mit Muttertag Geschenke wie Blumen und Pralinen vom Partner (und erwachsenen Kinder) für die Mutter, selbstgebastelte oder gemalte Geschenke vom Kind (von den Kindern) und darüber sollen sich die Mütter dann natürlich auch freuen.

Ich möchte damit nicht sagen, dass es nicht schön ist. Ich freue mich auch, wenn ich Blumen oder andere kleine Aufmerksamkeiten meines Mannes bekomme, wenn mir unser Wirbelwind etwas malt oder bastelt.

Ich freue mich aber genauso wenn ich von unserem Wirbelwind und meinem Mann gesagt bekomme wie sehr sie mich lieben, wenn ich von ihnen Küsse bekomme, mit ihnen lachen, wenn wir Spaß haben, wenn wir etwas unternehmen, wenn wir gemeinsam Zeit verbringen und dafür brauche ich keinen Muttertag.

 

Muttertag ist für mich ein Tag, der gesetzlich und gesellschaftlich dazu verpflichtet die Mutter und deren Leistungen für das Kind zu ehren und dieser Gedanke stimmt mich eher traurig, denn eine Mutter leistet so viel für ihr Kind. Sie ist eben nicht nur Mutter, sie ist Köchin, Putzfrau, Krankenschwester und so vieles mehr für ihr Kind und soll dann nur einen Tag im Jahr verdienen, an dem sie ein Dankeschön dafür hört?

Nein. Jede Mutter ist jeden Tag Mutter und es sollte selbstverständlich sein, dass man seiner Mutter jeden Tag dankbar für all das ist, was sie für das Kind geleistet hat und noch leistet – nicht einen Tag, sondern 365 Tage im Jahr. Es sollte keine Verpflichtung sein, sondern freiwillig geschehen.

Für mich ist jeder Tag Muttertag und ich wünsche mir keine Präsente, mir reichen die kleinen Gesten meines Mannes und unseres Sohnes, die mir ein Danke ausdrücken sollen und doch habe ich auch Wünsche zum Muttertag, aber eher politische.

 

Wie ich dazu komme, das zu thematisieren?

Anne Attersee vom Blog Einerschreitimmer fragte auf Twitter nach den Wünschen zum Muttertag und bei der Frage erging es Mutterseelesonnig wohl ähnlich wie mir woraufhin sie  sie Aktion #Muttertagswunsch/#Vatertagswunsch zusammen mit Mama arbeitet und FamilyUnplugged ins Leben rief, innerhalb der Mütter und Väter dazu aufgerufen werden ihre Wünsche zu Muttertag und Vatertag in ihren Blogs und/oder über die Kommentarfunktion des Blogs von Mutterseelesonnig aufzuschreiben (vom 1. bis zum 8. Mai). Die Texte und Kommentare werden nach dem 15. Mai ausgewertet und an die Regierung übergeben. Es wurde auch schon bei rbb-online und brigitte.de über die Aktion berichtet. Eine Übersicht über die geposteten Beiträge findet ihr auch bei Family Unplugged auf den Tagboards zum #Muttertagswunsch und #Vatertagswunsch.

Was die Finanzen betrifft wünsche ich mir folgendes zum Muttertag:

  1. Eine solide Grundsicherung für Familien bei höherer Betreuungszeit für die Kinder
  2. Eine ermäßigte Mehrwertsteuer auf Kinderbekleidung, Babynahrung und Baby- und Kinderpflegeprodukte
  3. Bezahlbarer Wohnraum in unserer Stadt
  4. Bessere Beratung von Familien (insbesondere bei Familienmitgliedern mit Handicap) über zustehende Leistungen, die finanziell entlasten
  5. Ein gesetzlicher Rahmen für flexiblere Arbeitszeiten für Eltern, sowie mehr Möglichkeiten Teilzeit zu arbeiten
  6. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit bei Männern und Frauen
  7. Keine Altersarmut von Müttern und Alleinerziehenden
  8. Keine Kürzung der Hartz-IV-Leistung von Alleinerziehenden
  9. Keine Anrechnung von Elterngeld und Kindergeld auf Hartz-IV

Die Kinderbetreuung betreffend habe ich folgende #Muttertagswünsche:

  1. Eine grundsätzlich inklusive Betreuung von Kindern in Kindergärten und Schulen, kleinere Gruppen/Klassen und mehr Personal um das zu gewährleisten mit einer besseren Schulung für Kinder mit Handicap
  2. Eine grundsätzliche inklusive und finanzierbare Ferienbetreuung
  3. Eine schnelle und unbürokratische Haushaltshilfe im Falle einer Krankheit des betreuenden Elternteils
  4. Eine höhere Anrechnung der Erziehungs- und Betreuungszeit des Kindes bei der Rente

Ich wünsche mir was die Gesellschaft anbelangt zum Muttertag:

  1. Eine stärkere Thematisierung von Kindesmisshandlung in der Gesellschaft
  2. Eine Förderung von präventiven Modellen um häuslicher Gewalt entgegen zu wirken
  3. Mehr Grünflächen, Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für unsere Kinder
  4. Eine höhere gesellschaftliche Anrekennung der Erziehungsleistung von Vätern und Müttern (dazu eine Anmerkung: Warum wird in Kindergärten/Schulen meist nur für Muttertag nicht für Vatertag gebastelt/gemalt?)
  5. Eine höhere Toleranz sich auf Besonderheiten, Krankheiten und Behinderungen eines Kindes einzulassen (insbesondere innerhalb der Familie)
  6. Weniger staatlicher Druck schnellstmöglich nach der Geburt eines Kindes wieder arbeiten gehen zu müssen (Die ersten Jahre bauen Kinder die Bindung zu ihren Eltern auf!)
  7. Die Stärkung der Rechte von Familien, die von Mobbing in der Nachbarschaft betroffen sind
  8. Mehr Toleranz für Eltern und deren familiären Belange am Arbeitsplatz

Behörden betreffend wünsche ich mir  zum Muttertag:

  1. Mehr unbürokratische, zeitnahe Beratung und Hilfen für Familien (insbesondere bei Angehörigen mit einem Handicap)
  2. Nicht regelmäßig nachweisen zu müssen, dass unser Wirbelwind Autist ist und bleibt

Was unsere Judikative betrifft wünsche ich mir zum Muttertag:

  1. Eine härtere Verfolgung von Fällen des Kindesmissbrauchs
  2. Das Kinder, die Opfer von Missbrauch wurden, einmalig aussagen können mit Videoaufnahme) und nicht erneut auch vor Gericht

 

Ich hoffe, dass sich viele weitere Blogger an dieser Aktion beteiligen werden für unsere Kinder, denn Kinder sind unsere Zukunft!

Blogger, die sich bisher (soweit mir bekannt) an der Aktion beteiligt haben:

 

  1. Mama arbeitet
  2. Kind und Studium
  3. Münster Mama
  4. Elternkiste

 

© S. Stolzenberg

 

Published in: on 4. Mai 2016 at 10:06  Comments (3)  

Charity Aktion – #EineguteTat

Ich bin über den aktuellen Beitrag auf dem Blog Maria Ante Portas auf eine tolle Aktion aufmerksam geworden.

Wayfair spendet pro gute Tat eine Summe von 50 Euro an Habitat for Humanity. Vorraussetzung ist: darüber zu Bloggen.

Ein Zuhause ist so viel mehr, als nur ein Dach über dem Kopf. Zuhause ist ein Ort, an dem wir sicher sind, an dem wir entspannen und loslassen können, an dem wir ganz einfach wir selbst sein können.

Jeder sollte einen solchen Rückzugsort haben. Und genau das hat sich Habitat for Humanity zum Ziel gemacht: Seit 1976 haben sie schon unzählige Häuser- und Wohnprojekte finanziert und auf den Weg gebracht. Jetzt möchten wir bei Wayfair gemeinsam mit der Hilfsorganisation eine Spendenaktion starten.

Mitmachen ist ganz einfach:

Augen und Ohren offen halten und den anderen Menschen da draußen seine Hilfe anbieten – eine gute Tat braucht nicht viel!

Einfach einen Blog-Post über deine Aktion verfassen, den Badge #EineGuteTat einbinden und so anderen davon erzählen. Gemeinsam können wir noch so viel mehr bewegen.

Für jeden Blogbeitrag, in den der Badge eingebunden wurde, spendet Wayfair 50 € an Habitat for Humanity
 
Quelle: Wayfair
Die Spendenaktion läuft vom 01. März 2016 bis zum 30.April 2016.

Es gibt so viele möglichen etwas Gutes zu tun und dennoch habe ich darüber bisher nicht gebloggt. Warum das? Vielleicht, weil es für mich selbstverständlich ist, da ich dazu erzogen natürlich auch an meine Mitmenschen zu denken.

Es gibt viele kleine Möglichkeit freundlich zu sein, Respekt zu zeigen, Dankbarkeit zu verdeutlichen oder einfach mal ein Stück weit auf andere zuzugehen, sei es, dass man im Bus oder in der Bahn für Senioren oder Kinder aufsteht, einem Rollstuhlfahrer, einem Senior oder einem Elternteil mit Kinderwaagen hinein hilft, „bitte“ und „danke sagt oder einfach auch mal kurz vom Gehweg runter geht, um Platz zu machen.

Mir wurde von klein an beigebracht, dass ich „bitte“ und „danke“ sage und es für mich ein normaler Teil einer Unterhaltung ist, wenn ich etwas haben möchte oder bekomme, dass ich Platz mache, wenn jemand diesen dringender benötigt, als ich (sei in Bus oder Bahn oder auf dem Gehweg). Ich habe auch selbstverständlich und mit viel Spaß im Garten meines Großvaters geholfen – auch, weil er diese Hilfe öfter benötigte – oder mit bekannten Senioren den Einkauf in die Wohnung getragen (und mir so manchmal mein Taschengeld aufgebessert).

All das sind aber auch Verhaltensweisen, die ich auch meinem Sohn weiter geben möchte, nicht nur, weil es für mich selbstverständlich ist, auch, weil man sich nur die Frage stellen braucht was man sich wünschen würde wäre man an der Stelle des Gegenüber, der gerade ein kleine Hilfe benötigt.

Es mag sein, dass es mir nur so vorkommt, aber ich habe den Eindruck, dass auf die kleinen Gesten in meiner Kindheit auch viel mehr Wert gelegt wurde. Es wurde aber auch nicht so schnell geurteilt. Scheinbar verhaltensauffällige Kinder waren lebhaft, bei Menschen, die gestürzt waren, wurde erst mal eine Verletzung angenommen, kein Drogenkonsum, Manieren waren wichtig.

Das scheint weniger wichtig geworden zu sein 😦 . Vielen Kindern wird nicht mehr beigebracht sich zu bedanken oder um etwas zu bitten, Menschen werden stärker beurteilt und es wird oft falsches vermutet (darauf gehe ich in einem Beispiel einer guten Tat, die ich mit meinem Mann zusammen tat noch näher ein), Kinder werden genauer beobachtet, ob sie sich scheinbar „frech“ verhalten oder ob sie schlecht erzogen seien. All das sind traurige Veränderungen (die ich subjektiv so wahrnehme)….

Helden für das Gute

Es könnte so einfach sein. Dem Nachbar könnte man anbieten den Wocheneinkauf, den er nicht mehr selbstständig erledigen kann mit zu besorgen oder diesen zumindest hinauf tragen. Stattdessen sind viele behinderte und ältere Menschen darauf angewiesen, dass dies durch Pflegedienste geschieht, um nur ein Beispiel zu nennen.

Ein weiteres Beispiel wäre ein offenerer Umgang. Mal angenommen im Supermarkt fällt ein Kind auf, das schreit, sich die Ohren zuhält oder quengelt. Statt die Mutter darauf hinzuweisen und darauf zu bestehen dem Kind doch bitte ein besseres Verhalten anzuerziehen, könnte man die Mutter fragen, ob man ihr helfen könnte, spaßig auf das Kind zugehen, um es aus der Situation zu holen oder es einfach unkommentiert lassen. Auch das wäre eine Hilfe, #EineguteTat.

Wie bereits geschrieben, wurde es mir in meiner Kindheit beigebracht, dass es selbstverständlich ist (sein sollte) anderen Menschen zu helfen (wozu ich es aber auch zähle nicht aus Förmlichkeit nach dem Befinden meines Gegenüber zu fragen, sondern wenn dann nur aus echtem Interesse, aber das nur mal nebenbei angemerkt), aber eigentlich sagt es doch schon der Menschenverstand, denn wenn wir uns nicht in andere versetzten können, uns nicht fragen können wie wir uns in der Situation fühlen würden, mit welchem Recht würden wir diese dann einfordern, wenn es uns ähnlich ginge?

Für mich besteht die alltägliche Hilfe auch darin, dass ich mich in diversen Gruppen eines sozialen Netzwerkes mit anderen austausche, dort auch Tipps und Ratschläge gebe und in Gruppen mit der Thematik Behinderung und/oder Autismus auch darüber informiere wie die aktuelle Gesetzeslage aussieht, aber das alles sind noch die kleineren guten Taten, über die ich viel weniger nachdenke, die mich nicht lange beschäftigen.

 

Ich möchte aber gerne den Blogbeitrag dazu nutzen von einer Situation zu berichten, über die ich noch lange nachgedacht habe und die mich positiv, als auch negativ berührt hat:

Wir waren an einem Abend im Herbst, an dem es schon kühl war, mit unserem Wirbelwind zur Kinderklinik ein paar Städte weiter gefahren (weil dort seine Krankengeschichte bekannt ist und wir und dort besser aufgehoben fühlen, als bei uns im Ort) und auf der Rückfahrt, fiel uns ein älterer Mann auf, der auf dem Gehweg lag, der scheinbar nicht alleine aufstehen konnte. Es war aber schon mindestens ein PKW vorbei gefahren (den wir gesehen hatten), ohne zu handeln und ein junger Mann war vorbei gegangen, ohne den Herrn auch nur anzusprechen.

Mein Mann hielt  an und stieg aus, um nach dem Mann zu sehen, während ich erst mal unserem Sohn die Situation erklärte. Der Mann schien verletzt und ich stieg mit aus. Er blutete, sprach etwas undeutlich, sagte aber, dass er nicht alleine hoch käme, da er gefallen war. Wir halfen ihm auf und belgeiten ihn zu einem kleinen Mäuerchen, auf das er sich erst mal setzte und dann berichtete er uns, dass er gefallen sei, er sei auf dem Heimweg gewesen und käme nun nicht alleine nach Hause, aber unsere Frage nach einem Krankenwaagen verneinte er, da er sich nicht schlimm verletzt habe und in der Nähe wohnte. Wir baten ihn nach Hause zu fahren und während ich den Herrn weiter stützte, fuhr mein Mann näher mit dem Auto an den Herrn ran, damit er leichter einsteigen konnte. Wir fuhren ihn also nach Hause und er überlegte immer wieder wie er sich bedanken könnte, sagte auch, dass er uns kein Geld dafür geben könne, da er keins mithätte. Das Geld hätten wir aber eh nicht angenommen. Wir waren so gerührt von seiner Dankbarkeit, dass wir Tränen in den Augen hatten. Auch seine Frau, die verwundert aus der Haustüre kam, als da diese fremde Auto hielt, bedankte sich immer wieder, wollte sich irgendwie erkenntlich zeigen und erzählte uns, dass ihr Mann noch am Morgen dieses Tages beim Orthopäden gewesen war, weil er Knieprobleme hatte. Wir sagten ihr und ihm, dass es schon gut sei und jeder mal in eine solche Lage kommen könne und dann für Hilfe dankbar sei. Er bat mich weiterhin sich erkenntlich zeigen zu können und war froh dies tun zu können, indem er hin und wieder mal im örtlichen Kinderkrankenhaus vorbei schauen und den Kindern vorlesen könne, denn das war mein Vorschlag dafür. So kann auch er eine gute Tat tun und Kinder zum lächeln bringen, denen es nicht gut geht.

Mich hat diese Situation noch lange beschäftigt, weil ich sehr berührt von dieser tiefen Dankbarkeit war (aber ich mag mir auch nicht vorstellen wie es dem Mann sonst ergangen wäre), aber mich hat es auch wütend, traurig und betroffen gestimmt, dass diese Zivilcourage nicht mehr selbstverständlich ist – nur für wenige Ausnahmen, denen ich auf diesem Weg auch noch mal Danke sagen möchte. Danke, dass durch Euch Menschlichkeit weiterhin existiert.

#eineguteTat

So traurig es ist, einen solchen Aufruf wie durch Wayfair geschehen, ins Leben zu rufen, möchte ich diesen Beitrag auch dazu nutzen meine Leser dazu aufzurufen diese Aktion zu bewerben, zu teilen und bei meinen bloggenden Lesern bitte ich darum sich an der Aktion zu beteiligen, denn diese läuft nur noch bis zum 30.04.2016 und verdient ganz viel Unterstützung!

Ich möchte Euch alle aber auch darum bitten mehr über das eigene Verhalten gegenüber den Mitmenschen nachzudenken, nicht so schnell zu urteilen und öfter mal „ja gerne“, statt nein zu sagen.

© S. Stolzenberg

PS: Nochmal ein Danke schön an Jando, dass ich das Bild von Antjeca mit seinem Text hier einbinden durfte :-).

 

sophiesanderswelt

Mutter sein und Frau bleiben mit behindertem Kind

jutimablog

Das Leben eines Kindes der 80er. Meine Gedanken, meine Lieblingsmusik, meine Fotos und anderes. Willkommen :)

Herzensangelegenheit.

Eine Mutter liebt am stärksten ihr schwächstes Kind (schwedisches Sprichwort)

diaphanoskopie

...im Gegenlicht der Wirklichkeit.

Kind und Studium

Zwischen alltäglichem Wahnsinn und Freuden

erzaehlmirnix

[hier bitte kreative Beschreibung einfügen]

wheelymum

Eltern mit Behinderung und chronischer Krankheit meets Familienleben

maria ante portas

Inklusionsblog

kiki blacks blog

Mein Leben, mein Chaos, meine Familie und ich

Leben mit Autismus & einem halben Herzen

Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet. (Oscar Wilde)

Hochsensibel und Multipassioniert

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Antoine de Saint-Exupéry

Autland Nürnberg

von und für Autisten

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mit Schneeflocken fliegen - die Welt anders erleben, autistische Lebensformen berichten aus der Chaoswelt und von Gemeinsamlebenstipps

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Verdacht auf Autistische Spektrumsstörung

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