Unsere Wünsche für 2020

Mein Mann, unser und ich haben nur wenige Wünsche für 2020, aber dafür liegen und diese umso mehr am Herzen:

Wir wünschen uns, dass es uns allen gut geht und es weiterhin den starken Zusammenhalt zwischen uns geben wird, wie es ihn bereits gibt, es all unseren Freunden und Familienmitgliedern gut geht.

Gesellschaftlich wünschen wir uns weniger Armut durch mehr Hilfen vom Staat.

Wir wünschen und weniger rechte Gewalt, Hetzte, Hass und Ausgrenzung und dafür mehr Menschlichkeit und Integration.

Wir wünschen und mehr Umweltschutz und weniger Umweltverschmutzung, ein Umdenken von Produzenten auf umweltfreundlichere Verpackungen.

Wir wünschen uns, dass weniger über Menschen geurteilt wird und stattdessen mehr auf die Menschen eingegangen wird.

Wir wünschen uns, dass 2020 politisch, gesellschaftlich und persönlich besser wird, als es 2019 war.

 

Und was sind eure Wünsche an das neue Jahr?

©S. Stolzenberg

Published in: on 31. Dezember 2019 at 01:19  Kommentar verfassen  

Jahresrückblick 2019

Morgen ist Silvester und damit ist es Zeit für einen Jahresrückblick, den ich hier aber unterteilen werde ich in persönliche Ereignisse, gesellschaftlich Dinge, die die Menschen beschäftigt haben, klimabedingte Unglücke und sonstige Nachrichten des Jahres.

 

Gesellschaftlich gab es 2019 auch ein paar Dinge, die die Menschen beschäftigt haben und über diese werde ich im Folgenden schreiben.

So war am 21.01.2019 ein Blutmond, den man nur sehr selten zu sehen bekommt. Entsprechend groß war die Hoffnung diesen gut sehen zu können.  Am 16.07.2019 war die Vorfreude auf eine partielle Mondfinsternis aber eben so groß.

 

Ende Januar einigte sich die Kohlekommission auf einen Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038 – für die betroffenen Regionen soll es finanzielle Ausgleiche geben, obwohl die Diskussion um einen Kohleausstieg schon länger geführt wird und die Firmen, die am Kohleabbau beteiligt sind schon längst eine Umstrukturierung ihrer Wirtschaftszweige in die Wege hätten leiten können.

Am Mitte März wurden dann Greta Thunberg und die Bewegung „Fridays for future“ immer öfter zum Gesprächsthema, da es immer wieder Forderungen zwecks des Klimaschutzes gab (und gibt) und im März der erste globale Klimastreik organisiert und umgesetzt wurde. Weitergeführt wurde dieser mit dem zweiten globalen Klimastreik im Mai und dem dritten globalen Klimastreik im September. Die Forderungen und Demos der Bewegung wurden immer wieder belächelt und im Zuge der Klimadiskussion gab es massive Anfeindungen gegen Greta Thunberg, die von Aufrufen zu sexuellem Missbrauch über Mordaufrufen reichten. Immer mehr Städte riefen den Klimanotstand aus und wollten klimafreundlicher handeln, es wurden Plastiktüten und andere Dinge aus Plastik wie Strohhalme verboten, Ende des Jahres wurde dann auch ein Klimapaket von der Bundesregierung verabschiedet, was aber ein schlechter Witz ist. Es wurde diskutiert, ob man an Weihnachten auf Weihnachtsbäume verzichten würde und es gab (und gibt) zunehmende Forderungen private Knallerei an Silvester zu verbieten.

Im April ging das Weltpressefoto um die Welt, dass ein weinendes Mädchen an den Grenzen Amerikas zeigt – illegale Einwanderer wurden von ihren Kindern getrennt und verhaftet. Hier stellte sich vielen Menschen die Frage wie kann ein Mensch illegal sein?

Am 02.06.2019 zeigte sich dann was passiert, wenn aus Worten Taten werden, da es immer wieder vorab Anfeindungen gegen Walter Lübcke gab, der dann am 02.06.2019 vor seinem Wohnhaus von einem Rechtsextremisten erschossen wurde. Dies zeigt aber auch das Ausmaß des Rechtsruck in Deutschland. Antifaschisten sehen sich immer öfter mit rechter Gewalt konfrontiert, Hass und Hetzte sind alltagstauglich geworden und werden zunehmend wie selbstverständlich hingenommen, ein aufstehen gegen rechts wie bei #wirsindmehr ist unerlässlicher denn je, #wehretdenAnfängen wurde lange gefordert, nun gilt es aber teils täglich klar Position zu beziehen! Auch der Angriff auf eine Synagoge in Halle am 09.10.2019, bei dem nur die massive Tür mehr, als die zwei „Zufallsofer“, verhinderte zeigt wie massiv das Problem Rechtsextremismus in Deutschland geworden ist.

Die Frage wie ein Mensch illegal sein kann, wie Seenotrettung eine Straftat darstellen könnte, stellten sich sehr viele Menschen auch immer öfter in 2019 und die Schließung italienischer Häfen durch das Sicherheitsdekret, das Matteo Salvini auf den Weg gebracht hatte und das im August in ein Sicherheitsgesetz umgewandelt wurde, gipfelten dann in der Verhaftung der Kapitänin Carola Rackete des Schiffes Sea Watch im Juni 2019, die sich gezwungen sah trotz des Dekrets den Hafen von Lampedusa anzusteuern, um die Menschen auf dem Schiff in Sicherheit bringen zu können.  Seit Ende August, seit Matteo Salvini als Innenminister abgesetzt wurde, werden die italienischen Häfen wieder schneller für die Aufnahme Geflüchteter geöffnet, wobei die im September zwischen Deutschland, Malta, Italien und Frankreich getroffene Vereinbarung über die Verteilung von Flüchtlingen sicher hilfreich war, insbesondere, nachdem im Oktober weitere Länder wie Luxemburg, Irland, Portugal, Litauen zugesagt haben ebenfalls immer wieder freiwillig Flüchtlinge aufzunehmen. Schade nur, dass eine solche Vereinbarung überhaupt nötig war, erst diskutiert werden muss wohin Menschen verteilt werden, bevor man sie retten kann!!! Aktuell gibt es übrigens noch keine verbindliche Lösung.

Im Juli trauerte dann ganz Deutschland um den zweijährigen Luis, der bei 30 Grad Hitze von seinem Vater ins Zimmer gesperrt wurde und dann verdurstete. Dies führt auch zur Debatte wie dem Notstand in Jugendämtern entgegen gewirkt werden könnte, warf die Frage auf, ob Jugendämter genug täten und brachte die Debatte eines „Elternführerscheins“ mit sich.

Ein weiterer Mord an einem Kind Ende Juli erschütterte Deutschland, da ein Mann ein achtjähriges Kind, dessen Mutter und eine weitere Frau, die beide überlebten, vor einen einfahrenden ICE gestoßen hatte und der Junge in Folge dessen starb. Da der Täter ein Flüchtling gewesen ist, führte diese Tat leider auch zu Hass und Hetzte gegenüber Flüchtlingen und zu Forderungen die Grenzen zu schließen. Dass der Täter aber wahrscheinlich psychisch krank gewesen ist, wurde bei jeglicher Debatte über die Tat außen vorgelassen.

Und dann wurde am 19.12.2019 das Unicef-Foto des Jahres des deutschen Fotografen Hartmut Schwarzbach. Das Foto erzähle „vom mutigen Überlebenskampf von Kindern angesichts gleich dreier Tragödien unserer Zeit: Armut, Umweltverschmutzung und Kinderarbeit“.Auf dem Foto des Jahres ist laut Unicef die kleine Wenie zu sehen. Sie sammelt Plastikmüll am Hafen von Manila, um dafür etwas Geld bei einem Recycler zu bekommen.„Sie riskieren ihre Gesundheit und oft auch ihr Leben, wenn sie in dem keimverseuchten Wasser nach Wertstoffen suchen, um ihre Existenz zu sichern.“Heute ist das Mädchen laut dem Fotografen 15 Jahre alt.Für Unicef-Schirmherrin Elke Büdenbender, die Ehefrau von Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, erzeuge das Bild Nähe – „Nähe zu Kindern, die sonst kaum jemand sieht. Es zeigt ihre Not – aber auch ihre Stärke, selbst unter den trostlosesten Bedingungen nicht aufzugeben.“Die Botschaft laute: „Kinder sind das Wertvollste, das wir haben. Wir alle tragen Verantwortung für ihr Leben und ihre Zukunft.“ Sie fordert: „Kinderrechte dürfen keine leeren Versprechungen sein.“ Sie müssten endlich umgesetzt werden.

 

Leider gab es in 2019 auch einige klimabedingt Unglücke, die im Weiteren nennen werde:

Die erste schlimme Naturkatastrophe ereignete sich am 25.01.2019 in Brasilien, wo ein ein Damm brach und in Folge dessen 249 Menschen starben.

Am 17.03.2019 forderte ein Zyklon in Simbabwe 730 Todesopfer und ein Unwetter in Indonesien brachte 50 Menschen den Tod. Am 22.03.2019 ertranken dann 90 Menschen in Indonesien wegen eines Monsuns und ebenfalls Mitte März starben wegen eines Monsuns in Mosambik und Simbabwe mehr als 1000 Menschen. Im Juli kam es ebenfalls zu einem Monsun in Südostasien, der mehr als 130 Todesopfer zur Folge hatte und am 09.08 gab es in Südindien einen Monsun mit 60 Toten. Die Bahamas wurden am 01.09.2019 von einem Hurrikan heimgesucht, der 50 Menschenleben forderte und durch ein Erdbeben in Pakistan starben am 25.09.2019 mindestens 32 Menschen. Ab dem 26.09.2019 gab es dann schwere Regenfälle in Indien durch die mehr als 60 Menschen zu Tode kamen und durch einen Taifun in Japan am 13.10.2019 starben über 60 Menschen. Ein Dammbruch in Russland kostete mindestens 15 Menschen das Leben, ein Erdbeben in Albanien am 26.11.2019 15 Menschen und ein Wirbelsturm auf den Philippinen am 26.12.2016 forderte mindestens 16 Menschenleben.

Könnte die Zunahme dieser Naturkatastrophen nicht Anlass genug sein, dass die Klimapolitik weltweit überdacht wird???

 

Leider gab es aber noch weitere schreckliche, traurige, bedrückende Nachrichten und eine (sicherlich unvollständige) Liste dazu gibt es im Folgenden:

 

10.03.2019 Flugzeugabsturz Äthiopien 157 Tote
15.03.2019 Rassistisch begründetes Massaker Christchurch Neuseeland 51 Tote
22.03.2019 Explosion Yancheng 47 Tote
23.03.2019 Überfall Dorf Nähe Mali 134 Tote
21.04.2019 Explosionen Sri Lanka Fast 300 Tote
10.06.2019 Überfall Dorf im Zentrum von Mali 95 Tote
16.06.2019 Selbstmordattentat Nigeria  

30 Tote

 

03.07.2019 Angriff auf ein Gefangenenlager für Migranten Libyen 44 Tote
12.07.2019 Zugunglück Pakistan Mindestens 23 Tote
13.07.2019 Anschlag Somalia 26 Tote
18.07.2019 Überfall der Taliban Afghanistan 34 Tote
18.07.2019 Feuer (vermuteter Brandanschlag) Kyoto 24 Tote
22.07.2019 Bombenanschlag Somalia 17 Tote
22.07.2019 Luftangriff Idlib 18 Tote
25.07.2019 Gefechte Afghanistan 35 Tote
25.07.2019 Explosionen Kabul 49 Tote
25.07.2019 Unglück Vor der libyschen Küste Mindestens 62 Tote
29.07.2019 Angriff Kabul 24 Tote
29.07.2019 Angriff Nigeria 65 Tote
30.07.2019 Flugzeugabsturz Pakistan 19 Tote
31.07.2019 Bombenexplosion Afghanistan 34 Tote
01.08.2019 Anschläge Jemen 51 Tote
02.08.2019 Angriff auf Militärbasis Jemen 19 Tote
03.08.2019 Schießerei El Paso Texas 20 Tote
04.08.2019 Bootsunglück Philippinen 25 Tote
05.08.2019 Explosionen Kairo 19 Tote
07.08.2019 Autobombe Kabul 14 Tote
09.08.2019 Drogenkartell Mexiko 19 Tote gefunden
01.09.2019 Luftangriff Jemen Mindestens 65 Tote
10.09.2019 Massenpanik während des Aschurafests Kerbela 31 Tote
13.09.2019 Zugunglück Kongo Mindestens 50 Tote
17.09.2019 Anschläge Afghanistan Mindestens 30 Tote
19.09.2019 Anschläge Afghanistan Mindestens 60 Tote
29.09.2019 Verkehrsunfall Jiangsu Mindestens 36 Tote
02.10.2019 Kämpfe Mali Mindestens 40 Tote
04.10.2019 Einsturz einer Goldmine Kongo Mindestens 21 Tote
06.10.2019 Demos – Schüsse von Polizisten Bagdad 19 Tote
10.10.2019 Angriff der Türkei Syrien Mindestens 15 Tote
13.10.2019 Attentat auf Moschee Burkina Faso Mindestens 15 Tote
17.10.2019 Busunglück Saudi-Arabien Mindestens 35 Tote
18.10.2019 Anschlag auf Moschee Afghanistan  62 Tote
19.10.2019 Angriffe Syrien Mindestens 22 Tote
21.10.2019 Busunglück Kongo Mindestens 30 Tote
31.10.2019 Zugunglück Pakistan Mindestens 65 Tote
02.11.2019 Angriff auf Militärstützpunkt Mali Mindestens 51 Tote
06.11.2019 Angriff auf Kontrollposten Thailand Mindestens 15 Tote
06.11.2019 Angriff auf Konvoi von Goldproduzentenbeschäftigten Burkina Faso Mindestens 37 Tote
19.11.2019 Angriff auf Militärpatrouille Mali Mindestens 41 Tote
20.11.2019 Luftangriff auf militärische Ziele Syrien Mindestens 14 Tote
24.11.2019 Flugzeugabsturz Kongo Mindestens 24 Tote
27.11.2019 Zusammenstoß zweier Hubschrauber Mali Mindestens 13 Tote
28.11.2019 Anschläge Afghanistan Mindestens 22 Tote
01.12.2019 Schießerei Mexiko 20 Tote
02.12.2019 Busunglück Serbien Mindestens 15 Tote
02.12.2019 Kämpfe Idlib Mindestens 69 Tote
02.12.2019 Angriff auf Kirche Burkina Faso Mindestens 14 Tote
05.12.2019 Gekentertes Boot Vor Mauretanien Mindestens 58 Tote
08.12.2019 Luftangriff Syrien Mindestens 18 Tote
08.12.2109 Großbrand Indien Mindestens 43 Tote
11.12.2019 Angriff auf Hotel Somalia 10 Tote
25.12.2019 Angriff Burkina Faso Mindestens 122 Tote
26.12.2019 Angriff auf Militärpatrouille Burkina Faso Mindestens 14 Tote
27.12.2019 Flugzeugabsturz Kasachstan Mindestens 12 Tote
28.12.2019 Bombenanschlag Somalia Mindestens 76 Tote

Wann darf die Welt wieder zur Ruhe kommen?

 

Für meine Familie und mich begann das Jahr 2019 erst mal sehr ruhig, ohne besondere Vorkommnisse und im März hatten wir dann, da im letzten Jahr der Bedarf eines I-Helfers klar wurde, ein Gespräch zwecks möglicher weitere Hilfen und einer Empfehlung diesbezüglich in der LVR.

Ab Frühling hatten wir dann (erst mal) ein sehr schönes Jahr, denn im Mai diesen Jahres hatte unser Wirbelwind dann seinen ersten runden Geburtstag, da er 10 Jahre alt geworden ist, was wir mit einem gemeinsamen Ausflug (mit Übernachtung) in den Heidepark Soltau gefeiert haben.

Im Juni hatten wir dann unser erstes Familienoutdoorshooting und waren natürlich nicht nur voller Vorfreude, sondern auch sehr aufgeregt, was aber durch die sehr freundliche Art und Fotografin sehr schnell verflog. Es folgte dann im selben Monat auch ein Indoorshooting und wir konnten Ende des Monats die Bilder aussuchen, die wir nehmen wollten – Erinnerungen, die uns keiner mehr nehmen kann.

In den Sommerferien machten wir dann einen sehr schönen Urlaub in De Panne, in Belgien.

Und dann fingen die unschönen Nachrichten für uns an….

So musste im Oktober erst mal unser Auto sehr teuer repariert werden, bei dem unter anderem die Kupplung und die Bremsklötze kaputt waren – eine ungeplante Reparatur, für die erst mal geschaut werden musste, wie wir die Kosten decken könnten.  Ende des Monats mussten wir dann unsere Katze Susi, die dement war FIV hatte und immer mehr abbaute, einschläfern lassen, was besonders für unseren Junior sehr schlimm war, weil sie schon bei uns war, als er zur Welt kam. Nicht mal einen Monat später dann die nächste schlimme Nachricht. Mein Mann wurde mit einer schweren Sepsis im Krankenhaus aufgenommen und uns wurde mitgeteilt, dass er, hätte er noch länger gewartet, über Nacht sterben können. Er wurde direkt an einen Monitor angeschlossen und seine Vitalwerte wurden über Nacht überwacht. Im Krankenhaus musste dann noch ein Erypsel (eine Wundrose) behandelt werden.

Am 05.12.2019 durfte mein Mann dann endlich wieder nach Hause und wir konnten wieder etwas zur Ruhe kommen…

Ein Jahr, das teils sehr emotional war und durch das wir uns alle wieder weiter entwickelt haben.

Mein Mann hat lernen müssen auf wen er sich uneingeschränkt verlassen kann, wie wichtig er welchen Familienmitgliedern ist, wer Freunde sind und welche Personen nicht und durfte dafür feststellen, dass er tolle Kollegen hat. Er ist nach wie vor für mich der Fels in der Brandung, der jeden Quatsch mit macht und mich immer unterstützt, es mir nicht übel nimmt, wenn ich mal vom letzten Geld lieber sozial bin (Spenden), als das Geld für uns zu nutzen und wertschätzt es noch immer, dass es mir beispielsweise immer wichtig ist in der Vorweihnachtszeit auch für die örtlichen Tafeln mit zu backen. Er hat durch seinen Krankenhausaufenthalt aber auch festgestellt, dass ich für ihn nicht „nur“ bis an meine Grenzen gehe, sondern wenn nötig auch darüber hinaus. Ich bin zwar manchmal sehr speziell, aber genau das liebt er an mir und ich bin jeden Tag dankbar, den ich mit ihm verbringen darf.

Unser Sonnenschein hatte ein sehr anstrengendes und schwieriges letztes Vierteljahr, da er erst den Tod unserer Katze verarbeiten musste, dann mit der Angst um seinen Papa umgehen musste und wurde dann nicht mit seiner Behinderung ernst genommen, hatte Probleme mit der Beförderung zur Schule, konnte erst in diesem Monat wieder zur Ruhe kommen. Er ist selbstständiger und ein klein wenig „reifer“ geworden, steht mehr für seine Wünsche, Ziele und Rechte ist, ist aber auch engagierter bei Ungerechtigkeiten gegenüber anderen. Er bringt uns, selbst, wenn es uns mal nicht so gut geht, immer wieder zum lächeln, ist wahnsinnig mitfühlend und liebevoll und hat dieselbe Herzlichkeit wie sein Papa. Er ist – wie sein Papa – auch ein Kämpfer, mit einer großen Klappe, die er von mir hat, hinter der aber auch was steckt.

Und ich? Auch ich habe feststellen müssen dass ich mich auf manche Menschen weniger verlassen kann, als ich es dachte, auf andere aber mehr bauen kann, als ich vermutet hätte. Ich bin und bleibe weiterhin – meinen Möglichketen entsprechend – engagiert gegen Hass, Hetzte und Gewalt und hoffe immer noch, dass der Song „Imagine“ kein Wunschtraum bleiben muss.

Wir hatten ein teils sehr schönes, teils sehr schwieriges, trauriges, anstrengendes Jahr und dennoch geht es uns gut!

Warum? Weil wir als Familie auch ein Team sind, immer zusammenhalten, für einander da sind und für einander einstehen. Aber es geht uns auch gut, weil wir in dem Luxus leben ein Dach über dem Kopf zu haben, fließendes Wasser aus dem Wasserhahn nutzen zu können, eine Heizung zu haben, die uns warm hält, keinen Krieg erleben mussten, nicht zur Flucht gezwungen waren und uns keiner rechten Gewalt ausgesetzt sahen!

Es geht uns gut und ich hoffe, dass das auch in 2020 der Fall sein wird.

© S. Stolzenberg

 

Published in: on 31. Dezember 2019 at 01:18  Comments (1)  

Oh du fröhliche… Weihnachtszeit !?

Weihnachten ist vorbei und jeder kann selbst entscheiden, ob es für ihn/sie ein schönes oder unschönes Weihnachten war.

Für mich gab es im allgemeinen schöne und traurige Nachrichten rund um Weihnachten…

 

Schön zu lesen war, dass fast € 500000 aus Weihnachtsgeschenken für caritative Zwecke zusammen kamen, dass sich viele Menschen an Weihnachten im Schuhkarton beteiligt haben und (zumindest bei uns im Ort) alle Wunschsterne am Weihnachtsbaum abgenommen und die Wunschschreiber beschenkt wurden. Das ist Nächstenliebe, das ist der Gedanke von Weihnachten.

 

Es war aber leider nicht alles schön.

Es gab sicher wieder Gewalt in Familien, da die Statistik leider zeigt, dass es zu immer mehr Gewalttaten an Feiertagen kommt. Und sicher gab es auch wieder Hetzte, Hass und vielleicht auch Gewalt, die durch rechtes Gedankengut begründet ist, denn den Anstieg rechten Denkens kann man leicht nachlesen. Einen Überblick darüber findet man hier.

Für all die Menschen, die sich freuen wie sehr unsere Grenzen geschützt sind, dass es mehr Rückführungen nach Afghanistan gibt, immer weniger Bootsflüchtlinge aufgenommen werden mögen, möchte ich sagen, dass das kein wünschenswerter Zustand sein sollte, solange in den Ländern, aus denen Menschen flüchten Krieg herrscht! Es wird gefordert keine Flüchtlinge mehr aufzunehmen, aus Unsicherheit, wegen mangelnder Informationen, aus Angst, aber auch diese Menschen, die hier hin flüchten haben Angst, sie haben Angst zu sterben, Angst ihre Familien zu verlieren, Angst vor rechter Gewalt!

 

Dabei geht es an Weihnachten doch vor allem um Nächstenliebe, um Menschlichkeit, daran nicht nur an sich selbst zu denken, sondern auch Menschen in Not zu helfen, für einander da zu sein, gemeinsame Zeit wert zu schätzen.

 

Besonders traurig wurde ist, als ich lesen musste, dass es an Weihnachten einen Anschlag mit mehr als 100 Toten gegeben hat. Ich war entsetzt über die Grausamkeit von Menschen gegen Menschen. Ich kann es nicht verstehen, wie der Mensch so grausam zu seiner eigene „Art“ sein kann…

 

Unser persönliches Weihnachten war allerdings sehr schön, besinnlich, friedlich, ohne Streitigkeiten.

Heiligabend feierten wir nur unter uns, ohne weitere Familienmitglieder und konnten die strahlenden Augen unseres Sohnes genießen, gemeinsame Zeit wert schätzen, einen spontanen Weihnachtsbesuch machen, zusammen lachen ♥.

Und genauso schön blieb es auch. Alle Familienmitglieder, die von uns besucht wurden oder bei uns zu Besuch waren freuten sich vor allem über die gemeinsame Zeit, über die Menschen um sie herum, aber auch über die Geschenke, die gemacht wurden, wobei diese (außer für die Kids) sehr „kleine“ Aufmerksamkeiten waren, die da sie persönlich waren, sich Gedanken gemacht wurden was gefallen könnte, umso mehr Freude bereiteten♥.

Und genau so sollte Weihnachten sein. Es sollte darum gehen geben zu dürfen, sich wert zu schätzen, sich zu freuen, dass man zusammen sein kann, demütig zu sein für all die Dinge, die eben nicht selbstverständlich sind, wie das Dach über dem Kopf, die Heizung, die uns warm hält, das Wasser aus dem Wasserhahn…

Danke an meine Familie für ein sehr schönes Weihnachtsfest ohne Hass und ohne Hetze!

 

Ich hoffe in den nächsten Jahren vielleicht auch bezogen auf die Nachrichten mehr so schöne Weihnachtsfeste erleben zu dürfen, wie es unser privates dieses Jahr war.

© S. Stolzenberg

 

Published in: on 29. Dezember 2019 at 01:32  Kommentar verfassen  

Liebe Eltern

Creautism

Liebe Eltern* autistischer Kinder,

ich möchte Euch keine Vorschriften machen, aber ich habe eine sehr große und für mich wichtige Bitte an Euch: Bitte liebt Eure Kinder auf ihre Weise und bitte bringt ihnen bei, dass auch sie sich auf ihre Weise lieben und akzeptieren. Diese Bitte richte ich an Euch, weil ich selbst an der eigenen Seele und am eigenen Leib erfahren habe, was Ablehnung und Intoleranz anrichten können.

Dieser Tage habe ich ein kurzes Video von Eckart von Hirschhausen gesehen, welches mir von einer Person empfohlen wurde. Darin erzählt er, dass er in einem Zoo war und dort einen Pinguin auf einem Felsen gesehen hat. Er hatte Mitleid mit dem Pinguin und urteilte, dass dieses Wesen eine Fehlkonstruktion ist aufgrund seiner zu kleinen Flügel und seiner untersetzten Statur. Erst beim genaueren Hinschauen sah er, wie der Pinguin ins Wasser sprang und welche Fähigkeiten und Talente dieses Tier hat…

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Published in: on 17. September 2019 at 12:48  Kommentar verfassen  

Endlich wieder ein Urlaub…

Nachdem wir aus privaten Gründen, auf die ich hier nicht näher eingehen werde, im letzten Jahr nicht in Urlaub fahren, sondern „nur“ viele kleine Tagesausflüge in den Sommerferien machen konnten, der letzte Urlaub somit zwei Jahre her war, waren wir alle urlaubsreif, mussten mal „weg“, raus aus dem Alltag, abschalten können und hofften, dass es mit dem Urlaub klappen würden, was unter anderem  durch ein Familienshooting in diesem Jahr unklar war…

Aber es klappte und wir fanden noch ziemlich kurzfristig eine (wie es auf der Website schien) sehr schöne Ferienwohnung, die wir für eine Woche buchten. Es konnte uns gar nicht schnell genug gehen, bis es endlich los gehen würde und am 16.08.2019 war es dann endlich soweit. Wir konnten uns auf den Weg in den Urlaub machen :-).

Wir fuhren gegen 10 Uhr vormittags los und wollten erst mal was essen, wobei das (vorab online heraus gesuchte) Restaurant uns viel zu teuer für ein Mittagesen war, also wurde kurzfristig umgeplant. Wir holten die Wohnungsschlüssel ab und gingen dann erst mal an der Promenade von De Panne im Surf Inn essen. Dann luden wir die Taschen aus dem Auto und räumten unsere Sachen ein, gingen am Abend sehr lecker im Splendid essen. Als wir uns dann, weil unser Schatz schon müde war, auf den Weg zur Wohnung machten, hörten und sahen wir vom Strand aus ein Feuerwerk, dass unseren Schatz leider verunsicherte, da es sehr laut war.

Schon beim einräumen unserer Sachen, hatten wir leider feststellen müssen, dass die Wohnung weniger schön war, als von uns angenommen, da die Matratzen, die Toilette, die Abflüsse im Bad und Schränke im Wohnzimmer sehr dreckig waren, es wenig Stauraum für Kleidung gibt (insbesondere, da die Wohnung für bis zu sechs Personen nutzbar wäre bezüglich der Schlafmöglichkeiten, wir gerade zu dritt knapp mit dem Platz auskamen) :-/.

Wir machten das Beste daraus…

Am 17.08.2019 gingen wir dann erst mal einkaufen und nutzen den restlichen Tag im Navigo Museum in Koksijde, in dem den Besuchern die Geschichte der Fischerei näher gebracht wird

       

, und gingen dann abends noch etwas an den Strand und an der Promenade entlang,

wo wir unseren ersten Sonnenuntergang des Urlaubs sehen konnten :-).

Am 18.08.2019 nutzten wir zum ersten Mal im Urlaub die Tram, wobei uns erklärt wurde, dass die Zahlung der Tickets leider nur noch per Kartenzahlung möglich ist (das ging auch mal per Barzahlung). Schade! Wir fuhren nach Oostende (dieser Ort lohnt sich immer) und besuchten dort den Maria Henrika Park, der sehr schön angelegt ist, aber leider auch von Blaualgen auf dem Wasser übersät ist und dadurch leider stinkt.

Wir schauten uns dann das Mercatorschiff an,

konnten die anderen angedachten Ziele leider nicht mehr sehen, weil diese bereits geschlossen waren und gingen so noch an der Promenade entlang.

Am 19.08.2019 sind wir dann erst mal in die Innenstadt von De Panne gegangen, um Andenken zu kaufen (und damit auch ein Versprechen einzulösen) und fuhren dann erneut nach Oostende, um die am Vortag nicht geschafften Ziele zu besuchen. Zuerst schauten wir uns die sehr schöne, gotische Kirche von St. Peter und St. Paul an, die einen Besuch wert ist, aber auch Zeit zum Innehalten bietet. Man sollte allerdings keine allzu lange Verweildauer annehmen.

Wir hatten schon in den letzten Jahren immer wieder überlegt und dieses Jahr dann diese Idee auch in die Tat umgesetzt, das Sandskulpturenfestival zu besuchen und waren sehr positiv überrascht, weil wir nicht mit einer solchen Vielzahl an Skulpturen gerechnet hatten. Besonders schön war zu sehen, dass auch an die (vielleicht schnell gelangweilten Kinder) gedacht wurde, indem Trampoline und Hüpfburgen aufgebaut waren.

Wir machten uns von da aus auf den Weg zurück zur Wohnung, konnten aber noch ein paar witzige und interessante Dinge sehen…

Nachdem wir nun schon vier Tage kaum zum Strand gekommen waren, weil es mit den Böen, die herrschten zu weh getan hätte den feinen Sand abzubekommen, konnten wir dann am 20.08.2019 auch endlich mal an den Strand und mit den Füßen ins Wasser gehen :-). Einige Menschen schwammen zwar sogar im Meer, aber uns wäre das zu kalt gewesen. Wir machten also erst mal eine (sehr) kleine Strandwanderung und legten uns danach noch ein bisschen mit einer Decke an den Strand, machten Spaßkämpfe mit unserem Wirbelwind.

 

Und dann konnten wir unserem Schatz einen Wunsch erfüllen, denn schon in unserem ersten Urlaub, hatte er immer wieder gefragt, ob wir mal ins Plopsaland gehen könnten. Am 21.08.2019 war es nun endlich soweit und da konnte Mama, die für ihn ein 60cm großes Pikatchustofftier gewann eine riesengroße Freude bereiten. Er erkundete knappe sechs Stunden mit uns den Park und war sogar so mutig mit Mama auf die (sehr) hohe Wildwasserbahn zu gehen, auf der ganz vorne sitzen wollte :-O. Er sagte allerdings nach der Fahrt, dass diese „ein bisschen schön (am Anfang) und ein bisschen schlimm (zum Schluss) „ war. Für kleinere oder ängstlichere Kinder würde ich diese nicht empfehlen! Zum Abschluss des Parkbesuchs bekam er dann noch eine kleine Biene Maya Figur zum kuscheln.

Abends gingen wir dann (leider nicht so lecker wie erhofft) im The Saloon essen, konnten einen sehr schönen Sonnenuntergang sehen)

und machten unserem Frechdachs die Freude, dass er noch etwas im Funland spielen durfte, wo er sich schon etwas mehr als 7000 Punkte erspielte (für diese man sich dann Spielsachen, Deko oder Küchenuntensilien aussuchen kann).

Den 22.08.2019 gestalten wir etwas ruhiger und gingen an den Strand, wo wir erst mal Muscheln sammelten und dann auch sehr schöne Erinnerungsfotos (im Sprung, im Sand liegend und im Sand eingebuddelt) machten.

Danach legten wir uns noch ein wenig auf einer Decke an den Strand, bis es uns zu kühl wurde, wo wir alle sehr braun geworden sind, Papa und Mama sogar einen leichten Sonnenbrand bekamen, und gingen in die Wohnung. Nach einem leider misslungenen Abendessen (Gussplatte, die stark nachheizten hatten dazu geführt, dass die Cordon Bleus verbrannt waren und da der Backofen nicht schloss, wurden die Pommes nichts), gingen wir an den Strand, wo wir einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten konnte,

aßen (erneut) im Surf Inn eine Pommes und dann durfte Junior nochmal im Funland spielen (da es unser letzter Abend war), wo er 14350 Punkte erspielte, Mama zur Erinnerung einen Jeton und 60 Punkte einbehielt und er sich dann für die Punkte einiges an Spielsachen (unter anderem ein Lichtschwert) aussuchte.

Das war die Ausbeute unseres Schatzes.

Am 23.08.2019 gingen wir, nach der Endreinigung der Wohnung und der Schlüsselabgabe, ein letztes Mal an den Strand und deckten uns beim Bäcker für die Fahrt ein.

 

Damit aber der Abschied vom Meer, insbesondere für unseren Wildfang, nicht so schlimm sein würde, machten wir noch eine Pause am Pier in Blankenberge, wo wir dann auch noch ein paar schöne Fotos machen konnten.

  

Auch während der Fahrt konnten wir noch ein paar Erinnerungen schaffen. So sahen wir zum ersten Mal eine hochgefahrene Brücke…

 

und dann ging es endgültig nach Hause…

 

Wir konnten zwar leider (erneut) nicht im Meer schwimmen, hatten aber dennoch einen sehr schönen Urlaub und konnten viele schöne gemeinsame Erinnerungen schaffen.

Jetzt freuen wir uns schon auf das nächste Mal am Meer…  Das eine Jahr Wartezeit wird schon nicht so lang sein ;-).

S. Stolzenberg

Published in: on 27. August 2019 at 01:44  Kommentar verfassen  

Inklusion und ihre Grenzen

Bewegt hat mich zu diesem Beitrag ein Beitrag, den ich las und der mich zum nachdenken brachte, aber auch die Reaktionen, die er hervorbrachte.

Auf Grund des Beitrags, auf den ich hier aber nicht weiter eingehen werde, habe ich mir Gedanken gemacht in wie weit ich für unseren Sohn Inklusion fordern kann und wo deren Grenzen liegen.

Er benötigt aktuell noch etwas Hilfe, viel Anleitung, wird aber immer selbstständiger, möchte immer mehr alleine versuchen, rückversichert sich aber auch immer noch, dass seine Bezugspersonen – wir als Eltern, der familientlastenden Dienst, die Großeltern,.. da sind.

Er kennt die Regeln des Straßenverkehrs und beherzigt diese, bringt sich (noch?) nicht in Gefahrensituationen, hat auch vor potenziellen Gefahren (auf einen Baum zu klettern als Beispiel) Angst, eine gute Orientierung.

Ich möchte gerne, dass er zunehmend selbstständiger, selbstsicherer wird, sich mehr zutraut und auch mal versucht alleine raus zu gehen, motiviere ihn darin, dass er das, sobald er sich dazu bereit fühlt, gerne mal versuchen darf und soll.

Wie jedes andere Kind wird unser Wildfang allerdings sicher auch mal Blödsinn anstellen, Dinge ausprobieren, Grenzen testen und sich vielleicht auch auf die ein oder andere Mutprobe einlassen,  aber gerade im Hinblick darauf stelle ich mir ein paar Fragen.

Ich frage mich wo dann die Aufsichtspflicht noch greifen muss und wo diese ihre Grenzen hat – besonders, wenn er mal Grenzen testet, die sich vielleicht auf andere Menschen auswirken, etwa wenn er mal zündeln sollte und dadurch vielleicht Besitztümer anderer zerstört werden sollte (von schlimmerem mag ich gar nicht ausgehen, kann ich aber auch nicht, da unser Süßer zu emphatisch ist, als dass auch nur das kleinste Risiko bestünde, dass er andere Menschen in Gefahr bringen würde). Muss ich mich dann vielleicht rechtfertigen, dass ich ihm die Möglichkeit gegeben habe, obwohl er eine Behinderung hat oder darf ich für seine persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten, sein Recht auf Freiraum einstehen und diese trotz seiner Behinderung verteidigen? Muss ich vielleicht auch rechtlich etwas besonders beachten, weil er entwicklungsverzögert (und laut Diagnoseschreiben auch geistig behindert) ist? Wie findet man da den richtigen Mittelweg oder kann es diesen nicht geben? Kann ich nur eine überbehütende Helikoptermutter sein oder die Rabenmutter, die zu sehr interessiert oder kann ich einfach auch eine Mutter sein, die ihrem Kind Freiheiten einräumt, sich dennoch kümmert, sorgt und Regeln aufstellt, ihrem Kind aber die Möglichkeit gibt seine Grenzen zu erkennen und aus Fehlern zu lernen?

Ich frage mich wie viel Inklusion kann ich von meine Mitmenschen für unseren Wirbelwind fordern, wann ist es zu viel? Denn: er lernt zwar immer sicherer sich seine Grenzen einzugestehen, zu erkennen, wenn er zu vielen Reizen ausgesetzt ist und er eine Pause benötigt, aber das klappt mal besser, mal schlechter und wenn er überreizt oder übermüdet ist, passiert es auch schon mal , dass er albern wird, anderen Mitmenschen die Zunge heraus streckt, Schimpfworte benutzt. Was ist, wenn er das vielleicht auch wieder macht, wenn er mal alleine unterwegs ist? Darf ich dann Verständnis im Sinne des Inklusionsgedanken wünschen oder muss ich ihn dann wieder in seinem persönlichen Freiraum beschränken, bis er das nicht mehr tut und was ist, wenn er es nie gänzlich schafft das zu unterlassen, darf er sich dann nie im Sinne einer Selstständigkeitsförderung weiter entwickeln? Wo hat der Inklusionsgedanke bei der persönlichen Entfaltung eines Kindes sein Grenzen?

Ich frage mich auch wie ich darauf reagieren könnte, wenn unserem Sonnenschein von anderen Bezugspersonen mehr Freiheiten gegeben würden, als wir es für gut erachten würden, denn ein Kind braucht klare Grenzen was aber wenn Bezugspersonen ihm Dinge erlauben, die wir als Eltern nicht gutheißen, wo wir Grenzen ziehen würden? Bisher geschah das immer in Bezug auf Dinge, die keine potenzielle Gefährdung nach sich zogen, aber wäre wenn es mal dazu kommen würde? Ein Beispiel dazu aus meiner Kindheit: Der Vater eines anderen Mädchens in unserer Nachbarschaft war Dachdecker und hat seine Kinder häufiger mit auf Dächer genommen. Eines Tages, als meine Schwester und ich mit den Kindern spielten, nahm er aber auch uns (ohne vorab meine Mutter zu fragen) mit auf eins der Dächer in der Nachbarschaft, gab uns damit eine Freiheit, wo meine Eltern eine Grenze gezogen hätten. Natürlich muss es dann umgehend ein Gespräch geben (und das gab es auch), aber nehmen wir mal an der Nachbar hätte diese Grenze nicht für uns ziehen wollen, den Kontakt hätte man nicht gänzlich unterbinden können, weil wir nichtmehr ununterbrochen beaufsichtigt werden mussten. Man muss dann natürlich darauf vertrauen, dass die Kinder die gegeben Grenzen einhalten, aber wie kann ich reagieren wenn in einer solchen Situation das Kind die Grenze vergisst, sich also im Vertrauen auf diese Bezugsperson in eine Gefährdung begibt?

Man sagt „es benötigt ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen“ (afrikanisches Sprichwort) und das sehe ich ebenso, denn Eltern benötigen ein gutes Netzwerk, um das Kind großziehen zu können, um mal einen anderen Blickpunkt zu erhalten, manches vielleicht auch zu hinterfragen, aber auch für soziale Kontakte für das Kind, für neue Erfahrungen und für das Selbstwertgefühl des Kindes.  Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass es vielen Menschen schwer fällt fremde Kinder zu ermahnen, wenn sie eine Grenze überschritten haben. Wie kann ich dann aber darauf vertrauen, dass unserem Schatz nicht vielleicht sogar gegensätzliche Werte vermittelt werden? Wie kann ich ihm Grenzen vermitteln, die vielleicht bei anderen noch Freiheiten sind?

Ich frage mich auch in wie weit ich Kritik von außen überhaupt zulassen sollte, oder ob ich mir vielleicht zu viele Gedanken mache… und damit schließe ich diesen Beitrag ab.

 

Published in: on 11. Juli 2019 at 23:57  Comments (6)  

Pulleffekt oder die Tastatur-Henker

Seenotrettung ist kein Verbrechen, sondern menschliche Pflicht!

– fadegrad

Im Zusammenhang mit Kapitänin Racketes Menschenrettung hört man nicht nur von rechten Spacken das Argument des „Pulleffekts“, den die Rettungsschiffe im Mittelmeer hätten.

Die Tastaturhelden meinen, dass weniger Leute die Reise wagen würden, wenn weniger Leute gerettet würden. Logisch nicht? Ist ja schon bitzli abschreckend, wenn man da keine Sicherheit hat. Da gibts nur zwei Probleme.

Das erste ist praktischer Natur:

Die meisten Flüchtenden ersaufen im Meer, ohne dass jemals jemand davon erfährt – ausser den Schleppern. Und die werden kaum ihr eigenes Geschäftsmodell schwächen, indem sie die Flüchtenden warnen. Diese pflichtvergessenen Wasserleichen machen also nicht  mal ihren Abschreckungsjob anständig. Denn nur die, die auch im Internet auftauchen, wo sie dann wahrgenommen werden, schrecken auch andere Flüchtlinge ab.

Das zweite Problem ist, sagen wir mal, ethisch rechnerischer Natur:

Wie viele Kinder, Frauen und Männer muss man verrecken lassen, um wie viele andere Flüchtlinge abzuschrecken? Rein rechnerisch?

10 tote Flüchtlinge schrecken

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Published in: on 7. Juli 2019 at 15:47  Kommentar verfassen  

Manchmal mag ich nicht mehr…

Am Samstag, 29.06.2019, wurde die Kapitänin, Carola Rackete in Italien festgenommen, weil sie sich entschieden hatte trotz des Dekrets Italiens, dass Seenotrettung durch Nichtregierungsoranisationen unter Strafe stellen kann, in Lampedusa einzulaufen, da sie keine andere Option sah, um die Flüchtlinge an Bord der Sea Watch 3 in Sicherheit zu bringen, sie außer Gefahr zu wissen.

 

Seit diesem Tag gibt es täglich Nachrichten, Kolumnen, eigene Beiträge zur Sea Watch 3 und zum Verhalten der Kapitänin, zu Ideen wie diese Situation zu lösen sei, etwa vom italienischen Staatsanwalt  Herrn Patronaggio Frau Rackete auszuweisen. So weit so verständlich und nachvollziehbar. Es ist von gesellschaftlichem Interesse wie auf das rechtlich erst mal illegale einlaufen in den italienischen Hafen reagiert wird, ob es Konsequenzen haben wird.

 

Rechtlich gibt es dazu das Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (SOLAS), das internationale Übereinkommen über Seenotrettung und das UN-Seerechtsübereinommen, die alle festlegen dass Menschen in Seenot gerettet werden müssen. Weiter festgelegt ist, dass die Geretteten an den nächstgelegenen sicheren Ort gebracht werden müssen, an dem das Leben der Überlebenden nicht mehr weiter in Gefahr ist und an dem ihre menschlichen Grundbedürfnisse (wie zum Beispiel Nahrung, Unterkunft und medizinische Bedürfnisse) gedeckt werden können.

 

In wie weit die Menschen an Bord der Sea Watch 3 nun in Seenot geraten waren, ob die EU-weiten und internationalen Richtlinien und Übereinkommen zur Seenotrettung nun Anwendung fanden und ob die Nichteinhaltung des italienischen Dekrets zu ahnden sind oder nicht, werden Laien in Hinblick auf das Seerecht nicht bewerten können (ich habe natürlich eine Meinung dazu, aber rechtlich kann ich diese nicht sicher untermauern), aber letztlich ist es auch ein Diskurs über Menschlichkeit beziehungsweise deren Fehlen.

 

Es macht mich betroffen, sprachlos, traurig, wütend und fassungslos, wenn ich unter den diversen Berichten zu Seenotrettungen (und das schon vor der aktuellen Festnahme der Kapitänin der Sea Watch 3) lesen muss NGOs wären Schlepperbanden, Italien mache alles richtig, man solle nicht so naiv und weltfremd sein alle Flüchtlinge aufnehmen zu wollen, das Retten von Geflüchteten bewirke nur, dass noch mehr Flüchtlinge kämen, man solle diese Menschen besser absaufen lassen und Seenotretter würden weggesperrt gehören. Man muss natürlich auch klar festhalten, dass das Drängen auf die Einhaltung der Dublinregelung sicherlich dazu beigetragen hat, dass Länder wie Italien und Malta ihre Häfen schließen und keine Flüchtlinge mehr aufnehmen. Man muss aber auch erkennen, dass sich auch in der Flüchtlingsfrage oder wie damit umzugehen sei, der deutliche Rechtsruck in der EU erkennbar ist, dass man sich keinerlei Gedanken mehr über „fremde Menschen“ macht. Es werden Ängste vor Überfremdung geschürt, vor gewaltbereiten, frauenfeindlichen, homophoben Menschen, die hier hin kommen würden, es werden Existenzängste angesprochen und Forderungen wie diese Menschen absaufen zu lassen oder sie nach Libyen zurück zu schicken, wo sie inhaftiert, gefoltert oder dem Menschenhandel ausgeliefert, scheinen keinen Aufschrei mehr nach sich zu ziehen. Es scheint als seien solche Forderungen nicht unmenschlich, als seien sie gesellschaftlich toleriert.

 

Ich bin natürlich jedem, der sich solchen Forderungen entgegen stellt dankbar, aber ich muss auch gestehen, dass ich dafür keine Kraft habe, dass ich es an manchen Tagen nicht mal über mich bringe diese Kommentare zu lesen – es kostet zu viel Kraft.

 

Wir werden dieses Jahr auch in Urlaub fahren und zwar ans Meer, aber ich muss gestehen, dass ich froh bin an die Nordsee zu fahren und nicht ans Mittelmeer, es hätte einen sehr beklemmenden „Beigeschmack“ dort Urlaub zu machen, wo andere sterben!

 

Ich habe das Meer immer geliebt und damit Freiheit, Leichtigkeit, Frieden, Grenzenlosigkeit verbunden und ich liebe das Meer noch immer. Ich freue mich auch sehr darauf den Sand unter den Füßen zu spüren und (hoffentlich bei gutem Wetter) auch mit den Füßen ins Wasser gehen zu können.

 

Mittlerweile verbinde ich mich dem Meer – insbesondere dem Mittelmeer – aber auch Begriffe wie Tod, Unmenschlichkeit, Hass, Intoleranz, Ausgrenzung und es macht mich traurig, dass politisch Verantwortliche wie Matteo Salvini solche Zusammenhänge geschaffen haben.

 

Flüchtlinge im Mittelmeer
von Kostas Koufogiorgos Bildquelle: https://de.toonpool.com/user/65/files/fluechtlinge_im_mittelmeer_3178279.jpg

Es hat mich heute übrigens sehr gefreut zu lesen, dass Kapitänin Carola Rackete wieder frei ist.

© S. Stolzenberg

 

 

Published in: on 3. Juli 2019 at 00:43  Kommentar verfassen  

Das Kind da abholen wo es steht…

Zu diesem Blogbeitrag hat mich eine andere Bloggerin inspiriert, die den Blog „Ein Leben mit Autismus & einem halben Herzen“ betreibt und da aktuell wieder die Rubrik „Anders und doch (un)sichtbar“ ins Leben gerufen hat, um mehr wissen über die verschiedensten unsichtbaren Einschränkungen an die Hand geben zu können und das mittels Berichten von Betroffenen und Angehörigen. Eine schöne Idee, die mich aber auch zum nachdenken anregte.

Es ist traurig und kostet enorme Kraft sich immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert zu sehen, nicht ernst genommen zu werden und in Schubladen gesteckt zu werden, obwohl es so einfach wäre die Kinder da abzuholen, wo sie stehen, sich auf sie einzulassen.

Aber von vorn:

Bei uns fing dieser „Kampf gegen Windmühlen“ schon im Kleinkindalter unseres Wirbelwindes an, als uns immer gesagt wurde wir müssten stärker durchgreifen, wenn er mal wieder nicht ruhig beim Essen sitzen blieb, wie aufgescheucht durch die Wohnung rannte oder stundenlang damit beschäftigt war die Tür des Wohnzimmers auf und zu zumachen. Er konnte schlicht nicht anders, weil er noch nicht verstanden hatte warum er sitzen bleiben sollte, er konnte die Reize (Gerüche, Geräusche,..) nicht filtern und war damit überfordert diese beim Essen aushalten zu müssen, liebte es diese Routine der Türbewegung zu beobachten und das gab ihm Sicherheit. Die betreffenden Personen konnten (oder wollten) es aber nicht verstehen. Wir erklärten es immer wieder….  Mittlerweile wurde der Kompromiss gefunden, dass er beim Essen TV sehen darf und das wird von allen Bezugspersonen angenommen.

Unser Sonnenschein hatte dann eine Zeit lang eine Trennungsangst und Schlafstörungen entwickelt und auch da wurde uns zu mehr Konsequenz geraten, uns wurde auch das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ empfohlen und selbst der irrwitzige Rat die Kinderzimmertüre abzuschließen, damit er nicht einfach ungefragt wieder aufstehen und in Wohnzimmer kommen könnte, wurde uns erteilt. Wir verneinten das natürlich und entschieden uns dazu unserem Schatz die Zeit zu geben, die er benötigen würde, ihn in den Schlaf zu begleiten und schrittweise eine Loslösung (mal kurz raus gehen, dann etwas länger, die Türe auf lassen, dann ein Nachtlicht einführen, alles sehr kleinschrittig) zu gestalten. Wir saßen zwar anfangs teils bis zu 1,5 Stunden neben dem Bett, bis unser Süßer schlafen konnte, aber er ließ kurzzeitige Trennungen immer besser zu und nach knapp einem Jahr konnte er wieder alleine in seinem Zimmer schlafen. Wir waren für ihn da gewesen, hatten ihn ernst genommen und sind auf seine Bedürfnisse eingegangen, statt ihn dafür zu bestrafen.

Immer wieder wurden (und werden) von unserem Schatz Anpassungsleistungen gefordert, etwa ruhig sitzen zu bleiben, Unterhaltungen nicht zu stören, abzuwarten, obwohl das selbst vielen Regelkindern schwer fällt, aber unser Schatz ist nun mal kein Regelkind. Er ist Autist und benötigt in ruhigen Phasen Beschäftigung, weil er mit der „Ruhe“ nicht zurechtkommt. Er nimmt dann Dinge war (Wind, Atemgeräusche, das Summen von Leuchtröhren, das Geräusch fließenden Stroms,..), die in Beschäftigung besser gefiltert werden können. Denn dann kann er sich auf etwas anderes konzentrieren. Er kann auch nicht abwarten, bis er an der Reihe ist, es sei denn er darf Stichpunkte nennen, die ihm zu einem späteren Zeitpunkt helfen sich zu erinnern.  Er vergisst nämlich sonst, was er äußern möchte, weil er in der Zwischenzeit schon wieder mit anderen Reizen umgehen muss. Gleichzeitig gibt es Dinge die für ihn so wichtig erscheinen, ihn so sehr beschäftigen, dass diese nicht warten können und umgehend kommuniziert werden müssen. Genau deswegen hören wir aber auch immer mal wieder er sei frech, schlecht erzogen und man solle ihm doch mal mehr Grenzen setzen – Äußerungen aus einer Unwissenheit heraus getätigt.

Oft, insbesondere von Außenstehenden haben wir auch zu hören bekommen, dass er das doch schon können müssen, etwa seinen Namen zu schreiben, alleine auf den Spielplatz zu gehen, sich alleine die Zähne zu putzen und vieles mehr. Nein das kann er nicht, da er entwicklungsverzögert ist, länger die Sicherheit benötigen wird, dass Papa und Mama da sind und ihm die nötige „Rückendeckung“ geben werden, er Dinge zum Teil kognitiv, teils auch motorisch einfach noch nicht umsetzten kann.

Und dann kam die Einschulung. Wir hörten zum ersten Mal Äußerungen wie „jedes Kind ist individuell in seinen Stärken und Schwächen“ oder auch „Sie sind die Spezialasten für ihr Kind“. Sätze, mit denen man sich ernst genommen fühlt (und im Großen und Ganzen werden wir das auch), aber es auch da immer wieder Situationen, in denen wir wieder rechtfertigen, erklären, nach Hilfen bitten mussten. Unser Junior benötigt beispielweise Routine und Struktur und natürlich kann es ungewollt immer zu Veränderungen etwa durch Krankheitsausfälle kommen, aber auch planbare Veränderungen wurden zum Teil nicht oder sehr kurzfristig kommuniziert, Überforderungshandlungen, die dann unwillentlich geschehen und ähnlich wie bei einer Impulskontrollstörung zu werten sind, waren immer wieder Thema, Lösungsansätze gaben aber vor allem wir Eltern und Distanzlosigkeit wird immer wieder angesprochen. Tägliche Ablaufe werden im Tagesplan (sowohl schulisch als auch zu Hause)  visualisiert, um mehr Sicherheit zu geben, es gibt enge Strukturen und enge Begleitung (durch die Lehrkräfte) und planbare Veränderungen werden nun zeitnah kommuniziert, damit es nicht zu Überforderungen kommt, in einer Überforderung gibt es begleitete Auszeiten oder Stimmingshilfen (Stimming ist eine Form der Selbstregulierung) und bei stanzlosem Verhalten wird immer wieder geäußert, dass es unerwünscht ist, damit es bei unserem Wirbelwind „ankommt“.

Das alles hat aber leider auch sehr lange gedauert und wir wurden trotz der schönen Aussagen wie wir seien Spezialisten für unser Kind in einer Hinsicht leider lange nicht ernst genommen. Denn wir sagten seit dem zweiten Halbjahr des ersten Schuljahres, dass unser Wirbelwind wegen seiner Probleme in der sozialen Interkation einen I-Helfer benötigte, er hat noch immer keinen, aber es wird nun einer beantragt…

Dabei wäre es so einfach ein Kind (in dem Fall unseres) da abzuholen wo es steht:

In Bezug auf das ruhig sitzen bleiben beim Essen, hätte mal konkret nachgefragt werden können worin da die Schwierigkeit besteht und gemeinsam nach Lösungen gesucht werden können.

Staat Anpassungsleistungen zu fordern, könnten Lösungen angeboten werden (etwa Notizen was er sagen möchte und dass er dann wartet), und einfach mal die eigene Handlung unterbrochen werden, wenn das Kind gerade Aufmerksamkeit benötigt. Im Alltag könnte nachgefragt werden warum sich das Kind so verhält, wie man helfen kann, welche Unterstützung es gibt, statt vor zu verurteilen. Und in der Schule sollte vielleicht etwas öfter auf Hinweise der Eltern gehört werden.

Positive Beispiel für ein abholen des Kindes wo es steht, möchte ich hier aber noch ein paar geben:

Als unser Junior beim Essen noch nicht ruhig sitzen bleiben konnte, immer wieder nur im vorbei laufen etwas aß, machte eine gute Freundin von mir, die ich immer mal wieder besuchte ein Spiel daraus. Unser Junior war ein kleiner LKW, der viel Ladung zu verteilen hatte und konnte so immer nur kurze Zwischenstopps machen, um wieder neue Ladung aufzuladen, wobei das Essen die Ladung war. Sie fragte immer, wenn er näher zum Tisch kam, ob der LKW wieder leer sei und neu gefüllt werden müsse und als der Teller leer war, rief sei „Feierabend“. Er fühlte sich damit ernst genommen, konnte sogar trotz dessen spielen und niemanden störte es. Als er gelernt hatte ruhig sitzen zu bleiben, war er dann selbst die Person, die den LKW befüllte.

In Bezug auf Anpassungsleistungen haben wir auch einige liebe Freunde, die diese gar nicht einfordern, sondern statt dessen dann alternative Beschäftigungen anbieten, etwa wenn eine Unterhaltung geführt wird, darf das Kind dann in der Zwischenzeit ein Buch ansehen oder bekommt etwas anderes zu spielen, was es gerne mag.

 

Bei Begegnungen mit Außenstehenden gab es aber auch einige sehr schöne Situationen. Mir wurde etwa mal gesagt, dass viele Autisten eine Vorbildfunktion für viele Nichtautisten sein sollten, weil sie eine enorm hohe Merkfähigkeit besitzen, ehrlich, loyal und direkt sind, einen Detailblick haben und nicht um der Kommunikation willen Smalltalk betreiben, sondern nur über relevante Dinge sprechen. Eine schöner Gedanke 🙂 .

 

Generell würde ich mir wünschen, dass einfach eher mal nachgefragt wird, man bereit ist sich auf das „anders sein“ einzulassen, denn wir alle haben unsere Stärken und Schwächen, die wir ebenfalls beherzigt wissen möchten, und dass man sich vielleicht, bevor man in welcher Form auch immer handelt, mal fragt wie ginge es mir in der Situation und welche Reaktion würde ich mir wünschen. Aufklärung würde ich mir zwar auch wünschen, aber diese erreicht leider in der Regel eh „nur“ selbst Betroffene und Angehörige, wäre aber vielleicht auch gar nicht nötig, würden wir alle einfach etwas offener mit unserem Gegenüber umgehen.

S.Stolzenberg

Ambulant betreutes Wohnen – Gedanken dazu und zum Welt-Autismus-Tag

Gedankenkarrussel

Es ist mal wieder Welt-Autismus-Tag.

Wie immer wird viel über Autismus und Autisten geredet und wenig mit ihnen.
Nach wie vor geht es in der Forschung hauptsächlich um Dinge, die für Autisten wenig Alltagsrelevanz haben (z. B. genetische Ursachen) oder sogar schädlich sind (z. B. Forschung zu ABA) statt darum, was die Probleme im Alltag sind und wie man ihnen dabei helfen kann. In meinem Artikel Eine nationale Autismusstrategie für Deutschland? habe ich dazu schon ein bisschen was geschrieben.

Passende Hilfen gibt es oft gar nicht, zumindest nicht über die Krankenkasse oder Eingliederungshilfe. Ich kenne einige Autisten, denen mit einer Haushaltshilfe geholfen wäre, aber so etwas ist nicht vorgesehen, wenn man es nicht gerade auf einen Pflegegrad bringt (und selbst dann kommt man oft nur auf wenige Stunden, weil meist ein Pflegedienst mit entsprechend hohen Stundensätzen beauftragt werden muss anstatt dass man sich anderweitig jemanden sucht). Ein paar grundsätzliche…

Ursprünglichen Post anzeigen 848 weitere Wörter

Published in: on 2. April 2019 at 11:39  Kommentar verfassen  
autimom82

Autismus, Kaffee und der ganz normale wahnsinn

saschastracks.de

Die offizielle Website von Sascha Stracks

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Mutter sein und Frau bleiben mit behindertem Kind

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Eine Mutter liebt am stärksten ihr schwächstes Kind (schwedisches Sprichwort)

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Leben mit Autismus & einem halben Herzen

Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet. (Oscar Wilde)

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Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Antoine de Saint-Exupéry

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Ich trage meine gefrohrenen Tränen tief eingeschlossen in meiner Seele. ----------------~-------------- Seele in Feuer getaucht, Herz im Eis erfroren, Geist in der Ewigkeit verloren. ~~~~-------------------------------- Körper Zerschlagen, Zerschnitten das Leben©Ute Schnee©