Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie Woche 2 oder „Ich bin scheiß wütend“

Unsere erste Woche war turbulent, emotional, vor allem für Junior, anstrengend, stressig und dadurch war ich am Ende der Woche dazu gezwungen umzudenken, damit Junior zur Ruhe kommen könne und ich mehr Zeit hätte meine Gefühle zulassen und ordnen zu können…

Wir war also Woche zwei?

Persönlich hat sich die Situation deutlich verbessert, denn mein Mann informiert sich zwar weiterhin, ist weiterhin zu Recht besorgt, aber bei weitem nicht mehr so intensiv, wie er es letzte Woche noch war, konnte auch wieder mehr lachen und Blödsinn machen .

Für unseren Sonnenschein war die zweite Woche auch wesentlich besser, weil er durch einen ruhigeren Tagesablauf, zwei geteilten Einheiten Homeschooling und regelmäßigen Anrufen mit der Familie besser im neuen Alltag ankommen konnte, besser zur Ruhe kommen konnte. Dass wir zusätzlich jeden zweiten Tag an die frische Luft gegangen sind, tat ihm zusätzlich gut, weil er so Energie und Sonne tanken konnte, Bewegung hatte und in der Natur sein konnte.

Über mich hatte ich letze Woche geschrieben, dass ich quasi gar keine Zeit hatte mich mit meinen Gefühlen und Gedanken auseinander zu setzen, sie zuzulassen, sie zu verarbeiten. Dass war diese Woche ganz anders!

Ich hatte diese Zeit, die ich mir durch eine Neustrukturierung des Tages bewusst eingeplant hatte und nutzte diese auch um mich über meine Gefühle auszutauschen.

Ich habe festgestellt, dass ich dankbar bin, traurig, demütig, aber und das vor allem scheiß wütend!!!

Dankbar bin ich im privaten für viel intensive Familienzeit mit vielen schönen Momenten, sehr viel Nähe, trotz körperlicher Distanz, für intensiven, teils sehr emotionalen Austausch. Ich bin dankbar für viele schöne Telefonate mit sehr lieben Menschen und schöne Kurzausflüge in der Natur bei herrlichem Wetter. ♥

Gesellschaftlich bin ich für die anhaltende Solidarität, die ich erlebe dankbar, für jede noch so kleine Hilfsaktion.

Viele dieser Aktionen und Gesten, etwa jetzt zur Begrüßung nicht die Hand zu reichen, für ältere Damen und Herren einkaufen zu gehen und ähnliche machen mich aber traurig und nachdenklich. Denn ich frage mich warum nicht unabhängig von einer solchen Krise solchen Hilfen angeboten werden, warum es nicht generell etwa in der Grippezeit als angemessen gilt nicht die Hand zur Begrüßung zu reichen, sich „nur“ zuzulächeln!?

Ich bin traurig, weil ich leider davon ausgehe, dass diese Solidarität nach der Krise, nach der Epidemie nicht beibehalten wird, denn das lehrt uns leider die Geschichte.

Ich bin aber auch demütig angesichts der immensen weltweiten Zahlen an Todesfällen. Es macht mich dankbar leben zu dürfen und lässt mich den Luxus, in den ich leben darf viel bewusster wahrnehmen.

 

Ich bin aber vor allem scheiß wütend!!!

Privat bin ich wütend auf jeden Menschen, der – vor allem unserem Schatz gegenüber – Versprechungen macht, Hoffnungen weckt, dann aber wieder enttäuscht, weil gemachte Versprechen nicht eingehalten werden. Ich habe entschieden, dieses Verhalten nicht weiter zu dulden, es nicht mehr zuzulassen und ihn zu schützen, indem ich generell solche Versprechen untersage. Uns Eltern gegenüber dürfen gerne Absichten mitgeteilt werden, aber es wird keine Versprechen mehr durch diese Menschen geben, die an unseren Wildfang gerichtet werden.

 

Gesellschaftlich gibt es einiges was mich wütend werden lässt.

Im kleineren Kreis sind es weiterhin all die Menschen, die sich nicht an getroffene Maßnahmen halten, die die Pandemie „klein reden“, die die Gefahrensituation nicht ernst nehmen.

Im weiten macht es mich wütend wenn Medien vor allem sehr viel über Infektions- und Todeszahlen berichten, kaum bis gar nicht aber über genesene Menschen, denn ich würde gerne öfter meine Freude darüber ausdrücken, wenn ein Mensch genesen ist, als immer „nur“ mein Beileid, meine Anteilnahme für die Angehörigen ausdrücken zu können.

Gesellschaftlich macht mich aber vor allem eines scheiß wütend. Die Ignoranz!

„Aber so scheint der Mensch zu sein: Ich, ich, ich. (…)

Auf Lesbos ist die Kacke am dampfen und zwar nicht nur im übertragenen Sinne. Da hausen über 20000 Menschen in einem Lager, das für 3000 Menschen gedacht war, auf allerengstem Raum. Die ausländischen Hilfskräfte haben die Insel aus Angst vor der Corona-Pandemie längst verlassen. Insgesamt leben in den Lagern auf den griechischen Inseln Lesbos, Chios und Samos rund 42000 Menschen in allergrößter Not. Mitten in Europa. In der Region, in der die EMRK gilt, die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten.

Das muss für die Menschen in den Lagern wie Hohn klingen. Ihre Menschenrechte sind in der Europäischen Union nichts als ein Spielball nationaler Egoismen. Solidarität Fehlanzeige.

(…)

Es ist so leicht, den Wohltäter zu mimen, wenn es einem selbst gut geht und man aus dem Vollen schöpfen kann. Vermutlich hilft man dann auch gar nicht mal so sehr aus Solidarität mit den Mitmenschen, sondern weil es sich einfach geil anfühlt, wenn man sich als Wohltäter brüsten kann. Schwieriger wird es dann schon, wenn man selbst in eine Notlage gerät. Dann noch teilen? Dann noch anderen helfen, die man nicht einmal persönlich kennt?

Wie man sieht können zur Stützung der Wirtschaft innerhalb weniger Tage Milliardensummen aufgebracht werden. Da kann die heilige Kuh der Schwarzen Null in Nullkommanix ins Schlachthaus gebracht werden. Ein kleiner Bruchteil dieser wahnsinnigen Summen hätte schon vor Monaten ausgereicht, um die Lage in den Lagern zu beenden und die Menschen in einem Europa der Menschenrechte ankommen zu lassen.

Das Gefasel von einer europäischen Lösung an der sich alle EU-Staaten beteiligen müssten, ist eine durchsichtige und billige Ausrede dafür, selbst nichts tun zu müssen.

Geholfen werden muss dann, wenn Not da ist. Ja, wir können nicht jeden Hungernden auf der ganzen Welt versorgen. Aber wir haben die verdammte Pflicht und Schuldigkeit wenigstens die Menschen, die sich auf dem Gebiet der Europäischen Union befinden, auch so zu behandeln, wie es die viel beschworenen europäischen Werte verlangen. Und wenn keiner mitmachen will, dann schaffen wir das auch alleine.

Die EMRK ist keine Vorlage für schwülstige Reden und Gedenkveranstaltung. Sie ist geltendes Recht. Nun wird es keinem der Lagerinsassen gelingen, dieses Recht auch einzuklagen, bevor er in dem Lager verreckt ist…“ (Zitat von Heinrich Schmitz)

 

Hier in Deutschland liest man seit letzter Woche immer wieder #bleibzuHause , aber wie setzt man das um, wenn es kein „zu Hause“ gibt, wenn man sich mit mehreren Menschen ein Zelt teilt, wie beachtet man Hygienemaßnahmen, wenn es nur einen Wasserhahn gibt, der für tausende Menschen dient, wie hält man Hoffnung aufrecht, wenn nicht mal genügend Lebensmittel zur Verfügung stehen? Seit dieser Woche lese ich auch immer öfter ergänzend #maskeauf – die Bitte im öffentlichen Raum für ein Minimum an Schutz eine selbst hergestellte Maske zu tragen. Eine gute Idee aber wie schützen sich die Menschen, die in Flüchtlingslagern leben?

Stimmt! Gar nicht! Denn es ist schlicht nicht möglich!

Das schlimme ist, wenn man dann noch liest oder hört, dass man ja jetzt durch die Corona-Pandemie dazu gezwungen sei die Menschen in den Lagern im Stich zu lassen, egoistisch sein zu müssen, sich selbst schützen und die Grenzen schließen zu müssen. Ein Gedanke, der von Angst getragen wird, nachfühlbar definitiv, aber human keineswegs!

Auch in Kriegsgebieten wie Syrien, dem Irak oder Afghanistan wird ähnlich furchtbar sein, aber vor allem für die Region um Syrien, soll es immerhin finanzielle Hilfen geben („Entwicklungsminister Gerd Müller kündigt eine Initiative zum Schutz von Flüchtlingsregionen an. (…)Es werde ein Sofortprogramm erarbeitet für die Bekämpfung der Pandemie und der wirtschaftlichen Folgen vor allem in der Region um Syrien.“).

Auch für Afrika, dem durch die Pandemie hundertausende, wenn nicht millin Tote drohen soll geholfen werden wie Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) betont („ „Die Staatengemeinschaft muss schnell liefern“, schreibt Müller in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel. Neben millionenschweren Soforthilfen will der CSU-Politiker praktische Unterstützung bereitstellen – etwa bei der Schulung von Labor- und Klinikpersonal.“)

Darüber nachzudenken, dass in den Favelas Brasiliens Schutzmaßnahmen nicht von der Regierung ausgesprochen werden, sondern von Drogenkartellen und Milizen, darf ich mir kaum erlauben. Dies wäre Aufgabe der Politik gewesen, die aber verbreitet das Coronavirus sei mit einer Grippe vergleichbar, nicht ernst nimmt, dass das Gesundheitssystem so schlecht aufgestellt ist, dass es durch das Virus zu hunderten, wenn nicht sogar tausenden Toten kommen kann. Die „beste“ Nachricht zu den Menschen in den Favelas war diese: „Am Wochenende wurde bekannt, dass die Stadt nun Hotels mietet, um alte Menschen aus den Favelas zu isolieren.“

All diese Menschen verdienen Hilfe und Solidarität, haben das Recht darauf und dennoch wird es ihnen verwehrt und das macht mich einfach scheiß wütend!!!

Ich wünschte mir einfach etwas mehr handeln im Sinne des Songs „Imagine„, befürchte aber, dass dies ein Wunschtraum bleiben wird…

 

© S. Stolzenberg

 

 

Published in: on 30. März 2020 at 02:14  Kommentar verfassen  

„Coronaferien“ Woche 1 – ein Rückblick

Am 13.03.2020 erfuhren wir, dass ab dem 16.03.2020 eine bundeslandweite Schulschließung beginnen würde, wir also Homeschooling machen müssten, die Schulen sollten zwar Montag und Dienstag für eine Notfallbetreuung geöffnet bleiben, aber wir entschieden, diese nicht wahrzunehmen, weil das bei unserem Junior zu noch mehr Unverständnis geführt hätte.

Ich befürworte die Maßnahmen, die entschieden wurden, habe zwischenzeitlich trotz der Hoffnung, dass es keine Ausgangssperre geben werde, zeitweise gewünscht, dass diese entscheiden wird. Mein Mann war zuletzt noch bis Anfang Februar im Krankenhaus, hatte bis Ende Februar Antibiose, wodurch sein Immunsystem sich erst mal wieder regenerieren musste, wobei seine Erkrankung noch nicht völlig abgeheilt ist und ich habe ein geschwächtes Immunsystem. Unser Sohn ist Autist, benötigt somit Vorhersehbarkeit, Routine, Sicherheit, Regelmäßigkeit. Würde somit einer von uns an Covid19 erkranken, wäre das eine massive zusätzliche Belastung für den Partner, aber insbesondere für unseren Schatz. Ich finde also – ebenso wie mein Mann – Schulschließungen, das Reduzieren sozialer Kontakte, Homeoffice, wo es umsetzbar ist, Abstandsregelungen in öffentlichen Bereichen und die Einschränkungen um gesellschaftlichen Leben wichtig und richtig.

Wir erklärten unserem Süßen, dass er ab Montag von Mama Schulaufgaben bekommen würde, er auch erst mal seine Omas und seinen Opa nicht besuchen dürfe. Er nahm es erst mal – scheinbar ohne Gefühlsregung – hin, musste diese Information sicher – wie auch Mama – erst mal „verdauen“…

Über das Wochenende schien die Information der Schulschließung für unseren Junior ausgeblendet zu sein und Mama nutze die Abende schon mal auf der Onlinesuche nach weiterem Schulmaterial (in der Vorahnung „erst im Laufe der kommenden Woche welches aus der Schule zu erhalten), hatte aber bereits Material zu Hause, was sich Junior in Form von Vorschulheften mal gewünscht hatte, was für ihn vom Leistungsstand passend ist, weil er auf eine Förderschule geht.

Das Wochenende endete mit vielen Fragen, von denen kaum welche zu beantworten gewesen wären und der Überlegung einer Tagesplanung für die kommende Woche.

Ich wollte mit Junior den sowieso geplanten Frühjahrsputz angehen, ihm täglich Aufgaben für ca. 1,5 Stunden geben, mit ihm malen, basteln, Sportübungen für zu Hause umsetzten, ein Ich-Buch (mit Informationen über ihn und seine aktuelle Lebenssituation) beginnen, spielen, aber auch mal an die frische Luft gehen….

Die erste Woche der „Coronaferien“ begann mit der Sorge um meinen Mann, der nach längerer Krankschreibung in Eingliederung wieder zu arbeiten begann, mit der Sorge um meine Oma, die in einer Altenstube hilft und zur Risikogruppe gehört und mit der Sorge um unsere Eltern, die ebenfalls zur Risikogruppe gehören. Ich versuchte nicht zu sehr darüber nachzudenken, immerhin hatte ich für unseren Schatz (viel zu )viel überlegt. Da ich in der Nacht kaum zum schlafen gekommen war, weil ich zu viele unbeantwortete Fragen hatte, versuchte ich nach dem Frühstück erst mal ein paar davon zu klären, erfuhr dadurch unter anderem, dass ich Mitte der Woche Arbeitsmaterial für unseren Sonnenschein erhalten würde, ein Kontrolltermin für ihn erst mal auf unbestimmte Zeit abgesagt ist, konnte durch Informationen im Internet weitere Fragen klären und stellte schnell fest, dass ich gar nicht so viel mit Junior umsetzten könnte, wie ich mir vorgenommen hatte, wodurch wir zusammen neu überlegten und entscheiden erst mal in dieser Woche den Frühjahrsputz zu erledigen, ca. 1 Stunde am Tag Aufgaben zu erledigen, dafür aber auch 15 – 30 Minuten am Samstag, kleine Bewegungsspiele in den Frühjahrsputz zu integrieren, erst am Wochenende raus zu gehen (in der Hoffnung, dass dies auch möglich sei), nicht zu basteln. Unser Junior war wütend wegen des „scheiß Virus“ und die daraus resultierenden Einschränkungen, mein Mann und ich waren noch besonnen.

Dienstag begannen Junior und ich dann mit dem Frühjahrsputz und danach half mein Mann unserem Schatz bei seinen Aufgaben, da Junior immer an die korrekte Stifthaltung erinnert werden muss, während ich weitere Aufgaben des Haushalts erledigte. Für die aktuelle Ausnahmesituation war es fast ein „normaler“ Tag.

Der Mittwoch war vor alle durch Wut, Ärger und Sorge geprägt, denn mein Mann war für jemanden aus der Familie einkaufen, während Junior nicht verstand warum sein Papa so lange unterwegs war, sich nicht auf mehr als seine Schulaufgaben einlassen konnte, wir also anderweitige Beschäftigungsideen suchen mussten und fanden. Als mein Mann wieder nach Hause kam, berichtete er über leider immer noch herrschende Hamsterkäufe, vor allem Toilettenpapier war kaum noch zu bekommen. Es fehlte uns allen ein wenig die Sicherheit, die wir sonst spüren…. Der Folgetag verlief dafür wieder ruhiger, war von (neuer) Routine geprägt.

Auch Freitag war mein Mann nach der Arbeit wieder für ein Familienmitglied, aber auch für uns einkaufen, bekam nicht mal alles, und ich versuchte unseren Wirbelwind durch die neue Routine zu stärken, versuchte ihm Sicherheit zu vermitteln, wobei er aber von seinen Gefühlen, seiner Verunsicherung übermahnt wurde, bitterlich zu weinen begann, weil jetzt alles anders ist, es ihm zu viel war 😥 . Er benötigte erst mal viel Kuscheleinheiten von Mama und durfte dann mit Seifenblasen auf dem Balkon spielen, fing sich wieder etwas. Beim abendlichen gemeinsamen „Spiel des Lebens“ konnte er auch wieder albern und lachen ♥.

Nachdem wir dann Samstag ein letztes Mal richtig fleißig waren, ließen wir die Woche mit einem Ausflug an der frischen Luft (natürlich mit ausreichend Abstand zu anderen Menschen, der nötigen Einhaltung von Hygienevorschriften) ausklingen….

Wie erging es uns in der Woche?

Für meinen Mann begann die Woche mit vielen Fragen, aber auch mit der Freude wieder arbeiten zu können, mit Sorge um Angehörige und sicherlich auch dem Gedanken wie Junior und ich den neuen Alltag meistern würden. Durch die erlebten Hamsterkäufe, die in den Nachrichten gesehen ignoranten Menschen, die aktuelle Gefahrenlage nicht ernst nahmen, zunehmen Fallzahlen und Sterbedaten und die mögliche Ausgangssperre, wurde er unruhiger, nervöser, besorgter, konnte nichtmehr „abschalten“, machte sich (zu viele?) Sorgen, bekam Angst, informierte sich aber dennoch jeden Abend sehr ausführlich. Damit er nun mal zur Ruhe kommen kann, habe wir besprochen, dass ich ihn über die wichtigsten Entwicklungen, die uns betreffen, informiere, er sich zu Hause mit anderen Dingen beschäftigt, damit er gedanklich zur Ruhe kommen kann.

Unser Sonnenschein war zu Beginn der Woche vor allem wütend. Wütend weil er nicht zur Schule durfte, weil er nicht wusste wann er mit seinem Opa, der Geburtstag, feiern könnte, wütend auf das „scheiß Virus“, wütend über die Veränderungen. Im Laufe der Woche kamen dann zunehmend auch Sorge um seine Omas und seinen Opa, aber vor allem auch seinen Papa dazu, Verunsicherung unter anderem wegen der Hamsterkäufe, aber er schien alle seine Gefühle auch etwas zurück zu halten, wollte vermutlich Papa und Mama nicht weiter belasten (er ist sehr emphatisch), wollte stark für uns sein und das alles brach dann am Freitag aus ihm heraus, als bitterlich weinte, weil jetzt alles anders ist, sich so viel verändert hat und er damit nicht gut umgehen kann, er seine Familie und Freunde vermisst .Er konnte das aber auch mittels seines Ich-Buchs aufarbeiten. Über das Wochenende konnte er dann durch Routine und frische Luft wieder etwas zur Ruhe kommen. Wir haben auch darüber gesprochen, dass die nächste Woche (nach beendetem Frühjahrsputz) weniger stressig werden wird.

Ihn hat es verunsichert, weil seine gesamte Alltagsroutine, seine festen Regeln weggebrochen sind, er keine Schule mehr hat, die gewohnten Abläufe nonexistent sind. Er ist verunsichert, weil er – wegen der Hamsterkäufe – nicht mehr die Verlässlichkeit hat immer alle benötigten Lebensmittel zu Hause haben zu können, aber auch und das vor allem, weil wir ihm manche Fragen schlicht nicht beantworten können – etwa wann er wieder zur Schule gehen wird – dessen Antworten wir auch nicht kennen, wodurch es zu einer permanenten Unsicherheit kommt.

Und ich?

Ich habe mit einem „zu viel“ an Gefühlen in die Woche gestartet. Mit vielen (teils immer noch) offenen Fragen, mit vielen Ideen, mit guten Vorsätzen, die ich zum Teil schnell wieder verwerfen musste, mit Sorge, Wut, Verärgerung, aber auch der Vorfreude auf viel intensive Familienzeit, hatte dadurch auch erst mal einen Wochenstart mit Schlafmangel, wollte und konnte mich aber auch nicht erneut schlafen legen. Da ich den Alltag organisieren musste, es viel (zu viel) zu tun gab und ich der Anker für meinen Sohn und meinen Mann war, für die stark sein wollte, mich parallel aber auch informierte, hatte ich für diese ganzen Gefühle eigentlich gar keine Zeit. Ich konnte mich diesen nicht stellen, musste sie wegen anderer Dinge, die erledigt werden wollte, beiseiteschieben, erst abends konnte ich mich ein wenig damit auseinander setzen. Ich bin allerdings auch hyperaktiv und habe dadurch sowieso massive Ein- und Durchschlafprobleme, bin bedingt durch Vitamin-B12- und VitaminD3-Mangel auch eh schneller müde – besonders von Herbst bis in den beginnenden Frühling, schlafe aktuell aber noch schlechter ein und durch, weil ich abends im Bett all die Gefühle und Gedanken des Tages aufarbeite, bin aber auch länger online, um mich auszutauschen und musste somit die ganze Woche mit viel zu wenig Schlaf auskommen (in der Regel  waren es zwischen fünf und sechs Stunden). Im „normalen“ Alltag lege ich mich mittags nochmal ein wenig hin und schlafe, was mir aktuell nicht möglich ist, weil es keine „Ich-Zeit“ mehr gibt, da unser Sonnenschein nun mal zu Hause ist, ich nicht möchte, dass er mich vor allem schlafend erlebt. Er muss das zu oft wegen meiner Schlafproblematik erdulden, aber auch, wenn ich wieder mal eine Migräne-Attacke habe und von meinem Medikament müde werde.

Ich bin dankbar für die intensive Familienzeit, aber sie zehrt auch an meinen Kräften, da ich permanent Geräuschen ausgesetzt bin – es gibt (außer spät abends, wenn mein Mann und mein Sohn schlafen) keine Zeit, in der es ruhig ist in der Wohnung, was mir als Migränepatientin zeitweise sehr zusetzt, ich möchte stark für meine Familie sein und nehme mich dann zurück (zu sehr sicherlich), mir fehlt meine Routine, die mir Sicherheit gibt. Ich bin aber auch stolz auf meinen Mann, der trotz all seiner Gefühle versucht mich zu unterstützen wo es nur geht, auch an andere denkt (was leider keine Selbstverständlichkeit darstellt), genieße es wenn er lacht und mit Junior und mit Blödsinn macht. Ebenso bin ich stolz auf unseren Sohn, der trotz all seiner Gefühle stark für uns sein möchte,  der seine Auszeiten einfordert, viele Fortschritte macht und immer noch ansteckend lebensfroh ist – auch aktuell.

Ich bin besorgt und verunsichert, dass ich womöglich wegen meiner Ernährung Schwierigkeiten bekommen könnte. Die Hamsterkäufe beim Toilettenpapier haben mich nicht weiter besorgt, weil es dafür genug Alternativen gibt, aber übers Wochenende bekamen wir (beziehungsweise mein Mann, der einkaufen war) nicht mal mehr das Brot, dass ich sonst esse oder die Brötchen. Ich vertrage aber nicht jedes Brot und er mein Mann musste deswegen für mich Alternativen finden. Noch gibt es diese, aber wenn weiterhin so gehamstert wird (was wir auch bei Gemüse unter anderem erlebt habe), könnte das ein Problem darstellen.

Ich bin wütend, über all die Menschen, die sich nicht sozial verhalten haben, Regeln nicht eingehalten haben, die Situation ausgenutzt haben.

Heute habe ich dann zum ersten Mal den Eindruck gehabt wie surreal es ist auf genügend Abstand zu achten, stärker darauf zu achten nicht alles anzufassen, in einer teils eh schon kalten Gesellschaft Distanz zu wahren und es fühlte sich unwirklich und falsch an, vom Kopf her zwar richtig, aber dennoch gefühlt nicht und so muss ich auch dieses Gefühl erst mal „verdauen“.

Es war eine intensive, sehr emotionale Woche, die wir nicht so schnell vergessen werden.

Was gab es noch?

Wir haben festgestellt, dass sich aktuell die Natur erholt, der Himmel wieder klarer wird, Fische und Delfine gesichtet werden, wo wir es bisher nicht erlebt haben (etwa in italienischen Häfen), wobei sich die Frage stellt in weit das anhält, wenn die Pandemie  endet.

Es gibt ein Zitat, welches folgendermaßen lautet: „Den wahren Charakter eines Menschen erkennt man daran, wie er mit den Menschen umgeht, die er nicht braucht.“ Leider zeigte sich im Laufe der Woche der Charakter vieler Menschen in sehr negativem Ausmaß, dass zu viele Menschen ignorant waren und die Gefahrenlage nicht ernst nahmen, sich rücksichtslos verhielten, Regeln nicht eingehalten wurden, es zu Diebstählen kam und um Desinfektionsmittel gebeten wurde (unter Angabe diese zu benötigen), die dann teuer verkauft wurden.

Hoffen wir, dass Menschen mit einem solchen Charakter die große Ausnahme bleiben.

Es gab aber auch viel positives, viele Solidaritätsaktionen, wie etwa die Nachbarschaftshilfe NRW, die Coronahilfe, Spenden von Serien und Firmen für die Pflege, Dankesbekundungen für alle systemrelevanten Berufsgruppen und vieles mehr.

Nur die Not zeigt den wahren Charakter.

Hoffen wir dass der Charakter der meisten Menschen geprägt ist von Empathie und Menschlichkeit!

Wie geht es für uns weiter?

Für unseren Wirbelwind wird es einen ruhigeren Tagesablauf geben, bei dem er zweimal täglich Schulmaterial bearbeiten wird, mehr Freizeit hat und dadurch hoffentlich besser in der aktuellen Situation „ankommt“.

Meinen Mann werde ich – hoffe ich – emotional etwas entlasten können und er wird sich dennoch – wie ich auch – weiterhin (zu) viele Sorgen machen.

Ich werde versuchen mir „Ich-Zeit“ zu schaffen, wenn Junior mal für sich spielt, damit ich meine Gefühle besser verarbeiten kann, werde weiterhin besorgt sein, aber die Zeit auch genießen und hoffentlich etwas mehr zur Ruhe kommen.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen viel Kraft, Geduld und eine gute Alltagsplanung mit Ruhezeiten.

Passt auf euch auf und bleibt gesund.

© S. Stolzenberg

Autismus und Covid 19

Rundumgedanken

Eins vorweg, ich gehe mit sämtlichen Maßnahmen bezüglich der aktuellen Krise konform. Ich habe eine Form von Asthma, die sich nur bei Erkältungen zeigt. Ich habe durchaus Angst, mich anzustecken. Und das Virus ist eine andere Hausnummer, als ne kleine Erkältung. Mein Mann hat allergisches Asthma, unser Sohn hat Pflegegrad 3. Egal wie, eine Infektion innerhalb unserer Familie wäre furchtbar. Deswegen bin ich absolut für absolute eine Minimierung der sozialen Kontakte, für Schulschließungen, und Home Office wo es geht.

Was ich im Moment wahrnehme, wir Autisten haben eine ganz eigene Art mit der aktuellen Krise umzugehen. Endlich sind mal unsere Kernkompentenzen gefragt (😜). Soziale Kontakte minimieren – können wir. Menschenansammlungen meiden – können wir. Ich bin gerne alleine. Ich treffe mich zwischendrin auch sehr gerne mit meinen Freunden, aber ich kann einen großen Teil meiner sozialen Interaktion auch online ausüben. Ich habe keinerlei Probleme damit, tagelang auf der Couch zu…

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Published in: on 23. März 2020 at 02:26  Kommentar verfassen  

Lebenszeitkosten von Autisten? – ein Beitrag von butterblumenland

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert eine Studie der Universität Marburg und anderer deutscher Universitäten, die ermitteln soll, wie teuer ein Autist so über die Lebensspanne ist. Zum Einstieg werden gleich mal horrend hohe Zahlen aus den USA herangezogen. Angeblich kostet dort ein Autist 3,2 Millionen US-Dollar. Ich habe Fragen. Welche Ethikkommission winkt sowas […]

über Lebenszeitkosten von Autisten? — butterblumenland

Published in: on 21. Januar 2020 at 00:40  Kommentar verfassen  

Unsere Wünsche für 2020

Mein Mann, unser und ich haben nur wenige Wünsche für 2020, aber dafür liegen und diese umso mehr am Herzen:

Wir wünschen uns, dass es uns allen gut geht und es weiterhin den starken Zusammenhalt zwischen uns geben wird, wie es ihn bereits gibt, es all unseren Freunden und Familienmitgliedern gut geht.

Gesellschaftlich wünschen wir uns weniger Armut durch mehr Hilfen vom Staat.

Wir wünschen und weniger rechte Gewalt, Hetzte, Hass und Ausgrenzung und dafür mehr Menschlichkeit und Integration.

Wir wünschen und mehr Umweltschutz und weniger Umweltverschmutzung, ein Umdenken von Produzenten auf umweltfreundlichere Verpackungen.

Wir wünschen uns, dass weniger über Menschen geurteilt wird und stattdessen mehr auf die Menschen eingegangen wird.

Wir wünschen uns, dass 2020 politisch, gesellschaftlich und persönlich besser wird, als es 2019 war.

 

Und was sind eure Wünsche an das neue Jahr?

©S. Stolzenberg

Published in: on 31. Dezember 2019 at 01:19  Kommentar verfassen  

Jahresrückblick 2019

Morgen ist Silvester und damit ist es Zeit für einen Jahresrückblick, den ich hier aber unterteilen werde ich in persönliche Ereignisse, gesellschaftlich Dinge, die die Menschen beschäftigt haben, klimabedingte Unglücke und sonstige Nachrichten des Jahres.

 

Gesellschaftlich gab es 2019 auch ein paar Dinge, die die Menschen beschäftigt haben und über diese werde ich im Folgenden schreiben.

So war am 21.01.2019 ein Blutmond, den man nur sehr selten zu sehen bekommt. Entsprechend groß war die Hoffnung diesen gut sehen zu können.  Am 16.07.2019 war die Vorfreude auf eine partielle Mondfinsternis aber eben so groß.

 

Ende Januar einigte sich die Kohlekommission auf einen Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038 – für die betroffenen Regionen soll es finanzielle Ausgleiche geben, obwohl die Diskussion um einen Kohleausstieg schon länger geführt wird und die Firmen, die am Kohleabbau beteiligt sind schon längst eine Umstrukturierung ihrer Wirtschaftszweige in die Wege hätten leiten können.

Am Mitte März wurden dann Greta Thunberg und die Bewegung „Fridays for future“ immer öfter zum Gesprächsthema, da es immer wieder Forderungen zwecks des Klimaschutzes gab (und gibt) und im März der erste globale Klimastreik organisiert und umgesetzt wurde. Weitergeführt wurde dieser mit dem zweiten globalen Klimastreik im Mai und dem dritten globalen Klimastreik im September. Die Forderungen und Demos der Bewegung wurden immer wieder belächelt und im Zuge der Klimadiskussion gab es massive Anfeindungen gegen Greta Thunberg, die von Aufrufen zu sexuellem Missbrauch über Mordaufrufen reichten. Immer mehr Städte riefen den Klimanotstand aus und wollten klimafreundlicher handeln, es wurden Plastiktüten und andere Dinge aus Plastik wie Strohhalme verboten, Ende des Jahres wurde dann auch ein Klimapaket von der Bundesregierung verabschiedet, was aber ein schlechter Witz ist. Es wurde diskutiert, ob man an Weihnachten auf Weihnachtsbäume verzichten würde und es gab (und gibt) zunehmende Forderungen private Knallerei an Silvester zu verbieten.

Im April ging das Weltpressefoto um die Welt, dass ein weinendes Mädchen an den Grenzen Amerikas zeigt – illegale Einwanderer wurden von ihren Kindern getrennt und verhaftet. Hier stellte sich vielen Menschen die Frage wie kann ein Mensch illegal sein?

Am 02.06.2019 zeigte sich dann was passiert, wenn aus Worten Taten werden, da es immer wieder vorab Anfeindungen gegen Walter Lübcke gab, der dann am 02.06.2019 vor seinem Wohnhaus von einem Rechtsextremisten erschossen wurde. Dies zeigt aber auch das Ausmaß des Rechtsruck in Deutschland. Antifaschisten sehen sich immer öfter mit rechter Gewalt konfrontiert, Hass und Hetzte sind alltagstauglich geworden und werden zunehmend wie selbstverständlich hingenommen, ein aufstehen gegen rechts wie bei #wirsindmehr ist unerlässlicher denn je, #wehretdenAnfängen wurde lange gefordert, nun gilt es aber teils täglich klar Position zu beziehen! Auch der Angriff auf eine Synagoge in Halle am 09.10.2019, bei dem nur die massive Tür mehr, als die zwei „Zufallsofer“, verhinderte zeigt wie massiv das Problem Rechtsextremismus in Deutschland geworden ist.

Die Frage wie ein Mensch illegal sein kann, wie Seenotrettung eine Straftat darstellen könnte, stellten sich sehr viele Menschen auch immer öfter in 2019 und die Schließung italienischer Häfen durch das Sicherheitsdekret, das Matteo Salvini auf den Weg gebracht hatte und das im August in ein Sicherheitsgesetz umgewandelt wurde, gipfelten dann in der Verhaftung der Kapitänin Carola Rackete des Schiffes Sea Watch im Juni 2019, die sich gezwungen sah trotz des Dekrets den Hafen von Lampedusa anzusteuern, um die Menschen auf dem Schiff in Sicherheit bringen zu können.  Seit Ende August, seit Matteo Salvini als Innenminister abgesetzt wurde, werden die italienischen Häfen wieder schneller für die Aufnahme Geflüchteter geöffnet, wobei die im September zwischen Deutschland, Malta, Italien und Frankreich getroffene Vereinbarung über die Verteilung von Flüchtlingen sicher hilfreich war, insbesondere, nachdem im Oktober weitere Länder wie Luxemburg, Irland, Portugal, Litauen zugesagt haben ebenfalls immer wieder freiwillig Flüchtlinge aufzunehmen. Schade nur, dass eine solche Vereinbarung überhaupt nötig war, erst diskutiert werden muss wohin Menschen verteilt werden, bevor man sie retten kann!!! Aktuell gibt es übrigens noch keine verbindliche Lösung.

Im Juli trauerte dann ganz Deutschland um den zweijährigen Luis, der bei 30 Grad Hitze von seinem Vater ins Zimmer gesperrt wurde und dann verdurstete. Dies führt auch zur Debatte wie dem Notstand in Jugendämtern entgegen gewirkt werden könnte, warf die Frage auf, ob Jugendämter genug täten und brachte die Debatte eines „Elternführerscheins“ mit sich.

Ein weiterer Mord an einem Kind Ende Juli erschütterte Deutschland, da ein Mann ein achtjähriges Kind, dessen Mutter und eine weitere Frau, die beide überlebten, vor einen einfahrenden ICE gestoßen hatte und der Junge in Folge dessen starb. Da der Täter ein Flüchtling gewesen ist, führte diese Tat leider auch zu Hass und Hetzte gegenüber Flüchtlingen und zu Forderungen die Grenzen zu schließen. Dass der Täter aber wahrscheinlich psychisch krank gewesen ist, wurde bei jeglicher Debatte über die Tat außen vorgelassen.

Und dann wurde am 19.12.2019 das Unicef-Foto des Jahres des deutschen Fotografen Hartmut Schwarzbach. Das Foto erzähle „vom mutigen Überlebenskampf von Kindern angesichts gleich dreier Tragödien unserer Zeit: Armut, Umweltverschmutzung und Kinderarbeit“.Auf dem Foto des Jahres ist laut Unicef die kleine Wenie zu sehen. Sie sammelt Plastikmüll am Hafen von Manila, um dafür etwas Geld bei einem Recycler zu bekommen.„Sie riskieren ihre Gesundheit und oft auch ihr Leben, wenn sie in dem keimverseuchten Wasser nach Wertstoffen suchen, um ihre Existenz zu sichern.“Heute ist das Mädchen laut dem Fotografen 15 Jahre alt.Für Unicef-Schirmherrin Elke Büdenbender, die Ehefrau von Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, erzeuge das Bild Nähe – „Nähe zu Kindern, die sonst kaum jemand sieht. Es zeigt ihre Not – aber auch ihre Stärke, selbst unter den trostlosesten Bedingungen nicht aufzugeben.“Die Botschaft laute: „Kinder sind das Wertvollste, das wir haben. Wir alle tragen Verantwortung für ihr Leben und ihre Zukunft.“ Sie fordert: „Kinderrechte dürfen keine leeren Versprechungen sein.“ Sie müssten endlich umgesetzt werden.

 

Leider gab es in 2019 auch einige klimabedingt Unglücke, die im Weiteren nennen werde:

Die erste schlimme Naturkatastrophe ereignete sich am 25.01.2019 in Brasilien, wo ein ein Damm brach und in Folge dessen 249 Menschen starben.

Am 17.03.2019 forderte ein Zyklon in Simbabwe 730 Todesopfer und ein Unwetter in Indonesien brachte 50 Menschen den Tod. Am 22.03.2019 ertranken dann 90 Menschen in Indonesien wegen eines Monsuns und ebenfalls Mitte März starben wegen eines Monsuns in Mosambik und Simbabwe mehr als 1000 Menschen. Im Juli kam es ebenfalls zu einem Monsun in Südostasien, der mehr als 130 Todesopfer zur Folge hatte und am 09.08 gab es in Südindien einen Monsun mit 60 Toten. Die Bahamas wurden am 01.09.2019 von einem Hurrikan heimgesucht, der 50 Menschenleben forderte und durch ein Erdbeben in Pakistan starben am 25.09.2019 mindestens 32 Menschen. Ab dem 26.09.2019 gab es dann schwere Regenfälle in Indien durch die mehr als 60 Menschen zu Tode kamen und durch einen Taifun in Japan am 13.10.2019 starben über 60 Menschen. Ein Dammbruch in Russland kostete mindestens 15 Menschen das Leben, ein Erdbeben in Albanien am 26.11.2019 15 Menschen und ein Wirbelsturm auf den Philippinen am 26.12.2016 forderte mindestens 16 Menschenleben.

Könnte die Zunahme dieser Naturkatastrophen nicht Anlass genug sein, dass die Klimapolitik weltweit überdacht wird???

 

Leider gab es aber noch weitere schreckliche, traurige, bedrückende Nachrichten und eine (sicherlich unvollständige) Liste dazu gibt es im Folgenden:

 

10.03.2019 Flugzeugabsturz Äthiopien 157 Tote
15.03.2019 Rassistisch begründetes Massaker Christchurch Neuseeland 51 Tote
22.03.2019 Explosion Yancheng 47 Tote
23.03.2019 Überfall Dorf Nähe Mali 134 Tote
21.04.2019 Explosionen Sri Lanka Fast 300 Tote
10.06.2019 Überfall Dorf im Zentrum von Mali 95 Tote
16.06.2019 Selbstmordattentat Nigeria  

30 Tote

 

03.07.2019 Angriff auf ein Gefangenenlager für Migranten Libyen 44 Tote
12.07.2019 Zugunglück Pakistan Mindestens 23 Tote
13.07.2019 Anschlag Somalia 26 Tote
18.07.2019 Überfall der Taliban Afghanistan 34 Tote
18.07.2019 Feuer (vermuteter Brandanschlag) Kyoto 24 Tote
22.07.2019 Bombenanschlag Somalia 17 Tote
22.07.2019 Luftangriff Idlib 18 Tote
25.07.2019 Gefechte Afghanistan 35 Tote
25.07.2019 Explosionen Kabul 49 Tote
25.07.2019 Unglück Vor der libyschen Küste Mindestens 62 Tote
29.07.2019 Angriff Kabul 24 Tote
29.07.2019 Angriff Nigeria 65 Tote
30.07.2019 Flugzeugabsturz Pakistan 19 Tote
31.07.2019 Bombenexplosion Afghanistan 34 Tote
01.08.2019 Anschläge Jemen 51 Tote
02.08.2019 Angriff auf Militärbasis Jemen 19 Tote
03.08.2019 Schießerei El Paso Texas 20 Tote
04.08.2019 Bootsunglück Philippinen 25 Tote
05.08.2019 Explosionen Kairo 19 Tote
07.08.2019 Autobombe Kabul 14 Tote
09.08.2019 Drogenkartell Mexiko 19 Tote gefunden
01.09.2019 Luftangriff Jemen Mindestens 65 Tote
10.09.2019 Massenpanik während des Aschurafests Kerbela 31 Tote
13.09.2019 Zugunglück Kongo Mindestens 50 Tote
17.09.2019 Anschläge Afghanistan Mindestens 30 Tote
19.09.2019 Anschläge Afghanistan Mindestens 60 Tote
29.09.2019 Verkehrsunfall Jiangsu Mindestens 36 Tote
02.10.2019 Kämpfe Mali Mindestens 40 Tote
04.10.2019 Einsturz einer Goldmine Kongo Mindestens 21 Tote
06.10.2019 Demos – Schüsse von Polizisten Bagdad 19 Tote
10.10.2019 Angriff der Türkei Syrien Mindestens 15 Tote
13.10.2019 Attentat auf Moschee Burkina Faso Mindestens 15 Tote
17.10.2019 Busunglück Saudi-Arabien Mindestens 35 Tote
18.10.2019 Anschlag auf Moschee Afghanistan  62 Tote
19.10.2019 Angriffe Syrien Mindestens 22 Tote
21.10.2019 Busunglück Kongo Mindestens 30 Tote
31.10.2019 Zugunglück Pakistan Mindestens 65 Tote
02.11.2019 Angriff auf Militärstützpunkt Mali Mindestens 51 Tote
06.11.2019 Angriff auf Kontrollposten Thailand Mindestens 15 Tote
06.11.2019 Angriff auf Konvoi von Goldproduzentenbeschäftigten Burkina Faso Mindestens 37 Tote
19.11.2019 Angriff auf Militärpatrouille Mali Mindestens 41 Tote
20.11.2019 Luftangriff auf militärische Ziele Syrien Mindestens 14 Tote
24.11.2019 Flugzeugabsturz Kongo Mindestens 24 Tote
27.11.2019 Zusammenstoß zweier Hubschrauber Mali Mindestens 13 Tote
28.11.2019 Anschläge Afghanistan Mindestens 22 Tote
01.12.2019 Schießerei Mexiko 20 Tote
02.12.2019 Busunglück Serbien Mindestens 15 Tote
02.12.2019 Kämpfe Idlib Mindestens 69 Tote
02.12.2019 Angriff auf Kirche Burkina Faso Mindestens 14 Tote
05.12.2019 Gekentertes Boot Vor Mauretanien Mindestens 58 Tote
08.12.2019 Luftangriff Syrien Mindestens 18 Tote
08.12.2109 Großbrand Indien Mindestens 43 Tote
11.12.2019 Angriff auf Hotel Somalia 10 Tote
25.12.2019 Angriff Burkina Faso Mindestens 122 Tote
26.12.2019 Angriff auf Militärpatrouille Burkina Faso Mindestens 14 Tote
27.12.2019 Flugzeugabsturz Kasachstan Mindestens 12 Tote
28.12.2019 Bombenanschlag Somalia Mindestens 76 Tote

Wann darf die Welt wieder zur Ruhe kommen?

 

Für meine Familie und mich begann das Jahr 2019 erst mal sehr ruhig, ohne besondere Vorkommnisse und im März hatten wir dann, da im letzten Jahr der Bedarf eines I-Helfers klar wurde, ein Gespräch zwecks möglicher weitere Hilfen und einer Empfehlung diesbezüglich in der LVR.

Ab Frühling hatten wir dann (erst mal) ein sehr schönes Jahr, denn im Mai diesen Jahres hatte unser Wirbelwind dann seinen ersten runden Geburtstag, da er 10 Jahre alt geworden ist, was wir mit einem gemeinsamen Ausflug (mit Übernachtung) in den Heidepark Soltau gefeiert haben.

Im Juni hatten wir dann unser erstes Familienoutdoorshooting und waren natürlich nicht nur voller Vorfreude, sondern auch sehr aufgeregt, was aber durch die sehr freundliche Art und Fotografin sehr schnell verflog. Es folgte dann im selben Monat auch ein Indoorshooting und wir konnten Ende des Monats die Bilder aussuchen, die wir nehmen wollten – Erinnerungen, die uns keiner mehr nehmen kann.

In den Sommerferien machten wir dann einen sehr schönen Urlaub in De Panne, in Belgien.

Und dann fingen die unschönen Nachrichten für uns an….

So musste im Oktober erst mal unser Auto sehr teuer repariert werden, bei dem unter anderem die Kupplung und die Bremsklötze kaputt waren – eine ungeplante Reparatur, für die erst mal geschaut werden musste, wie wir die Kosten decken könnten.  Ende des Monats mussten wir dann unsere Katze Susi, die dement war FIV hatte und immer mehr abbaute, einschläfern lassen, was besonders für unseren Junior sehr schlimm war, weil sie schon bei uns war, als er zur Welt kam. Nicht mal einen Monat später dann die nächste schlimme Nachricht. Mein Mann wurde mit einer schweren Sepsis im Krankenhaus aufgenommen und uns wurde mitgeteilt, dass er, hätte er noch länger gewartet, über Nacht sterben können. Er wurde direkt an einen Monitor angeschlossen und seine Vitalwerte wurden über Nacht überwacht. Im Krankenhaus musste dann noch ein Erypsel (eine Wundrose) behandelt werden.

Am 05.12.2019 durfte mein Mann dann endlich wieder nach Hause und wir konnten wieder etwas zur Ruhe kommen…

Ein Jahr, das teils sehr emotional war und durch das wir uns alle wieder weiter entwickelt haben.

Mein Mann hat lernen müssen auf wen er sich uneingeschränkt verlassen kann, wie wichtig er welchen Familienmitgliedern ist, wer Freunde sind und welche Personen nicht und durfte dafür feststellen, dass er tolle Kollegen hat. Er ist nach wie vor für mich der Fels in der Brandung, der jeden Quatsch mit macht und mich immer unterstützt, es mir nicht übel nimmt, wenn ich mal vom letzten Geld lieber sozial bin (Spenden), als das Geld für uns zu nutzen und wertschätzt es noch immer, dass es mir beispielsweise immer wichtig ist in der Vorweihnachtszeit auch für die örtlichen Tafeln mit zu backen. Er hat durch seinen Krankenhausaufenthalt aber auch festgestellt, dass ich für ihn nicht „nur“ bis an meine Grenzen gehe, sondern wenn nötig auch darüber hinaus. Ich bin zwar manchmal sehr speziell, aber genau das liebt er an mir und ich bin jeden Tag dankbar, den ich mit ihm verbringen darf.

Unser Sonnenschein hatte ein sehr anstrengendes und schwieriges letztes Vierteljahr, da er erst den Tod unserer Katze verarbeiten musste, dann mit der Angst um seinen Papa umgehen musste und wurde dann nicht mit seiner Behinderung ernst genommen, hatte Probleme mit der Beförderung zur Schule, konnte erst in diesem Monat wieder zur Ruhe kommen. Er ist selbstständiger und ein klein wenig „reifer“ geworden, steht mehr für seine Wünsche, Ziele und Rechte ist, ist aber auch engagierter bei Ungerechtigkeiten gegenüber anderen. Er bringt uns, selbst, wenn es uns mal nicht so gut geht, immer wieder zum lächeln, ist wahnsinnig mitfühlend und liebevoll und hat dieselbe Herzlichkeit wie sein Papa. Er ist – wie sein Papa – auch ein Kämpfer, mit einer großen Klappe, die er von mir hat, hinter der aber auch was steckt.

Und ich? Auch ich habe feststellen müssen dass ich mich auf manche Menschen weniger verlassen kann, als ich es dachte, auf andere aber mehr bauen kann, als ich vermutet hätte. Ich bin und bleibe weiterhin – meinen Möglichketen entsprechend – engagiert gegen Hass, Hetzte und Gewalt und hoffe immer noch, dass der Song „Imagine“ kein Wunschtraum bleiben muss.

Wir hatten ein teils sehr schönes, teils sehr schwieriges, trauriges, anstrengendes Jahr und dennoch geht es uns gut!

Warum? Weil wir als Familie auch ein Team sind, immer zusammenhalten, für einander da sind und für einander einstehen. Aber es geht uns auch gut, weil wir in dem Luxus leben ein Dach über dem Kopf zu haben, fließendes Wasser aus dem Wasserhahn nutzen zu können, eine Heizung zu haben, die uns warm hält, keinen Krieg erleben mussten, nicht zur Flucht gezwungen waren und uns keiner rechten Gewalt ausgesetzt sahen!

Es geht uns gut und ich hoffe, dass das auch in 2020 der Fall sein wird.

© S. Stolzenberg

 

Published in: on 31. Dezember 2019 at 01:18  Comments (1)  

Oh du fröhliche… Weihnachtszeit !?

Weihnachten ist vorbei und jeder kann selbst entscheiden, ob es für ihn/sie ein schönes oder unschönes Weihnachten war.

Für mich gab es im allgemeinen schöne und traurige Nachrichten rund um Weihnachten…

 

Schön zu lesen war, dass fast € 500000 aus Weihnachtsgeschenken für caritative Zwecke zusammen kamen, dass sich viele Menschen an Weihnachten im Schuhkarton beteiligt haben und (zumindest bei uns im Ort) alle Wunschsterne am Weihnachtsbaum abgenommen und die Wunschschreiber beschenkt wurden. Das ist Nächstenliebe, das ist der Gedanke von Weihnachten.

 

Es war aber leider nicht alles schön.

Es gab sicher wieder Gewalt in Familien, da die Statistik leider zeigt, dass es zu immer mehr Gewalttaten an Feiertagen kommt. Und sicher gab es auch wieder Hetzte, Hass und vielleicht auch Gewalt, die durch rechtes Gedankengut begründet ist, denn den Anstieg rechten Denkens kann man leicht nachlesen. Einen Überblick darüber findet man hier.

Für all die Menschen, die sich freuen wie sehr unsere Grenzen geschützt sind, dass es mehr Rückführungen nach Afghanistan gibt, immer weniger Bootsflüchtlinge aufgenommen werden mögen, möchte ich sagen, dass das kein wünschenswerter Zustand sein sollte, solange in den Ländern, aus denen Menschen flüchten Krieg herrscht! Es wird gefordert keine Flüchtlinge mehr aufzunehmen, aus Unsicherheit, wegen mangelnder Informationen, aus Angst, aber auch diese Menschen, die hier hin flüchten haben Angst, sie haben Angst zu sterben, Angst ihre Familien zu verlieren, Angst vor rechter Gewalt!

 

Dabei geht es an Weihnachten doch vor allem um Nächstenliebe, um Menschlichkeit, daran nicht nur an sich selbst zu denken, sondern auch Menschen in Not zu helfen, für einander da zu sein, gemeinsame Zeit wert zu schätzen.

 

Besonders traurig wurde ist, als ich lesen musste, dass es an Weihnachten einen Anschlag mit mehr als 100 Toten gegeben hat. Ich war entsetzt über die Grausamkeit von Menschen gegen Menschen. Ich kann es nicht verstehen, wie der Mensch so grausam zu seiner eigene „Art“ sein kann…

 

Unser persönliches Weihnachten war allerdings sehr schön, besinnlich, friedlich, ohne Streitigkeiten.

Heiligabend feierten wir nur unter uns, ohne weitere Familienmitglieder und konnten die strahlenden Augen unseres Sohnes genießen, gemeinsame Zeit wert schätzen, einen spontanen Weihnachtsbesuch machen, zusammen lachen ♥.

Und genauso schön blieb es auch. Alle Familienmitglieder, die von uns besucht wurden oder bei uns zu Besuch waren freuten sich vor allem über die gemeinsame Zeit, über die Menschen um sie herum, aber auch über die Geschenke, die gemacht wurden, wobei diese (außer für die Kids) sehr „kleine“ Aufmerksamkeiten waren, die da sie persönlich waren, sich Gedanken gemacht wurden was gefallen könnte, umso mehr Freude bereiteten♥.

Und genau so sollte Weihnachten sein. Es sollte darum gehen geben zu dürfen, sich wert zu schätzen, sich zu freuen, dass man zusammen sein kann, demütig zu sein für all die Dinge, die eben nicht selbstverständlich sind, wie das Dach über dem Kopf, die Heizung, die uns warm hält, das Wasser aus dem Wasserhahn…

Danke an meine Familie für ein sehr schönes Weihnachtsfest ohne Hass und ohne Hetze!

 

Ich hoffe in den nächsten Jahren vielleicht auch bezogen auf die Nachrichten mehr so schöne Weihnachtsfeste erleben zu dürfen, wie es unser privates dieses Jahr war.

© S. Stolzenberg

 

Published in: on 29. Dezember 2019 at 01:32  Kommentar verfassen  

Liebe Eltern

Creautism

Liebe Eltern* autistischer Kinder,

ich möchte Euch keine Vorschriften machen, aber ich habe eine sehr große und für mich wichtige Bitte an Euch: Bitte liebt Eure Kinder auf ihre Weise und bitte bringt ihnen bei, dass auch sie sich auf ihre Weise lieben und akzeptieren. Diese Bitte richte ich an Euch, weil ich selbst an der eigenen Seele und am eigenen Leib erfahren habe, was Ablehnung und Intoleranz anrichten können.

Dieser Tage habe ich ein kurzes Video von Eckart von Hirschhausen gesehen, welches mir von einer Person empfohlen wurde. Darin erzählt er, dass er in einem Zoo war und dort einen Pinguin auf einem Felsen gesehen hat. Er hatte Mitleid mit dem Pinguin und urteilte, dass dieses Wesen eine Fehlkonstruktion ist aufgrund seiner zu kleinen Flügel und seiner untersetzten Statur. Erst beim genaueren Hinschauen sah er, wie der Pinguin ins Wasser sprang und welche Fähigkeiten und Talente dieses Tier hat…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.718 weitere Wörter

Published in: on 17. September 2019 at 12:48  Kommentar verfassen  

Endlich wieder ein Urlaub…

Nachdem wir aus privaten Gründen, auf die ich hier nicht näher eingehen werde, im letzten Jahr nicht in Urlaub fahren, sondern „nur“ viele kleine Tagesausflüge in den Sommerferien machen konnten, der letzte Urlaub somit zwei Jahre her war, waren wir alle urlaubsreif, mussten mal „weg“, raus aus dem Alltag, abschalten können und hofften, dass es mit dem Urlaub klappen würden, was unter anderem  durch ein Familienshooting in diesem Jahr unklar war…

Aber es klappte und wir fanden noch ziemlich kurzfristig eine (wie es auf der Website schien) sehr schöne Ferienwohnung, die wir für eine Woche buchten. Es konnte uns gar nicht schnell genug gehen, bis es endlich los gehen würde und am 16.08.2019 war es dann endlich soweit. Wir konnten uns auf den Weg in den Urlaub machen :-).

Wir fuhren gegen 10 Uhr vormittags los und wollten erst mal was essen, wobei das (vorab online heraus gesuchte) Restaurant uns viel zu teuer für ein Mittagesen war, also wurde kurzfristig umgeplant. Wir holten die Wohnungsschlüssel ab und gingen dann erst mal an der Promenade von De Panne im Surf Inn essen. Dann luden wir die Taschen aus dem Auto und räumten unsere Sachen ein, gingen am Abend sehr lecker im Splendid essen. Als wir uns dann, weil unser Schatz schon müde war, auf den Weg zur Wohnung machten, hörten und sahen wir vom Strand aus ein Feuerwerk, dass unseren Schatz leider verunsicherte, da es sehr laut war.

Schon beim einräumen unserer Sachen, hatten wir leider feststellen müssen, dass die Wohnung weniger schön war, als von uns angenommen, da die Matratzen, die Toilette, die Abflüsse im Bad und Schränke im Wohnzimmer sehr dreckig waren, es wenig Stauraum für Kleidung gibt (insbesondere, da die Wohnung für bis zu sechs Personen nutzbar wäre bezüglich der Schlafmöglichkeiten, wir gerade zu dritt knapp mit dem Platz auskamen) :-/.

Wir machten das Beste daraus…

Am 17.08.2019 gingen wir dann erst mal einkaufen und nutzen den restlichen Tag im Navigo Museum in Koksijde, in dem den Besuchern die Geschichte der Fischerei näher gebracht wird

       

, und gingen dann abends noch etwas an den Strand und an der Promenade entlang,

wo wir unseren ersten Sonnenuntergang des Urlaubs sehen konnten :-).

Am 18.08.2019 nutzten wir zum ersten Mal im Urlaub die Tram, wobei uns erklärt wurde, dass die Zahlung der Tickets leider nur noch per Kartenzahlung möglich ist (das ging auch mal per Barzahlung). Schade! Wir fuhren nach Oostende (dieser Ort lohnt sich immer) und besuchten dort den Maria Henrika Park, der sehr schön angelegt ist, aber leider auch von Blaualgen auf dem Wasser übersät ist und dadurch leider stinkt.

Wir schauten uns dann das Mercatorschiff an,

konnten die anderen angedachten Ziele leider nicht mehr sehen, weil diese bereits geschlossen waren und gingen so noch an der Promenade entlang.

Am 19.08.2019 sind wir dann erst mal in die Innenstadt von De Panne gegangen, um Andenken zu kaufen (und damit auch ein Versprechen einzulösen) und fuhren dann erneut nach Oostende, um die am Vortag nicht geschafften Ziele zu besuchen. Zuerst schauten wir uns die sehr schöne, gotische Kirche von St. Peter und St. Paul an, die einen Besuch wert ist, aber auch Zeit zum Innehalten bietet. Man sollte allerdings keine allzu lange Verweildauer annehmen.

Wir hatten schon in den letzten Jahren immer wieder überlegt und dieses Jahr dann diese Idee auch in die Tat umgesetzt, das Sandskulpturenfestival zu besuchen und waren sehr positiv überrascht, weil wir nicht mit einer solchen Vielzahl an Skulpturen gerechnet hatten. Besonders schön war zu sehen, dass auch an die (vielleicht schnell gelangweilten Kinder) gedacht wurde, indem Trampoline und Hüpfburgen aufgebaut waren.

Wir machten uns von da aus auf den Weg zurück zur Wohnung, konnten aber noch ein paar witzige und interessante Dinge sehen…

Nachdem wir nun schon vier Tage kaum zum Strand gekommen waren, weil es mit den Böen, die herrschten zu weh getan hätte den feinen Sand abzubekommen, konnten wir dann am 20.08.2019 auch endlich mal an den Strand und mit den Füßen ins Wasser gehen :-). Einige Menschen schwammen zwar sogar im Meer, aber uns wäre das zu kalt gewesen. Wir machten also erst mal eine (sehr) kleine Strandwanderung und legten uns danach noch ein bisschen mit einer Decke an den Strand, machten Spaßkämpfe mit unserem Wirbelwind.

 

Und dann konnten wir unserem Schatz einen Wunsch erfüllen, denn schon in unserem ersten Urlaub, hatte er immer wieder gefragt, ob wir mal ins Plopsaland gehen könnten. Am 21.08.2019 war es nun endlich soweit und da konnte Mama, die für ihn ein 60cm großes Pikatchustofftier gewann eine riesengroße Freude bereiten. Er erkundete knappe sechs Stunden mit uns den Park und war sogar so mutig mit Mama auf die (sehr) hohe Wildwasserbahn zu gehen, auf der ganz vorne sitzen wollte :-O. Er sagte allerdings nach der Fahrt, dass diese „ein bisschen schön (am Anfang) und ein bisschen schlimm (zum Schluss) „ war. Für kleinere oder ängstlichere Kinder würde ich diese nicht empfehlen! Zum Abschluss des Parkbesuchs bekam er dann noch eine kleine Biene Maya Figur zum kuscheln.

Abends gingen wir dann (leider nicht so lecker wie erhofft) im The Saloon essen, konnten einen sehr schönen Sonnenuntergang sehen)

und machten unserem Frechdachs die Freude, dass er noch etwas im Funland spielen durfte, wo er sich schon etwas mehr als 7000 Punkte erspielte (für diese man sich dann Spielsachen, Deko oder Küchenuntensilien aussuchen kann).

Den 22.08.2019 gestalten wir etwas ruhiger und gingen an den Strand, wo wir erst mal Muscheln sammelten und dann auch sehr schöne Erinnerungsfotos (im Sprung, im Sand liegend und im Sand eingebuddelt) machten.

Danach legten wir uns noch ein wenig auf einer Decke an den Strand, bis es uns zu kühl wurde, wo wir alle sehr braun geworden sind, Papa und Mama sogar einen leichten Sonnenbrand bekamen, und gingen in die Wohnung. Nach einem leider misslungenen Abendessen (Gussplatte, die stark nachheizten hatten dazu geführt, dass die Cordon Bleus verbrannt waren und da der Backofen nicht schloss, wurden die Pommes nichts), gingen wir an den Strand, wo wir einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten konnte,

aßen (erneut) im Surf Inn eine Pommes und dann durfte Junior nochmal im Funland spielen (da es unser letzter Abend war), wo er 14350 Punkte erspielte, Mama zur Erinnerung einen Jeton und 60 Punkte einbehielt und er sich dann für die Punkte einiges an Spielsachen (unter anderem ein Lichtschwert) aussuchte.

Das war die Ausbeute unseres Schatzes.

Am 23.08.2019 gingen wir, nach der Endreinigung der Wohnung und der Schlüsselabgabe, ein letztes Mal an den Strand und deckten uns beim Bäcker für die Fahrt ein.

 

Damit aber der Abschied vom Meer, insbesondere für unseren Wildfang, nicht so schlimm sein würde, machten wir noch eine Pause am Pier in Blankenberge, wo wir dann auch noch ein paar schöne Fotos machen konnten.

  

Auch während der Fahrt konnten wir noch ein paar Erinnerungen schaffen. So sahen wir zum ersten Mal eine hochgefahrene Brücke…

 

und dann ging es endgültig nach Hause…

 

Wir konnten zwar leider (erneut) nicht im Meer schwimmen, hatten aber dennoch einen sehr schönen Urlaub und konnten viele schöne gemeinsame Erinnerungen schaffen.

Jetzt freuen wir uns schon auf das nächste Mal am Meer…  Das eine Jahr Wartezeit wird schon nicht so lang sein ;-).

S. Stolzenberg

Published in: on 27. August 2019 at 01:44  Kommentar verfassen  

Inklusion und ihre Grenzen

Bewegt hat mich zu diesem Beitrag ein Beitrag, den ich las und der mich zum nachdenken brachte, aber auch die Reaktionen, die er hervorbrachte.

Auf Grund des Beitrags, auf den ich hier aber nicht weiter eingehen werde, habe ich mir Gedanken gemacht in wie weit ich für unseren Sohn Inklusion fordern kann und wo deren Grenzen liegen.

Er benötigt aktuell noch etwas Hilfe, viel Anleitung, wird aber immer selbstständiger, möchte immer mehr alleine versuchen, rückversichert sich aber auch immer noch, dass seine Bezugspersonen – wir als Eltern, der familientlastenden Dienst, die Großeltern,.. da sind.

Er kennt die Regeln des Straßenverkehrs und beherzigt diese, bringt sich (noch?) nicht in Gefahrensituationen, hat auch vor potenziellen Gefahren (auf einen Baum zu klettern als Beispiel) Angst, eine gute Orientierung.

Ich möchte gerne, dass er zunehmend selbstständiger, selbstsicherer wird, sich mehr zutraut und auch mal versucht alleine raus zu gehen, motiviere ihn darin, dass er das, sobald er sich dazu bereit fühlt, gerne mal versuchen darf und soll.

Wie jedes andere Kind wird unser Wildfang allerdings sicher auch mal Blödsinn anstellen, Dinge ausprobieren, Grenzen testen und sich vielleicht auch auf die ein oder andere Mutprobe einlassen,  aber gerade im Hinblick darauf stelle ich mir ein paar Fragen.

Ich frage mich wo dann die Aufsichtspflicht noch greifen muss und wo diese ihre Grenzen hat – besonders, wenn er mal Grenzen testet, die sich vielleicht auf andere Menschen auswirken, etwa wenn er mal zündeln sollte und dadurch vielleicht Besitztümer anderer zerstört werden sollte (von schlimmerem mag ich gar nicht ausgehen, kann ich aber auch nicht, da unser Süßer zu emphatisch ist, als dass auch nur das kleinste Risiko bestünde, dass er andere Menschen in Gefahr bringen würde). Muss ich mich dann vielleicht rechtfertigen, dass ich ihm die Möglichkeit gegeben habe, obwohl er eine Behinderung hat oder darf ich für seine persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten, sein Recht auf Freiraum einstehen und diese trotz seiner Behinderung verteidigen? Muss ich vielleicht auch rechtlich etwas besonders beachten, weil er entwicklungsverzögert (und laut Diagnoseschreiben auch geistig behindert) ist? Wie findet man da den richtigen Mittelweg oder kann es diesen nicht geben? Kann ich nur eine überbehütende Helikoptermutter sein oder die Rabenmutter, die zu sehr interessiert oder kann ich einfach auch eine Mutter sein, die ihrem Kind Freiheiten einräumt, sich dennoch kümmert, sorgt und Regeln aufstellt, ihrem Kind aber die Möglichkeit gibt seine Grenzen zu erkennen und aus Fehlern zu lernen?

Ich frage mich wie viel Inklusion kann ich von meine Mitmenschen für unseren Wirbelwind fordern, wann ist es zu viel? Denn: er lernt zwar immer sicherer sich seine Grenzen einzugestehen, zu erkennen, wenn er zu vielen Reizen ausgesetzt ist und er eine Pause benötigt, aber das klappt mal besser, mal schlechter und wenn er überreizt oder übermüdet ist, passiert es auch schon mal , dass er albern wird, anderen Mitmenschen die Zunge heraus streckt, Schimpfworte benutzt. Was ist, wenn er das vielleicht auch wieder macht, wenn er mal alleine unterwegs ist? Darf ich dann Verständnis im Sinne des Inklusionsgedanken wünschen oder muss ich ihn dann wieder in seinem persönlichen Freiraum beschränken, bis er das nicht mehr tut und was ist, wenn er es nie gänzlich schafft das zu unterlassen, darf er sich dann nie im Sinne einer Selstständigkeitsförderung weiter entwickeln? Wo hat der Inklusionsgedanke bei der persönlichen Entfaltung eines Kindes sein Grenzen?

Ich frage mich auch wie ich darauf reagieren könnte, wenn unserem Sonnenschein von anderen Bezugspersonen mehr Freiheiten gegeben würden, als wir es für gut erachten würden, denn ein Kind braucht klare Grenzen was aber wenn Bezugspersonen ihm Dinge erlauben, die wir als Eltern nicht gutheißen, wo wir Grenzen ziehen würden? Bisher geschah das immer in Bezug auf Dinge, die keine potenzielle Gefährdung nach sich zogen, aber wäre wenn es mal dazu kommen würde? Ein Beispiel dazu aus meiner Kindheit: Der Vater eines anderen Mädchens in unserer Nachbarschaft war Dachdecker und hat seine Kinder häufiger mit auf Dächer genommen. Eines Tages, als meine Schwester und ich mit den Kindern spielten, nahm er aber auch uns (ohne vorab meine Mutter zu fragen) mit auf eins der Dächer in der Nachbarschaft, gab uns damit eine Freiheit, wo meine Eltern eine Grenze gezogen hätten. Natürlich muss es dann umgehend ein Gespräch geben (und das gab es auch), aber nehmen wir mal an der Nachbar hätte diese Grenze nicht für uns ziehen wollen, den Kontakt hätte man nicht gänzlich unterbinden können, weil wir nichtmehr ununterbrochen beaufsichtigt werden mussten. Man muss dann natürlich darauf vertrauen, dass die Kinder die gegeben Grenzen einhalten, aber wie kann ich reagieren wenn in einer solchen Situation das Kind die Grenze vergisst, sich also im Vertrauen auf diese Bezugsperson in eine Gefährdung begibt?

Man sagt „es benötigt ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen“ (afrikanisches Sprichwort) und das sehe ich ebenso, denn Eltern benötigen ein gutes Netzwerk, um das Kind großziehen zu können, um mal einen anderen Blickpunkt zu erhalten, manches vielleicht auch zu hinterfragen, aber auch für soziale Kontakte für das Kind, für neue Erfahrungen und für das Selbstwertgefühl des Kindes.  Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass es vielen Menschen schwer fällt fremde Kinder zu ermahnen, wenn sie eine Grenze überschritten haben. Wie kann ich dann aber darauf vertrauen, dass unserem Schatz nicht vielleicht sogar gegensätzliche Werte vermittelt werden? Wie kann ich ihm Grenzen vermitteln, die vielleicht bei anderen noch Freiheiten sind?

Ich frage mich auch in wie weit ich Kritik von außen überhaupt zulassen sollte, oder ob ich mir vielleicht zu viele Gedanken mache… und damit schließe ich diesen Beitrag ab.

 

Published in: on 11. Juli 2019 at 23:57  Comments (6)  
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